Wohnzimmer des Orients Von Teppich zu Teppich

Barbecue auf einem türkischen Berg, Tanz mit syrischen Junggesellen und die Nacht auf einem kurdischen Hausdach: Wer im Orient reist und Menschen kennenlernen möchte, braucht kein Profil bei einer Mitschlafzentrale. Wichtiger sind Offenheit und ein bisschen Zeit.

Christian Fuchs

Von Christian Fuchs und Greta Taubert


Träume aus Tausendundeiner Nacht werden im Orient nicht auf den Matratzen von SheratonHiltonRadisson-Hotelkomplexen wahr, sondern auf dem teppichbelegten Boden bei einfachen Familien. Dort wo die gesamte Sippe zusammenhockt, Tee trinkt, Wasserpfeife raucht und aus unzähligen Schüsselchen das Kichererbsenmus Hummus, arabischen Fattusch-Salat oder Butterreis mit Hühnchen isst.

Doch wie kommt man auf das Hausdach einer kurdischen Großfamilie oder in die Junggesellenbude eines syrischen Basketballprofis? Offenheit und ein wenig Zeit sind wichtiger als ein Profil bei westlichen Mitschlafzentralen im Internet, wie Couchsurfing oder Hospitality Club.

Die Couchsurfing-Idee, sich als Reisender vorher bei Privatleuten anzumelden, weil man ein paar Nächte auf fremden Fußboden nächtigen möchte, ist absolut un-arabisch. Im Mutterland der Gastfreundschaft trifft man sich auf der Straße, im überfüllten Minibus oder nachts beim illegalen Bemalen von Fußwegen. Unglaublich? Wir haben es erlebt.

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almani07 03.11.2009
1. Tourist sein oder das Land kennenlernen?
Der Artikel hat richtig herausgestellt, wie man, abgesehen von der Currywurst auf Mallorca, auch mal richtig Urlaub machen kann und noch dazu Land und Leute kennen lernt. Man sollte vorher natürlich einige Verhaltensweise studieren und wissen, was vor Ort tabu ist. Aber dann macht es richtig Spaß, wie in dem Artikel beschrieben. Nachahmung empfohlen!
nurEinGast 03.11.2009
2. Heute 08:19
Ja, wenn man in der Lage ist, sich auf die jeweiligen Länder einzustellen, kann man ein paar echt schöne/ interessante Sachen erleben. Und dass in der Realität eben doch nicht alles so schwarz/weiss ist wie man es bei dem täglichen Blick in die Zeitungen oder Glotze glaubt. In dem Bericht gibts beispielsweise Wodka- ich selbst hab im Urlaub nicht schlecht geschaut als die Gastgeber plötzlich mit ner Riesenkeksdose Gras ankamen...
Viva24 03.11.2009
3. Es gibt aber auch andere Erfahrungen!
Mancher erlebt eine Entführung und Raubrittertum Wer eine AK 47 mal an der Nase hatte, der weiss wie es sich anfühlt im Ausland bedroht zu werden. Wir laufen als Europäer in manchen Krisengebieten zu offen rum und sind teils Freiwild. Hier alle Reisen zu beschänigen finde ich nicht angebracht. Man sollte die Botschaften der BRD veranlassen, mal die Geschichten zu veröffentlichen und vorallem den Geldbetrag was das dem Staat kostet....
Sheherazade, 03.11.2009
4. couchsurfing
Hier vielleicht ein interessanter Link für Leute, die so reisen wollen: http://www.couchsurfing.org/
Sheherazade, 03.11.2009
5. ...
Zitat von Viva24Mancher erlebt eine Entführung und Raubrittertum Wer eine AK 47 mal an der Nase hatte, der weiss wie es sich anfühlt im Ausland bedroht zu werden. Wir laufen als Europäer in manchen Krisengebieten zu offen rum und sind teils Freiwild. Hier alle Reisen zu beschänigen finde ich nicht angebracht. Man sollte die Botschaften der BRD veranlassen, mal die Geschichten zu veröffentlichen und vorallem den Geldbetrag was das dem Staat kostet....
Na ja gut, aber das man z.B. im Irak oder in Afghanistan u.ä. zur Zeit eher nicht Urlaub machen sollte, müsste doch jedem der gesunde Menschenverstand sagen. Und grundsätzlich 100% sicher sind Sie nirgends, noch nicht einmal vor der eigenen Haustür.
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