Experten-Tipps für die Weltreise Bereit fürs große Abenteuer

One-Way-Flüge recherchieren, Krankenschutz vergleichen, einen Untermieter suchen: Nicht alles, was vor dem Abflug auf der To-do-Liste steht, macht Spaß. Doch wer eine Weltreise klug plant, spart Geld und Nerven.

Stefan Krieger / TMN

Klar, Reiseführer wälzen, Lieblingsunterkünfte mit Klebezetteln markieren, schon mal mit Google Earth an den Strand vorfliegen - all das bringt eindeutig mehr Spaß. Doch gerade wer zum ersten Mal auf Weltreise geht, sollte sich auch rechtzeitig um die etwas drögeren Reisevorbereitungen kümmern. Eine Übersicht:

Routenplanung: Der Klassiker für Weltreisende sind Around-the-world-Tickets. Doch sind sie auch wirklich die sinnvollste Lösung? "Wir haben nur einen Hinflug nach Bangkok gebucht", erzählt Reiseblogger Stefan Krieger, der gerade von eineinhalb Jahren Weltreise zurückgekehrt ist. Von der thailändischen Hauptstadt aus ging es auf dem Landweg oder mit günstigen Regionalflügen weiter in die umliegenden Länder. "Wir haben bewusst nicht zu viel vorab gebucht", sagt Krieger. Er rät: langsam reisen, sich Zeit lassen, lieber ein Land weniger als eines zu viel einplanen. Wichtig sei auch das mentale Auftanken zwischendurch. Sonst drohe schnell der "Reise-Burnout".

Die Wohnung und laufende Kosten: Soll sie nicht leerstehen, muss ein Zwischenmieter gefunden werden. Wer seine Wohnung aufgibt, muss die Möbel lagern. Wenn im Keller der Familie oder auf dem Speicher von Freunden kein Platz ist, gibt es Lagerräume, die man mieten kann. Die Post muss per Nachsendeauftrag an eine Ausweichadresse umgeleitet werden. Was oft vergessen wird: Viele Verträge, Handy oder Fitnessstudio, haben längere Kündigungsfristen.

Visa: "Je eher man sich kümmert, desto besser", rät Sebastian Kinzlinger vom Portal packliste-reise.de. In manchen Ländern dauert die Bearbeitung lange und ist teuer, das Visum wird nur von der Botschaft in Deutschland ausgestellt. Andere Länder erteilen Visa bei der Einreise. Oder man geht - wie Stefan Krieger - zum Beispiel in Thailand zur Botschaft von Vietnam und besorgt sich dort das Visum für das nächste Reiseziel.

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Luxus oder Low-Budget: Einmal um die Welt
Krankenversicherung: "Eine Auslandskrankenversicherung ist nicht so günstig, wie man sich das vorstellt", sagt Bianca Boss vom Bund der Versicherten. So kann die Police für einen Aufenthalt in Australien zwischen 200 und 250 Euro im Monat kosten, für Reisen in die USA und Kanada monatlich zwischen 250 und 400 Euro. Wer nach Südostasien will, zahlt allerdings deutlich weniger. Keinesfalls sollen Weltreisende auf die Police verzichten: "Der Versicherungsschutz ist existenziell", sagt Boss. Die Unfallversicherung gilt übrigens weltweit, die Haftpflicht dagegen meist nur für Europa.

Impfungen: Rechtzeitig einen Termin vereinbaren. Manche Impfstoffe, etwa gegen Tollwut, müssen mehrfach und in festgelegten Zeitabständen injiziert werden. Kinzlinger rät zu einem internationalen Notfallausweis. Ein Check beim Zahnarzt vor der Abreise ist ebenfalls sinnvoll.

Kreditkarten: Nicht jede Karte wird in jedem Land akzeptiert. Wer sicher gehen will, beschafft sich zum Beispiel eine Visa- und eine Mastercard. Krieger empfiehlt Reisekreditkarten von Direktbanken, mit denen Kunden auf der ganzen Welt kostenlos Bargeld abheben können.

Abmeldung beim Amt: Wer nicht als Student eingeschrieben ist, meldet sich am besten (telefonisch) bei der Arbeitsagentur ab. Während der Reise hat man dann keine Verpflichtungen - allerdings bezieht man auch kein Geld vom Amt. "Sie können sich nur arbeitslos melden, wenn Sie auch zur Verfügung stehen", erklärt Paul Ebsen, Sprecher der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg.

Wichtige Dokumente: Sie sollten eingescannt und online hinterlegt werden. "So hat man auch bei Verlust von Pass, Führerschein, Kreditkarte oder Versicherungsnachweis eine gute Chance, möglichst stressfrei weiterzukommen", schreibt Kinzlinger. Weitere wichtige Infos sind die Nummer zum Sperren der Kreditkarte, die TAN-Liste fürs Onlinebanking und die Notfallnummer der Krankenkasse. Ein paar Passfotos sind gut, wenn man unterwegs Visa beantragen muss.

Gepäck: Minimalistisch packen! Bei Kälte rät Krieger zum Zwiebel-Look, zu vielen dünnen Lagen, die man übereinanderziehen kann. Oder aber man deckt sich vor Ort mit der passenden Ausrüstung ein: "Wir haben in Nepal Trekking-Ausrüstung gekauft und nach unserem Trip dort wieder verkauft." Der Packlisten-Generator von Sebastian Kinzlinger ist ebenfalls eine praktische Entscheidungshilfe.

Gut dabeizuhaben: Ein internetfähiges Gerät hilft, unterwegs Reiseinfos zu suchen oder Unterkünfte zu buchen. Ladekabel und Speicherkarten für die Kamera bekommt man nach Kriegers Erfahrung fast überall.

Innere Einstellung: Krieger rät, keine zu hohen Erwartungen an eine Weltreise zu haben. "Dass man eine spirituelle Eingebung erwartet, davon sollte man sich verabschieden." Und: "Private Probleme lösen sich nicht wie von Geisterhand, nur weil man reist." Die große Reiseeuphorie lasse sich nicht mehrere Monate aufrechterhalten. Man wird sich auch mal schlecht fühlen, einsam, demotiviert. "Das ist ganz normal", sagt Krieger.

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Philipp Laage/dpa/ele

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