VIP-Hotels in den USA Wo US-Präsidenten träumen

Fliegenfischen, im Pazifik baden und Pizza essen: US-Präsidenten machen im Urlaub Dinge, die auch normale Amerikaner tun. Wo aber schlafen sie? Hier sind die Lieblingshotels von Obama, Carter, Coolidge und Co.

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Als Noch-Präsident Barack Obama im Jahr 2008 Wahlkampf in Montana machte, gab er den Bewohnern des Staates ein Versprechen: Sollte er gewinnen, so wolle er nach Montana zurückkommen und das Fliegenfischen lernen. Nun wird im Wahlkampf traditionell viel versprochen - und nicht alles kommt schließlich auf die Agenda. In diesem Fall aber hielt der 44. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika sein Wort.

Im Sommer des darauffolgenden Jahres klingelte bei Dan Vermillion, der in Livingston, Montana, als Tourguide für Fliegenfischer arbeitet, das Telefon. Der Secret Service wollte ihn sprechen. Man habe da einen berühmten Touristen, der gerne von ihm das Fliegenfischen lernen wolle - ob er denn bereit wäre, sich dafür eines eingehenden Sicherheitschecks zu unterziehen.

Wer der besondere Gast sein würde, erfuhr Vermillion erst, als Barack Obama ihm zur Begrüßung die Hand entgegenstreckte. Keine Reporter und keine Fernsehkameras durften mit auf das Boot. "Der Präsident wollte das Fliegenfischen genießen und keinen Medienrummel", verriet sein Lehrer später der "Billings Gazette". "Für einen Anfänger hat er sich ganz geschickt angestellt."

Manchmal wollen auch Präsidenten ganz einfach nur Ferien machen - fernab des Protokolls. "Wenn Präsident Clinton nach Wyoming kam, wohnte er meist bei Freunden", sagt Kent Elliot von der Handelskammer Jackson Hole. "Er versuchte alles, um möglichst keinen großen Wind um seinen Aufenthalt zu machen. Man sah ihn dann manchmal mit seiner Familie im Kino oder in der Pizzeria."

Urlaub mit Geheimdienst und Waschbär

Gelegentliche Ausflüge in die Natur oder zu Freunden waren dagegen für Calvin Coolidge, der von 1923 bis 1929 als 30. Präsident der USA im Amt war, zu wenig. Als er im vierten Jahr seiner Amtszeit für ursprünglich drei Wochen in die State Game Lodge im Custer State Park in South Dakota zog, verliebte er sich so in die Gegend, dass er gleich drei Monate blieb - und die Hütte zu seinem "Weißen (Sommer-)Haus" machte.

Im Schlepptau hatte er nicht nur seine Frau Grace, seinen Sohn John, die zwei Border Collies und einen zahmen Waschbären, sondern auch einen ganzen Tross von Beratern, Secret-Service-Mitarbeitern, politischen Weggefährten und Journalisten. Sein Büro richtete er sich in den Räumen der Highschool von Rapid City ein.

Dass Coolidge so lange blieb, verdankten die Einwohner des Städtchens einem Trick: Jede Nacht setzten sie Hunderte von Forellen in dem kleinen Bach aus, der an der State Game Lodge vorbeifließt. Der begeisterte Angler Coolidge war schwer beeindruckt von diesem Fischreichtum - und ließ sich hinters Licht führen.

Noch heute können Gäste in den Räumen übernachten. Viel geändert hat sich seit Coolidges Zeiten nicht: Für die Feuerstelle vor der Hütte liegt immer ein Bündel Holz bereit, und nachts kommen die Rehe auf die Wiese vor dem Haus. 1953 verbrachte auch Präsident Dwight D. Eisenhower einen Urlaub in der State Game Lodge.

Flitterwochen auf Sea Island

Auch im Luxusresort The Cloister auf Sea Island vor der Küste des Bundesstaats Georgia gingen in den vergangenen Jahrzehnten Politpromis ein und aus. Der 39. Präsident der USA, Jimmy Carter, stellte hier sein erstes Kabinett zusammen, George W. Bush lud zum G8-Gipfel und sein Vater George H. W. Bush feierte mit seiner Frau Barbara sowohl 1945 die Flitterwochen als auch 50 Jahre später seine Goldene Hochzeit auf der Insel. Da die Insel nur Gästen des Resorts Zutritt gewährt, hat der Secret Service es hier wesentlich leichter, für die Sicherheit des Staatsoberhauptes zu sorgen.

Weniger exklusiv geht es im Plains Historic Inn zu, das Jimmy Carter nach seiner Amtszeit selber eröffnet hat. Das Hotel, das sich in seinem Geburtsort Plains befindet, einem 800 Seelen-Dorf in Georgia, betreibt er gemeinsam mit seiner Frau Rosalynn.

Die Gäste können zwischen sieben Zimmern wählen, die jeweils im Stil einer Dekade - von den Zwanziger- bis Achtzigerjahren - eingerichtet sind. Und wer übers Wochenende bleibt, könnte sogar Glück haben und den Ex-Präsidenten persönlich treffen - bei seiner Bibelstunde, die er hier an manchen Sonntagen abhält.

Welche weiteren US-Hotels zwischen Hawaii und Georgia bereits hohen Besuch aus Washington hatten, sehen Sie in dieser Fotostrecke - darunter sind luxuriöse Strandresorts, Hütten und Häuser aus Holz und ein Anwesen in den Blue Ridge Mountains.

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