Kifferfestival in Colorado High in den Rocky Mountains

Reich rüber den Joint! Die World Cannabis Week beginnt im April in Denver. Im US-Bundesstaat Colorado ist seit 2012 der Marihuana-Genuss legal. Ein Reiseveranstalter lockt nun die Kifftouristen in die Mile-High-City - das Fremdenverkehrsamt findet das überhaupt nicht lustig.

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Denver - Eigentlich fehlt nur das Kifferkomiker-Duo Cheech & Chong, dann wäre die World Cannabis Week in Denver perfekt. Das, was vom 17. bis 21. April in der "Mile-High-City" stattfindet, ist aber auch ohne die Pioniere des Stoner-Kinos ein Traum für jeden Freund des gepflegt gerollten Joints. Vor fast einem halben Jahr wurde in Colorado per Volksentscheid der Genuss von Marihuana legalisiert. Jetzt lockt zum ersten Mal eine organisierte Reise die Kifftouristen in den US-Bundesstaat.

Marihuana-Kochkurse, Hasch-Lab-Workshops, Raucher-Hotels und Besuche von Grasplantagen - solche Punkte stehen auf dem Programm, das sich die Veranstalter James Walker und Matt Brown ausgedacht hat. Weiterhin ist ein Konzert mit Künstlern wie Cypress Hill ("Dr. Greenthumb"), Method Man und Redman ("How High") eingeplant.

Absoluter Höhepunkt ist allerdings der erste offizielle Cannabis Cup in den USA, dessen großes Vorbild jedes Jahr im November in Amsterdam abgehalten wird. Dort werden die besten Marihuana-Sorten prämiert - und von den Besuchern ausgiebig getestet.

Viel Rauch um nichts?

Das Fremdenverkehrsamt von Colorado ist von der neuen Touristenklientel nicht unbedingt begeistert. Die Behörde lehnte es ab, das Event mit Marketingmaßnahmen zu unterstützen. Zahlreiche Reiseexperten befürchten, dass das Image des Bundesstaates durch solche Veranstaltungen Schaden nehmen könnte.

Brown schlägt allerdings in eine andere Kerbe. Er glaubt, dass solche Reisen dem seit 2011 stagnierenden Tourismus in Colorado auf die Sprünge helfen könnten. "Egal wie es läuft", sagte Brown der Zeitung "Denver Post". "Dies wird etwas Denkwürdiges, wo die Leute später sagen 'Ich war dabei'".

Sollten sich Cheech und Chong deshalb doch noch nach Colorado aufmachen wollen, haben sie allerdings Pech gehabt. Die World Cannabis Week war innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. Laut Veranstalter wurden mehr als dreimal so viel Tickets wie kalkuliert unter das Volk gebracht.

dkr

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insgesamt 30 Beiträge
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Seite 1
hanfbauer2 11.04.2013
1. Wenn die Amis langsam auf den Trichter kommen...
...dann kann es eigentlich nur noch 20 - 30 Jahre dauern, bis die Kriminalisierung der Kiffer auch hierzulande beendet wird. Vielleicht erlebe ich das noch ...
dirkozoid 11.04.2013
2.
Der Tourismus wird sicher schaden nehmen. Siehe Amsterdam. Das ist ja wie ausgestorben...
naeltard 11.04.2013
3. Es ist so traurig...
dass selbst die Amis mit ihrer Steinzeitmoral sich dazu durchgerungen haben es zu legalisieren (zumindest lokal begrenzt), und wir in Deutschland, dem Land der Rationalität und Pragmatik, immer noch das Hase und Igel Spiel mit der Polizei haben, obwohl das seit 50 Jahren schon langweilig ist...
felixbonobo 11.04.2013
4. darf doch wohl nicht wahr sein
Es wird sicher wieder einige geben, die das verharmlosen wollen, aber das der spiegel erst im april schreibt, das es schon im april ist, ist gemein. ;-)
andirasper 11.04.2013
5. Leider...
...ist die Lobby der Pharma und Kunst-Baumwollfaserindustrie in Deutschland zu groß als das mal ein denkender Politiker sich durchsetzen wird. Ich hatte ja mal Hoffnung in die Grünen gesetzt aber die mußten ja mit Herrn 'ich sauf mir mal die Hucke zu' Schröder und 'was interessiert mich mein Gewäsch von gestern' Schilly circle jerken...schade, also weiterhin kriminell oder Zellgift konsumieren (wobei mir das persönlich zu gefährlich ist).
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