Vulkan Pacaya: Glühende Lavaströme ziehen Touristen an

Rotglühende Lava und ein rauchender Vulkan: Tausende Touristen zieht es zum jüngst ausgebrochenen Pacaya in Guatemala. Obwohl der Zugang längst gesperrt ist, suchen sich die Risikofreudigen ihre eigenen - gefährlichen - Wege zum Naturschauspiel.

Vulkan in Guatemala: Für einen Euro zu den Lavaströmen Fotos
AP

Los Pocitos - In Scharen strömen Touristen zu dem vor zwei Wochen ausgebrochenen Vulkan Pacaya auf Guatemala. Die glühend heiße Lava, die nun den Hang hinunterfließt, bietet vor allem bei Nacht ein imposantes Naturschauspiel. Der Katastrophenschutz warnt allerdings vor der Lebensgefahr, in die sich die Vulkanbesucher begeben.

Der offizielle Weg, der durch den Pacaya National Park zum Vulkan führt, wurde zwar bereits vor dem Ausbruch gesperrt. Aber die Touristen umgehen diese Route. Im Dorf Los Pocitos finden sie Einheimische, die sie für rund einen Euro pro Person zu den Lavaströmen führen. "Über 2000 Menschen kamen am vergangenen Wochenende", sagt Lourdes Barillas. Er sammelt Spenden, die nach dem Vulkanausbruch den Wiederaufbau von Hunderten zerstörten Häuser unterstützen sollen.

Obwohl bei der jüngsten Explosion Ende Mai ein Journalist im Gesteinshagel ums Leben kam, nehmen die Touristen die Gefahr nicht wahr, die von dem lavaspeienden Pacaya ausgeht. "Ich habe keine Angst, denn wir sind mit einem erfahrenen Guide hierhergekommen", sagt die Spanierin Ana Villen. Viele ausländische und inländische Besucher fühlen sich sicher, da auch immer noch Hunderte Einwohner in der direkten Umgebung des Vulkans wohnen.

Währenddessen sehen Tourveranstalter im nahegelegenen Antigua ihre Einkünfte schwinden. Sie führen normalerweise ihre Gruppen nach Pacaya und dringen auf eine baldige Öffnung des Parks. Bewohner des Dorfes Los Pocitos jedoch haben in den vergangenen Tagen das Wachsen der Lavaströme beobachtet. Dorfbewohnerin Amalia Colindress sagt: "Der Fluss wird immer größer. Lavaströme gab es zwar auch schon vorher, aber nie so heftig wie jetzt."

Während einer Nacht, in der die Touristen das Naturschauspiel bestaunten, hielten 30 Einheimische eine Prozession ab und beteten dafür, dass die glühende Lava keine weiteren Häuser zerstört.

jhe/apn

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