Romantik-Reiseziele: Drei Tipps für den Valentins-Urlaub 

Darf es echte Fischerdorf-Romantik in Island sein? Oder einsame Paradiesinseln in Indonesien? Vielleicht ein Urlaub auf den Spuren von "Dirty Dancing"? Zum Valentinstag präsentiert das Reiseressort seine besten Tipps für Urlaub zu zweit.

Liebesnester: Die besten Valentinstags-Ziele Fotos
Stephan Orth

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USA: Mein Baby gehört zu mir!

Es gibt keinen besseren Ort für einen Valentinsausflug als Lake Lure. Nicht nur weil das verschlafenen Städtchen im US-Bundesstaat North Carolina malerisch an einem riesigen See liegt und der Mobilfunkempfang dank der Blue Ridge Mountains stellenweise gegen Null geht. Der Grund ist ein anderer. Hier wurde einst eine der größten Kinoschmonzetten aller Zeiten gedreht: "Dirty Dancing".

Als perfekter Unterschlupf bietet sich das Lake Lure Inn and Spa an. In dem Hotel, das bereits 1927 seine Pforten öffnete, stieg damals das Filmteam ab. Die Suiten in denen die Hauptdarsteller Patrick Swayze und Jennifer Grey wohnten, tragen heute die Namen der Schauspieler. Romantischer ist aber eine Übernachtung in "Johnny's Cabin". Das Blockhäuschen steht hinter der Herberge, ist dem Unterschlupf des fiktiven Tanzlehrers aus "Dirty Dancing" nachempfunden - und eignet sich hervorragend als Liebesnest.

Aktionsfreudige Paare schnappen sich ein Boot, fahren quer über den See zur Firefly Cove, springen dort ins Wasser und praktizieren Leibesertüchtigung. Denn in der kleinen Bucht entstand damals eine der besten Szenen des Films - die, mit der Hebefigur.

In der Firefly Cove gibt es noch mehr Drehorte zu besichtigen. Zum Beispiel die Steintreppe auf der "Baby" einst ihre Tanzschritte übte und so herrlich aus dem Takt geriet. Zwar ist das Grundstück im Privatbesitz, aber wer nett fragt, darf meist zu Besuch kommen. Schließlich ist auch der Eigentümer ein riesiger "Dirty Dancing"-Fan.

Danach sollte man sich wieder ins Hotel begeben, einfach die Zeit seines Lebens genießen, ein paar Wassermelonen tragen und von Zeit zu Zeit Sätze wie "Mein Baby gehört zu mir!" in die Konversation einflechten.

Denis Krick

Togean-Inseln: Backpacker-Inselromantik mit Herz

"Zeigen Sie uns das beste Zimmer, das Sie haben." Es fühlt sich gut an, diesen Satz zu sagen, das habe ich noch nie gemacht. Frauen mögen Männer, die so reden, und auf Kadidiri, einer der indonesischen Togean-Inseln, geht das sogar, ohne dass man dafür Opas goldene Uhr verpfänden muss.

Das freistehende Apartment namens "Sunset", zu dem uns der Angestellte des "Kadidiri Paradise" führt, ist eine holzgewordene Urlaubskatalogphantasie: eigener Steg zum Schnorchelwasser voller Buntfischgewusel, King-, nein Kingkong-Size-Bett mit weißem Vorhang, damit die Moskitos nicht reingucken können. Dazu ein Badezimmer mit halboffenem Dach und hereinwachsender Palme, das einem Location-Scout für Duschgel-Werbespots die Freudentränen in die Augen treiben würde. Nur die herzförmige Koralle im Wasser vor dem Holzsteg ist ein wenig übertrieben.

Wir sind schon seit drei Wochen unterwegs in Indonesien, haben viele Stunden in altersschwachen Reisebussen und auf knatternden Auslegerbooten verbracht. Für die letzten Tage auf den Togeans, berühmt für Tauchspots, unverdorbene Tropeninsel-Einsamkeit und riesige Kokoskrebse, wollten wir uns mal was gönnen. 70 Euro kostet das Doppelzimmer pro Nacht mit Vollpension, für indonesische Verhältnisse ein Vermögen. Im Frühstücksraum schüren die Mitarbeiter den Sozialneid, indem sie nur den "Sunset"-Bewohnern ein köstliches Ei servieren, während sich die anderen Gäste mit Papayas und Müsli begnügen müssen.

