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12.01.2004
 

Hoteleröffnung

Ritz-Carlton vollendet Potsdamer Platz

Es ist vollbracht: Mit der glanzvollen Eröffnung des Luxushotels Ritz-Carlton im Beisheim Center ist der Potsdamer Platz nach gut neunjähriger Bauzeit komplett. Das Fünf-Sterne-Hotel will das teuerste von Berlin werden, die ersten Gäste werden heute erwartet.

Eingangsbereich des Ritz-Carlton: Das Luxushotel ist Teil des 450 Millionen Euro teuren Beisheim-Centers am Potsdamer Platz
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DPA

Eingangsbereich des Ritz-Carlton: Das Luxushotel ist Teil des 450 Millionen Euro teuren Beisheim-Centers am Potsdamer Platz

Berlin - Seinen städtebaulichen Schlusspunkt erhielt der Potsdamer Platz mit der Eröffnung des Luxushotels Ritz-Carlton am Sonntagabend. Das Fünf-Sterne-Plus-Hotel, das in nur 18 Monaten gebaut wurde, ist Teil des 450 Millionen Euro teuren Beisheim Centers, zu dem ein weiteres Fünf-Sterne-Hotel, das Marriott, außerdem Büros, Läden, Restaurants und rund 50 luxuriöse Appartements gehören. Bauherr der Luxusmeile ist Metro-Gründer Otto Beisheim, 80, der den nach seiner verstorbenen Frau Inge benannten zentralen Platz des Centers am Samstag der Öffentlichkeit übergab.

Über 4000 Kristall-Kronleuchter, 14 Marmorkamine, blattvergoldete Säulen und edle Antiquitäten: Das Ritz-Carlton verbreitete gediegene Eleganz. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) durchschnitt zum offiziellen Start gemeinsam mit dem Generaldirektor des Ritz-Carlton, Walter Junger, unter Fanfarenklängen ein blaues Band vor dem Eingang der Nobelherberge. Rund 1700 geladene Gäste hatten sich zur Eröffnungsgala versammelt. Eine vor dem Hotel geplante Modenschau des Berliner Designers Harald Glööckler wurde wegen heftigen Regens kurzerhand auf die Marmortreppe im Foyer des Hauses verlegt.

Das Ritz-Carlton soll nach den Worten von Junger das teuerste Hotel der Hauptstadt werden. Der Präsident der amerikanischen Luxushotelkette, Simon Cooper, sagte: "Wir wollen mit dem Hotel an die Wiederbelebung des Potsdamer Platzes anknüpfen." In den 302 Zimmern, davon 40 Suiten, des Luxushotels sorgen 350 Voll- und 100 Teilzeitkräfte für den Service, darunter ein Schuh-, ein Technology- und ein Bade-Butler. Die größte Suite in der 11. Etage misst über 200 Quadratmeter und soll höchsten Sicherheitsstandards genügen, um auch Staatsbesuche möglich zu machen. In dem fast 1000 Quadratmeter großen Ballsaal können bis zu 800 Personen speisen. Daneben gibt es acht Konferenzräume.

Hommage an Schinkel

Das Hotel selbst ist im Innern stark auf Berlin zugeschnitten. Innenarchitekt Peter Silling hat sich vor allem von dem Architekten Karl Friedrich Schinkel (1781 bis 1841) inspirieren lassen, der die einstige preußischen Residenzstadt wie kein anderer Architekt geprägt hat. Von außen lehnt sich das Haus mit seiner aufstrebenden, hellen Art-Déco-Fassade an den Chicagoer Hochhausstil der zwanziger Jahre an. Der helle Sandstein steht im Kontrast zu den Stahl- und Glasbauten am Potsdamer Platz. Gekrönt wird das Haus von einer gleißenden Metallspitze.

Bis zum 25. April gilt ein "Kennenlern"-Preis ab 165 Euro bis 195 Euro pro Zimmer. Später sollen die Standardzimmer 330 bis 370 Euro in der Nebensaison und ab 450 Euro in der Hauptsaison kosten. Die Preise für die Suiten liegen dann zwischen 440 und 5000 Euro. Mit dem neuen Hotel - dem 57. weltweit - setze das Unternehmen "ein Zeichen für weitere Expansionen in Europa", erklärte Cooper. Das Berliner Haus ist neben dem in Wolfsburg das zweite der Gruppe in Deutschland.

Vertrauen der Manager in den Hotelmarkt ist groß

Die Entwicklung des Berliner Hotelmarktes sehen Junger wie Cooper optimistisch. Seit dem Herbst gebe es positive Signale für die Auslastung in Berlin, sagte Cooper. Junger wies darauf hin, dass das Hotel für die ersten drei Tage bereits zu 80 Prozent ausgelastet sei.

Insider warnen hingegen vor einem ruinösen Wettbewerb. Seit 1990 hat sich die Zahl der Hotelbetten in Berlin bereits auf derzeit knapp 70.000 mehr als verdoppelt. Bis 2005 sollen es 75.000 bis 80.000 sein. Die Zahl der Übernachtungen steigt allerdings nicht im gleichen Maße.

Mit dem neuen Fünf-Sterne-Marriott-Hotel gleich nebenan, das zum selben US-amerikanischen Konzern gehört, hat Berlin ab heute 18 Fünf-Sterne-Hotels. Das Ritz-Carlton ziert zusätzlich das Prädikat "Superior", was nach der Hotelklassifizierung für allerhöchsten Luxus bürgt. Doch neben Adlon, Intercontinental, Esplanade, Grand Hyatt, Westin Grand, Palace und dem Schlosshotel Vier Jahreszeiten ist das Ritz-Carlton das achte Haus dieser Güte in der Hauptstadt. Und schon im März eröffnet mit dem Radisson SAS am Berliner Dom das nächste Fünf-Sterne-Hotel.

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