Urlaubsinseln-Ranking Wegweiser ins Paradies

Trauminseln auf dem Prüfstand: Eine Fachjury hat 111 der beliebtesten Insel-Reiseziele bewertet - mit überraschenden Ergebnissen. Nicht die vermeintlichen Traumziele liegen im Ranking vorn, sondern eher unscheinbare Paradiese.


Ausbruch aus dem Alltag, Ruhe vom Großstadttrubel und traumhafte Landschaften: Allein der Gedanke an einen Urlaub auf der Insel, an einsame Palmenstrände und unberührte Natur reicht für viele aus, um stundenlange Fernweh-Attacken auszulösen. Entsprechend groß ist die Nachfrage in den Reisebüros. Doch manche Trauminsel wird zu Tode geliebt, der hohe Besucheransturm kann eine Gefahr darstellen: Viele Inseln verändern sich und drohen, ihre Einzigartigkeit aufgrund der Überlastung zu verlieren.

Das amerikanische Magazin "National Geographic Traveller" hat sich mit Hilfe einer Jury aus 522 Tourismusforschern, Geografen, Reisefotografen und Journalisten auf die Suche nach den letzten echten Paradiesen der Erde gemacht – Inseln, die ihren ursprünglichen Charme und ihre Traditionen bewahren konnten und eine nachhaltige Tourismusentwicklung betreiben. In Zusammenarbeit mit der George Washington University in Washington D.C. erstellte das Magazin eine einzigartig umfangreiche Studie über insgesamt 111 Inseln.

Sechs Kriterien spielten für die Bewertung eine Rolle: ökologische und ökonomische Entwicklung, soziale und kulturelle Integrität, der Zustand von historischen und archäologischen Stätten, der ästhetische Gesamteindruck, die Qualität des Tourismusmanagement sowie die Aussichten für die Zukunft.

Deshalb sind es nicht die klassischen Hochglanzkatalog-Inselziele wie die Malediven, Tahiti oder die Kanaren, die auf den Top-Rängen landeten. Die ersten drei Plätze belegten Reiseziele, die nicht für sommerliche Temperaturen oder Spitzenstrände stehen, aber dank überschaubarer Besucherströme ihre eigenen Traditionen erhalten haben: Mit den Färöer-Inseln, den Azoren und den Lofoten schafften es drei Europäer aufs Siegertreppchen, die allesamt für häufige Regenfälle bekannt sind. Das schreckt trotz atemberaubender Natur viele Touristen ab, daher war es für diese Inseln leichter, ihre kulturellen Eigenheiten zu erhalten.

Auf den unteren Plätzen dagegen landeten mit Ibiza, Phuket und Oahu (Hawaii) einige besonders beliebte Inseln, weil die Juroren riesige Touristenburgen und eine starke Dominanz ausländischer Investoren negativ bewerteten. Einer der Juroren bezeichnete Ibiza als "Kolonie für britische Raver", Phuket wurde zum "Planungsdesaster" gekürt.

Auf der interaktiven Karte von SPIEGEL ONLINE können Sie die interessantesten Kommentare der Juroren lesen. Dazu zeigen Ihnen die Farben auf den ersten Blick, wie die einzelnen Inseln benotet wurden. Fazit: Auffällig viel Rot (Note 5) in der Karibik, während Nordeuropa mit viel Gelb (Note 3) und der einzigen "grünen" Insel (Note 2) im Test deutlich besser abschnitt. Die Punktewertung auf der Karte lässt sich wie folgt lesen:

  • 0-25: Katastrophales Ergebnis, schlechte Bilanz in sämtlichen Kriterien, schlechte Zukunftsaussichten (Note 6).
  • 26-49: Die Insel ist ernsthaft gefährdet (Note 5).
  • 50-65: Die Insel ist gefährdet. Kriterien werden nur zu einem Teil zufriedenstellend erfüllt (Note 4).
  • 66-85: Die Insel hat nur kleinere Probleme (Note 3).
  • 86-95: Die Insel ist authentisch, unberührt und hat gute Zukunftsaussichten (Note 2).
  • 96-100: Die Insel ist in jeder Kategorie topp (Note 1, wurde nicht vergeben).

Ob durch solche Studien ein Run auf bislang unverdorbene Ziele einsetzt, wird sich noch zeigen. Zumindest deutsche Inseln müssen keine zusätzlichen Wellen von Touristen befürchten - sie wurden in dem US-basierten Reisemagazin nicht berücksichtigt.

