Zehn Vulkantouren weltweit Spiel mit dem Feuer

Ba-da-bung! Der Bárdarbunga macht zurzeit seinem Namen alle Ehre und spuckt mitten in Island glühende Lava meterhoch in die Luft. Rund um die Welt können Fans Vulkanen ganz nah kommen - zehn Touren zu heißen und kühleren Kegeln.

AP

Berlin - Seit zwei Wochen spielt der Vulkan Bárdarbunga mitten auf Island mit dem Feuer und rumort vor sich hin. Am Sonntag kam es zu einer "kleinen Eruption", wie die Forscher sagen. Glühende Lava spritzte aus einer Felsspalte Dutzende Meter hoch, Dampf stieg in die Luft. Ein beeindruckendes Schauspiel.

Vulkane sind lebensgefährlich und von bizarrer Schönheit zugleich, sie bringen Tod und Verwüstung, ihre düngende Asche aber auch neues Leben. Ihr Rumpeln verbreitet Schrecken - und doch üben sie eine besondere Faszination auf jeden aus, der sie aus der Nähe erlebt. Rund um die Welt gibt es aktive Kegel und solche, die ihre Hochzeiten schon lange hinter sich haben. Und immer sind sie eine Reise wert.

Wir stellen zehn Touren zu Vulkanen vor - von Kilauea bis Snæfellsjökull:

Hawaii Volcanoes National Park auf Hawaii: Cocktail mit Feuerwalze

Big Island ist heute die einzige vulkanisch aktive Insel Hawaiis. Der Kilauea und sein Nebenkrater Puu Oo überziehen seit 1983 den Nordosten der Insel mit Lava - bisher etwa 3,3 Millionen Tonnen. Damit gehören sie zu den aktivsten Vulkanen der Welt.

Die langsam kriechende Feuerwalze lässt sich am besten per Helikopter beobachten. Stilvoller, nämlich mit einem Cocktail in der Hand, lässt sich der Feuerschweif von der Lounge des Volcano House Hotels betrachten. In der Nähe, am Rand des Kraters, beginnt der etwa sechs Kilometer lange Kilauea Iki Trail, der über einen erstarrten Lavasee zur Thurston Lava Tube führt, einem unterirdischen Tunnel, durch den einst Lava floss.

Yellowstone National Park in den USA: Spuckende Geysire

Der Yellowstone-Nationalpark mit einer Ausdehnung von 80 mal 55 Kilometern liegt in der Caldera eines Supervulkans, der zuletzt vor 640.000 Jahren die Erde in eine Eiszeit katapultierte. Spätestens im Film "2012" erfuhren Kinobesucher, dass der nächste Ausbruch des Supervulkans überfällig ist.

Doch noch kann man sich auf wunderbaren Wanderwegen an den zischenden, sprudelnden und farbenfreudigen Naturwundern erfreuen. Besonders beeindrucken die Wanderwege vom Geysir "Old Faithful" zum "Morning Glory Pool" oder über die Kalksinterterrassen der "Mammoth Hot Springs". Jährlich strömen mehr als drei Millionen Besucher in den Nationalpark.

Piton de la Fournaise auf La Réunion: Hotspot im Ozean

Der Außenposten Frankreichs im Indischen Ozean verdankt seine Existenz einem Hotspot in der Erdkruste, der die Vulkaninsel aus dem Meer wachsen ließ. 160 Mal ist der heute 2621 Meter hohe Piton de la Fournaise seit 1640 ausgebrochen. Ein Helikopterflug bringt die Vulkan-Fans über den Schlund des Vulkans, aber auch eine Wanderung am Rande des Kraters verschafft Respekt.

Ätna in Italien: Lava vorm Stiefel

Der Ätna auf Sizilien ist mit 3323 Meter Höhe Europas größter und aktivster Vulkan. Zusätzlich zu den vier Gipfelkratern hat er etwa 400 Nebenkrater und Lavagrotten geschaffen, wodurch er nicht nur fantastische Panoramablicke von ganz oben bietet, sondern auch reizvolle Wanderungen an den Flanken ermöglicht.

Empfehlenswert ist die östlich gelegene Grotta del Gelo oder Eisgrotte. Bis auf 2900 Höhenmeter führt eine Seilbahn. Interessant sind auch von den Ätna-Bergführern angebotene Gipfelwanderungen.

Anak Krakatau in Indonesien: Das Kind des Giganten

Eine der gewaltigsten Vulkaneruptionen der jüngeren Geschichte ereignete sich 1883 in der Meerenge zwischen Java und Sumatra. Der Krakatau schleuderte 20 Kubikkilometer Gestein und Asche in die Luft, wobei der Vulkan implodierte und einen 40 Meter hohen Tsunami verursachte. Am Rand der Caldera erblickte zwischen 1927 und 1930 das Kind des Krakatau, der Anak Krakatau, das Licht der Welt, der heute zu den aktivsten Vulkanen weltweit gehört.

Ein Betreten der Insel ist nicht zu empfehlen, einige Veranstalter arrangieren aber Bootstouren bis in ihre Nähe.