Mehr Extras gibt's nicht, mittags und abends kommt für alle das gleiche auf den Tisch, von Barrakuda-Filet bis Tintenfischsuppe, die Tagesform des Kochs ist allerdings ein wenig wechselhaft. Kadidiri liegt eben doch sehr viele Bootsstunden weg von der nächsten Ortschaft, die Versorgungslage ist etwas beschränkt, das ist der Preis der Einsamkeit. Auch der etwas gemächliche Service hat wenig mit dem zu tun, was Luxushotels auf Mauritius oder den Malediven bieten. Dafür setzen die Putzfrauen ihre Besen virtuos beim Verjagen handgroßer Spinnen ein: So ein bisschen Nervenkitzel ist ja auch romantisch, irgendwie.

Stephan Orth

Island: Liebeskummer verboten

Irgendwie gehen romantische Planurlaube doch immer in die Hose: Entweder sie fangen schon mit Streit an, das Hotelzimmer erinnert an ein Verlies - oder die Bucht schillert gar nicht so schön blau wie im Katalog. Umso besser, wenn die Erwartungen gering sind, und der Urlaubsort nicht als ultimatives Ferienziel für die Flitterwochen angepriesen wird. Der perfekte Ort für einen Trip zu zweit ist einer, der Luft lässt für eigene Erlebnisse. Für eine Stimmung, die heimeliger ist als in jedem Reiseführer beschrieben. An dem Liebeskummer verboten ist. Ein Ort wie Stykkishólmur.

Das Fischerörtchen im Westen Islands ist eine romantische Tabula rasa. Garnelen spielen eine große Rolle, Glanz und Glamour dagegen nicht. Das Tausend-Einwohner-Städtchen fällt eigentlich nur auf, weil es mit seinen bunten Häuschen einen fröhlichen Kontrast zum tiefblauen Breiðafjörður bildet. Als hätte ein Maler seinen Pinsel in den Tuschkasten gehalten und Farbtupfer an das Ufer des Fjords gesetzt, an dem Stykkishólmur liegt.

Bei einem Spaziergang durch die Straßen des Ortes ist kein Mucks zu hören, nur Möwengeschrei. Wenn man die einzige Autowerkstatt, den einzigen Supermarkt, das einzige Museum gesehen hat - in dem übrigens das Wasser isländischer Gletscher in Plexiglassäulen gezeigt wird -, dann gibt es nur noch einen Publikumsmagneten: den Leuchtturm.

Er schickt sein Licht von der vorgelagerten Insel Súgandisey in den Fjord. Der Basaltfelsen, auf dem er steht, ist über einen Damm mit dem Küstenstädtchen verbunden, so dass man ihn vom Hafen aus zu Fuß in wenigen Minuten erreichen kann. Keine fünf Meter ragt das runde rote Türmchen in den blauen Himmel und doch hat dieser Ort etwas Großes an sich. Ist es die exponierte Lage? Der weite Blick auf das raue Meer? Das Licht, das im Sommer auch die Nacht erhellt?

In den dunkleren Monaten werden es Liebespaare nicht all zu lange da draußen aushalten. Wenn der Wind schneidet, ist es Zeit für ein Abendessen bei Kerzenschein. Erste Wahl ist das Narfeyrarstofa, ein in einem grünen Holzhäuschen untergebrachtes Lokal, das "das Beste aus dem Breiðafjörður" serviert, wie es auf der Speisekarte heißt: leckere Meeresfrüchte und Fischsuppe.

Hier bleiben eigentlich keine Wünsche offen - und wenn doch, müssen Verliebte am nächsten Tag noch einen Hügel besteigen: den 73 Meter hohen Helgafell. Laut der isländischen Sagas hat er magische Fähigkeiten. Wer ihn zum ersten Mal besteigt, hat drei Wünsche frei - vorausgesetzt er beginnt den Aufstieg an einer bestimmten Stelle neben einem Friedhof und er schweigt während der Mini-Wanderung. Was man sich wünscht, darf niemand erfahren - auch der Liebste nicht.

Julia Stanek

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