U-Bahnen weltweit: Glamour am Gleis

U-Bahnen befördern nicht nur Passagiere, sondern begeistern diese auch: Städte auf der ganzen Welt machen ihre Metrosysteme zu wahren Attraktionen. Manche schillern futuristisch, in Stockholms Untergrund gibt es einen Seerosenteich - und in Shanghai ähnelt er einem Freizeitpark.

U-Bahnen: Die schönsten Metrostationen der Welt Fotos
AFP

Mit der Einsendung erklärt der Absender, dass er die Rechte an den Fotos besitzt, mit der Veröffentlichung einverstanden ist und die Allgemeinen Nutzungsbedingungen akzeptiert.

* optional

Vielen Dank!
Ihr Tipp wurde gespeichert - in wenigen Minuten können Sie ihn auf der Karte sehen.

Tipp mitteilen

Facebook Twitter Tipp versenden
Beitrag melden

Begründen Sie knapp, warum es mit diesem Beitrag ein Problem gibt.

Hier geht's zur großen Reise-Weltkarte

Ob Westminster, Piccadilly oder Bond Street: Magnete, Postkarten oder T-Shirts mit einem der 270 Haltestellenschilder der Londoner Untergrundbahn sind ein beliebtes Andenken. Zu Recht: Sie ist die älteste U-Bahn der Welt. 2013 feiert sie ihren 150. Geburtstag. Täglich verzeichnet die Tube (englisch für Röhre), wie die Underground umgangssprachlich heißt, im Schnitt 3,2 Millionen Fahrgäste.

Nur 45 Prozent der 402 Kilometer langen Strecke verlaufen allerdings tatsächlich unter der Erde. Vor allem außerhalb der Innenstadt verkehren die Züge an der Oberfläche. Lediglich die Victoria Line und die Waterloo & City Line werden komplett unterirdisch geführt. Anlässlich des Jubiläums zeigt das London Transport Museum ab Februar unter dem Titel "Poster Art 150" eine Ausstellung über Werbeplakate der Tube.

München: Futuristische Freiheit

Die U-Bahn von München reiht sich mit ihren Design-Stationen in die Riege der sehenswerten U-Bahnen ein. Beispielsweise der Bahnhof Georg-Brauchle-Ring: Die farbenfrohe Wandgestaltung macht das Warten auf den Zug zum Erlebnis. Mit Licht wird dagegen am Halt Candidplatz raffiniert gespielt (beide Stopps auf der Linie der U1). Und im U-Bahnhof Hasenbergl (U2) wird ein weißes linsenförmiges Deckensegel von Lichtelementen in Szene gesetzt.

Reduziertes Design, klare Farben und knallige Lichteffekte machen die U-Bahnstation Westfriedhof zu einem stimmigen Gesamtkunstwerk. Futuristisch geht es in der Station Münchner Freiheit zu: Lichtdesigner Ingo Maurer spielte virtuos mit Spiegeln und der Farbe Blau.

Shanghai: U-Bahn der Superlative

Die Metro von Shanghai hat sich nicht nur zum größten Metrosystem der Welt gemausert. Sie ist auch eines der modernsten und technisch fortschrittlichsten. Hier wird jede U-Bahnfahrt zu einem Erlebnis: Wenn die Waggons durch Lichtröhren und -spiralen von Stopp zu Stopp sausen, fühlt sich mancher wie in einem Fahrgeschäft im Vergnügungspark. Das Streckennetz der Metro Shanghai summiert sich zu 420 Kilometern und besteht derzeit aus elf Linien. Bis 2020 ist ein Ausbau auf die doppelte Kapazität vorgesehen.

Stockholm: Ab in die Steinzeit

Die "Tunnelbanan" in Stockholm ist eine einzige Ausstellung. Hunderte von Künstlern der unterschiedlichsten Stilrichtungen haben 90 der 100 U-Bahnhöfe mit Skulpturen, Lichtinstallationen, Gemälden, Mosaiken, Gravuren, Reliefs, Grotten, grünen Gärten, Seerosenteichen und Höhlen derart verschönert, dass einen nichts nach oben ins Sonnenlicht drängt. Viele der in den Fels gesprengten Stationen wurden im Naturzustand belassen und bunt bemalt. Kein Wunder, dass sich so mancher Fahrgast in die Steinzeit zurückversetzt fühlt. Besonders zu empfehlen: die blaue Linie.