Popocatépetl in Mexiko: Der heiße Zwilling

Der Popocatépetl (5462 Meter) bildet gemeinsam mit dem benachbarten Iztaccíhuatl (5230 Meter) einen Zwillingsvulkan. Seit der Jahrtausendwende ist der Popocatépetl äußerst aktiv und daher für Wanderer und Bergsteiger gesperrt. Mexiko-Reisende haben aber vom derzeit inaktiven Nachbarvulkan Iztaccíhuatl einen wunderbaren Blick auf den größeren Bruder.

Cotopaxi in Ecuador: Humboldts Schwarm

"Der Cotopaxi hat die schönste und regelmäßigste Form unter allen colossalen Spitzen der hohen Anden", schwärmte bereits Alexander von Humboldt. Wie zu Zeiten Humboldts startet auch heute eine Tour zur Straße der Vulkane meist in Quito. Vom Eingang des Nationalparks geht es dann über Serpentinen zu einem kleinen Parkplatz auf 4500 Höhenmetern, von dem aus Bergsteiger den 5897 Meter hohen Cotopaxi in Angriff nehmen. Der Gipfel ist einer der meistbesuchten Südamerikas.

Snæfellsjökull in Island: Tor zur Unterwelt

Der französische Schriftsteller Jules Verne machte den Vulkan mit seinem Roman "Reise zum Mittelpunkt der Erde" berühmt, indem er ihn als Einstieg in die Unterwelt beschrieb. Im Westen der Halbinsel Snæfellsnes gelegen, ist der 1446 Meter hohe Snæfellsjökull Sinnbild für die Insel aus Feuer und Eis, denn seinen einstigen Feuerschlund bedeckt eine große Schnee- und Eiskappe.

Eine Gipfelbesteigung ist nicht unbedingt notwendig, um einen Eindruck zu erhalten. Schon eine Wanderung im Nationalpark an der Küste von Hellnar zwischen bizarren Lavakegeln und prächtigen Lavabrücken im Meer ist ein tolles Erlebnis.

Pico del Teide in Spanien: Aufstieg per Seilbahn

Spaniens höchster Vulkan schlummert seit mehr als hundert Jahren auf der Kanareninsel Teneriffa. Stolze 3718 Meter ragt er über den Meeresspiegel hinaus. Wer den Teide besteigen möchte, benötigt eine Erlaubnis oder nutzt die Seilbahn, die allerdings bei schlechtem Wetter nicht arbeitet.

Auch in der umgebenden Caldera mit 17 Kilometern Durchmesser gibt es wunderbare Wanderwege. Besonders beeindruckend sind die Felsformationen Roques de Garcia, die man auf der Landstraße TF-21 erreicht.

Galapagos-Archipel in Ecuador: Evolution zum Zugucken

Auf den Galapagos-Inseln wird das Werden und Vergehen von Vulkanen besonders augenscheinlich. Während im Süden neue Inseln aus dem Meeresboden wachsen, versinken ihre alten Schwestern im Norden wieder in den Fluten. Auf Santa Cruz kann man durch hohle Lavakanäle wandern und urzeitlichen Kreaturen begegnen. Riesenschildkröten kämpfen sich panzergleich durch das bis zu 900 Meter aufragende Hochland.

Michael Juhran/dpa/abl

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insgesamt 15 Beiträge
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Seite 1
raber 01.09.2014
1. Guatemala-Vulkane fehlen
Mehrere in der Nähe der Hauptstadt und so viele beisammen, dass es richtig Spass macht. Deshalb ist Vulkan-Besteigen für Touristen in diesem Land auch interessant. Definitiv sollte SPON es beim nächsten Mal mit aufnehmen.
hinschauen 01.09.2014
2. Bada Bing
Nicht nur Barda Bungar - auch beim Bada Bing sollte man aufpassen, da kommt es immer wieder zu gewaltigen Eruptionen.
Layer_8 01.09.2014
3. Da fehlen noch ein paar
- Ganze Insel Santorini (Griechenland) ist ein Vulkan - Ercyes Dag und Nemrut Dag, Türkei - Supervulkan Toba auf Sumatra - Merapi und Bromo auf Java - Rinjani auf Lombok (auch Indonesien) - 3 "Nebenvulkane" des Supervulkans Taupo auf NZ: Ngauruhoe, Tongariro und Ruapehu. Die im Artikel beschriebenen kenne ich leider nicht, jedoch sind Vulkantouren wirklich die geilsten Touren :D
Gregor Gerland 01.09.2014
4. Teide nur mit Genehmigung
Für die Besteigung des Teide-Gipfels ist in jedem Fall eine Genehmigung der Nationalparkverwaltung erforderlich. Auch und gerade, wenn man für das erste Stück die Seilbahn nimmt (nicht "oder"!). Maximal 200 Personen pro Tag. Es wird rigoros kontrolliert. Wer den Zettel nicht hat, bleibt unten.
Gregor Gerland 01.09.2014
5. Teide nur mit Genehmigung
Für die Besteigung des Teide-Gipfels ist in jedem Fall die Genehmigung der Nationalparkverwaltung erforderlich. Auch und gerade, wenn man für das erste Stück die Seilbahn nimmt (nicht "oder"!). Maximal 200 Personen pro Tag. Es wird rigoros kontrolliert. Wer den Zettel nicht hat, bleibt unten.
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