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Forum - Trauminseln - ist Ihre dabei?
insgesamt 23 Beiträge
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Seite 1
Reziprozität 07.11.2007
1.
Zitat von sysopTrauminseln auf dem Prüfstand: Eine Fachjury hat 111 der beliebtesten Insel-Reiseziele bewertet - mit überraschenden Ergebnissen. Wie sehen Sie die Rangliste der Inseln? Von welcher Insel träumen Sie als Reiseziel? Der Artikel zum Thema: http://www.spiegel.de/reise/fernweh/0,1518,515611,00.html
Hmmm. ihr Ihre? Island ist dabei, ist auch ganz gut weggekommen...
changnoi, 07.11.2007
2. meine insel ist nicht dabei
und das ist auch gut so
S. Z., 07.11.2007
3. Texel
Kleine Korrektur: Dass man als Tourist auf Texel nur mit dem Fahrrad fahren darf, wie im Kommentar zur Weltkarte angegeben, stimmt nicht. Man kann ebenso gut mit dem Autor oder Motorrad anreisen und auch damit herumfahren. Auf einer anderen westfriesischen Insel gilt das Fahrverbot: auf Schiermonnikoog.
huelin 07.11.2007
4. Naja, wer den Regen mag...
Erschreckend, wie schlecht die meisten Inseln in tropischen und subtropischen Ländern wegkommen. Aber es ist natürlich auch einfacher, eine dünn besiedelte, regenreiche Insel im Ursprungszustand zu erhalten, als eine Hochburg für Sonnenanbeter. Ein Kriterium wird leider nur gelegentlich erwähnt, nämlich das Preisniveau. Viele Inseln sind wegen der hohen Transportkosten für Versorgungsgüter relativ teuer, und dies gilt insbesondere für Nordeuropa, wo die besten Noten vergeben wurden. Aber vielleicht ist das auch ganz gut so, denn oft schrecken ja nur hohe Preise wirkungsvoll vor Besuchermassen ab. Ich persönlich kenne leider nicht viele der 111 Inseln. Die beeindruckendste davon war für mich die Ilha Grande in Brasilien: herrliche Natur, freundliche Menschen, angenehmes Wetter und trotzdem nicht allzu überlaufen. Die drei Inseln, die ich wohl am besten kenne, fehlen allerdings, und deshalb möchte ich sie hier mal kurz beschreiben: FORMENTERA Im Gegensatz zur Nachbarinsel Ibiza immer noch vom Massentourismus verschont, außer im August, wenn die Italiener “einfallen”. Nur ein Ort (Es Pujols) ist überlaufen, ansonsten sind hohe Gebäude verboten, und der Überbesiedlung wird wirkungsvoll Einhalt geboten, was für Spanien sicher nicht selbstverständlich ist. Die Strände sind attraktiv, und man lernt schnell Leute kennen, auch wenn die Hippie-Atmosphäre natürlich der Vergangenheit angehört. Leider ist die Insel inzwischen recht teuer geworden. Beste Reisezeit: Mai-Juni oder September. LA GOMERA Wesentlich ruhiger als die Nachbarinsel Teneriffa. Das berühmte Valle Gran Rey im Süden wird von deutschen Individualtouristen, meist mittleren Alters, dominiert. Ansonsten ist die Landschaft sehr eindrucksvoll, die schwarzen Sandstrände sind allerdings Geschmackssache und außerdem dünn gesät. Die Einheimischen sind für Spanier relativ verschlossen. Das Klima ist dafür das ganze Jahr über angenehm, wobei ich die Monate im Spätwinter vorziehe. HISPANIOLA (DOMINIKANISCHE REPUBLIK/HAITI) Eine Insel mit großen Gegensätzen, einer sehr liebenswürdigen Bevölkerung und ziemlich günstigen Preisen. Eine laute, ziemlich verschmutze Hauptstadt Santo Domingo, Massentourismus im Norden (Puerto Plata, Sosúa), und leider breiten sich auch immer mehr Ferienclubs aus. Doch die Insel ist groß genug, um auch abgelegene Orte zu erkunden, wobei das Beherrschen der spanischen Sprache empfehlenswert ist. Für Lateinamerika hält sich die Kriminalität in Grenzen, vor allem in den weniger besiedelten bzw. weniger touristischen Gebieten. Besonders gefallen mir die Provinzen Barahona im Südwesten und Samaná im Nordosten. In das Nachbarland Haiti bin ich nur einmal gereist, wobei mich die große Armut, auch verglichen mit der Dom Rep, doch ziemlich schockiert hat. Auch auf Hispaniola empfehle ich den Spätwinter, denn im Sommer ist es sehr heiß, und im Herbst besteht immer Hurricane-Gefahr.
Herrmann, 07.11.2007
5. Trauminseln
Da habe ich mehrere, die ich nicht nennen möchte, weil einsam und trotzdem von vielen schon entdeckt und so nenne ich doch eine, weil sie inzwischen von einer Fähre angelaufen wird von Göteborg aus "Vinga" heißt der von Göteborg weitest entfernte Felsenhaufen
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