Lissabon: Werke von Hundertwasser und Calatrava

U-Bahnfahrer in Lissabon begeben sich auf eine Reise durch die zeitgenössische Kunst. Beinahe die gesamte Kunstelite des Landes, aber auch internationale Stars wie Friedensreich Hundertwasser haben mit Skulpturen, Wandgemälden und Kunstwerken aus Kacheln den Untergrund in eine Sehenswürdigkeit verwandelt. "Bäume" aus Stahl und Glas zieren beispielsweise die Bahnhofsstation Oriente im Lissaboner Stadtviertel Parque das Nae. Den imposanten Bau entwarf Stararchitekt Santiago Calatrava.

Wien: Jugendstil-Tore führen in die Unterwelt

Nicht nur oberirdisch glänzt Wien mit spektakulär schöner Architektur. Auch die U-Bahnen in Österreichs Hauptstadt sind wahre Sehenswürdigkeiten - zumindest deren Eingänge. Sie sind Überbleibsel der in den Jahren 1893 bis 1901 vom großen Jugendstil-Architekten Otto Wagner gebauten Stadtbahn, die in das heutige U- und S-Bahnnetz integriert ist. Zu den schönsten Stationen zählen Schönbrunn, Kettenbrückengasse, Karlsplatz, Währinger Straße, Ottakring und Gumperndorfer Straße.

Neapel: Unterirdische Kunstgalerie

Im italienischen Neapel heißt es für die Passagiere der Metropolitana di Napoli: Augen auf! Einige Stationen sind als Metro-Museen konzipiert worden. In den Tunneln unter der Stadt sind zeitgenössische Werke von 26 italienischen Künstlern ausgestellt. Besonders eindrucksvoll geraten sind die Bahnhöfe Dante, Museo, Materdei, Salvator Rosa, Quattrogiornate und Rione Alto der Linie 1. Sie bildet eine kilometerlange, freizugängliche Galerie moderner Kunst.

Moskau: Barocke Pracht mit Lüstern

Viele bezeichnen die Metro in Moskau als die schönste der Welt. Sie wurde 1935 eröffnet und hat 185 Stationen. Einige davon präsentieren sich den Fahrgästen als architektonische Kunstwerke, mit Marmor und Granit, Mosaiken und Skulpturen. Adelspaläste wurden unter Stalin von den Bolschewiken geplündert, um die "Moskowskij Metropoliten" auszustatten. So kommt die unterirdische Station Komsomolskaya wie ein Barockschloss daher, mit Mosaiken an den Wänden und Lüstern von den Decken. Neun Millionen Menschen werden täglich in Moskau unterirdisch von A nach B gebracht.

Brigitte von Imhof/srt

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 2 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Shanghai
Antares42 05.12.2012
Shanghai: "Wenn die Waggons durch Lichtröhren und -spiralen von Stopp zu Stopp sausen, fühlt sich mancher wie in einem Fahrgeschäft im Vergnügungspark." Da muss ich aber was verpasst haben, wo ich doch auf fast allen Linien östlich und westlich des Huangpu-Flusses unterwegs war. Verwechselt die Authorin eventuell die Metro mit dem völlig überteuerten Touristentunnel unter dem Fluss? http://www.youtube.com/watch?v=XQp0RE4FL4A
2. Hamburg
lini71 05.12.2012
Um die Ecke vom Spiegel Gebäude fährt die U4 in Hamburg. Die Stationen sind auch mehr als hübsch. Sind aber wohl zu dicht vor der Nase, und werden deshalb nicht wahrgenommen. :-)
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Reise
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Fernweh
RSS
alles zum Thema U-Bahnen
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 2 Kommentare