Waldbrand Schließung des Yosemite-Nationalparks verursacht hohen Schaden

Immer noch hängt der Rauch der Waldbrände im Yosemite-Tal - aber Touristen können den berühmten US-Nationalpark wieder besuchen. Die dreiwöchige Schließung hat hohe finanzielle Schäden zur Folge.

DPA

Wochenlang hat ein Waldbrand den Zugang zum Yosemite-Nationalpark in Kalifornien versperrt. Jetzt können Urlauber wieder in den beliebten Naturpark reisen. Am Dienstagvormittag (Ortszeit) wurden die ersten Besucher in das von steilen Granitfelsen umgebene Tal hineingelassen.

Das westlich des Naturparks ausgebrochene "Ferguson-Feuer" hat seit Mitte Juli rund 390 Quadratkilometer Wald und mindestens neun Unterkünfte zerstört. Zwei Feuerwehrleute starben. Am 25. Juli hatten alle Besucher den Talbereich räumen müssen. Hotels und Campingplätze wurden geschlossen, mindestens tausend Buchungen wurden gecancelt. Die Schließung wurde vor allem wegen der starken Rauchbelastung angeordnet.

Am Dienstag waren die Brände zu 86 Prozent eingedämmt und die meisten Zugänge des Parks wieder geöffnet. Lediglich die Straße von Süden, der Highway 41, blieb geschlossen. Ebenso wie der berühmte Aussichtspunkt Glacier Point am Westrand des Tals, der den Behörden zufolge noch mindestens eine weitere Woche geschlossen bleiben muss.

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Die Behörden warnten am Dienstag vor einer anhaltenden Luftverschmutzung durch den Rauch. Vor allem ältere Menschen und Kinder sollten körperliche Anstrengungen vermeiden. Einige der Besucher betraten den Park deshalb mit Mundschutz und Augentropfen. Es waren noch nicht wieder alle Restaurants und Unterkünfte geöffnet.

Dennoch bildeten sich lange Autoschlangen vor den Eingängen des Parks. "Es ist verraucht, aber man kann die meisten Berge sehen - nur nicht deren Gipfel", sagte der niederländische Tourist Gert Lammers. "Wir freuen uns, dass der Park wieder geöffnet ist."

Um sich vor dem Rauch zu schützen, hat der Besucher Michael Aitken Augentropfen und eine Atemmaske mitgebracht. "Normalerweise würde man von hier die Berge sehen", sagt der 57-Jährige, der Ende der Woche am berühmten Half Dome klettern will. "Aber heute sieht man nur die Konturen."

"Da rutscht einem das Herz in die Hose"

Die Flammen wüteten vor allem entlang der Zufahrtsstraßen zum Yosemite-Tal. Auch einige historische Gebäude fingen Feuer. Die Besucherin Kristy Pancoast beobachtete, wie eine Hütte, die einst von dem ehemaligen Senator des Bundesstaats Montana, Burton Wheeler, erbaut wurde, am Sonntag Feuer fing.

"Es war unglaublich, so etwas habe ich noch nie aus der Nähe gesehen", sagte die US-Amerikanerin, die die Flammen aus einiger Distanz sah, bevor der Park evakuiert wurde. "Wenn man realisiert, dass dort drüben noch andere Bauten sind, dann rutscht einem das Herz in die Hose."

Der für seine Wasserfälle und imposanten Granitfelsen wie El Capitan und Half Dome bekannte Park lockt jährlich mehr als vier Millionen Besucher an. Noch nie war das Yosemite-Valley wegen Bränden so lange geschlossen. 1997 richteten katastrophale Überflutungen nach heftigen Regenfällen schwere Schäden an. Zwei Monate lang - allerdings in der Nebensaison von Januar bis März - machte das Tal damals dicht.

In diesem Jahr kam die Schließung während der Hauptreisezeit. Im August verzeichnet der Park normalerweise ein durchschnittliches Besucheraufkommen von rund 600.000 Menschen. Man kalkuliere noch den finanziellen Schaden, sagte eine Sprecherin des Yosemite-Parks. Touristenbüros in der Region schätzen die Verluste auf rund 50 Millionen US-Dollar.

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Es könnte Wochen dauern, bis die Buchungszahlen sich wieder normalisieren. Der Besitzer der Cozy Bear Cottages, einer kleinen Lodge, sagte, der Brand habe seine Einkünfte gestoppt. "Wir sind quasi raus", sagte Neal Misener, dessen finanzieller Schaden durch die gecancelten Reservierungen etwa 35.000 US-Dollar betrage. "Und die Leute stornieren noch immer wegen des Rauchs."

Für den Park bedeutet der Rückgang an Besuchern und die fehlenden Eintrittsgelder, dass Projekte in der Zukunft gefährdet sein könnten. Der Etat für 2018 sei jedoch gesichert, sagte ein Sprecher des Nationalparks.

Derzeit wüten rund 18 Waldbrände in Kalifornien und zwingen Bewohner dazu, ihre Häuser zu verlassen. Angesichts der hohen Temperaturen und der anhaltenden Trockenheit bleiben die Bedingungen für die Einsatzkräfte ungünstig.

kry/AP

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