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26.07.2004
 

"KidsTown"

Europas erste Kinderstadt eröffnet in Wien

Sie arbeiten als Kassierer oder Banker, Journalistin oder Bauarbeiterin, häufeln ihren Verdienst auf dem Sparkonto oder mieten sich einen schicken Schlitten - Kinder üben in einem Themenpark spielerisch das Erwachsenenleben. In Wien eröffnet die erste ständige "KidsTown" Europas, Eltern unerwünscht.

Mädchen beim Shoppen: "Das wird eine Schule fürs Leben"
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GMS

Mädchen beim Shoppen: "Das wird eine Schule fürs Leben"

Wien - Arbeiten und Geld verdienen, viele schöne Dinge einkaufen oder aber sparen - was in der Erwachsenenwelt tägliche Routine ist, kennen Kinder meistens nur aus der Theorie. In Wien soll künftig ein Themenpark schon den Kleinsten die Bedeutung von Geld vor Augen führen: In der "KidsTown" können Kinder im Alter zwischen vier und zwölf Jahren spielerisch die Welt der Großen kennen lernen. Eröffnet werden soll die neue Einrichtung zu Weihnachten.

"Das wird eine Schule fürs Leben", sagt der Geschäftsführer des Projekts, Robert Kopeinig. Als Vorbild dient die vor etwa fünf Jahren eröffnete "Stadt der Kinder" in Mexiko City. In Europa gab es vergleichbare Einrichtungen bisher nur zeitlich begrenzt.

Im Innenhof der Firmenzentrale von Projektbetreiber Erwin Soravia ist ein kleiner Schauraum aufgebaut. Soravias eigene Kinder und deren kleine Gäste erproben dort im Kleinen, was später auf rund 6000 Quadratmetern funktionieren soll. Hier regiert der "Eurolino", die "KidsTown"-Währung. Je nach Lust und Laune können die Kinder als Bauarbeiter, Supermarkt-Kassierer, Bank-Angestellter oder Journalist bei der hauseigenen Zeitung ihr Startkapital vermehren.

Wer klug ist, trägt die so verdienten "Eurolinos" zur Bank. Wer weniger langfristig denkt, verprasst sie an der Hausbar oder gibt sie für Leihwagen und Benzin aus. "Wir haben in dieser Probephase gesehen, dass schon Kinder sehr unterschiedlich agieren: Es gibt die Sparsamen, die bis zum Schluss alles zur Bank tragen, und es gibt die, die innerhalb kürzester Zeit pleite sind", erzählt Kopeinig.

Die einzelnen Themenstationen - inklusive Polizeiwache und Krankenhaus sollen es bis zur Eröffnung 20 bis 25 sein - werden von pädagogischem Fachpersonal betreut. Die Eltern sind nur auf "Straßen" und "Ruheinseln", dem Gastronomiebereich von "KidsTown", erwünscht. Finanziert wird das Projekt zu einem Großteil von Sponsoren. Lebensmittelgeschäfte, Baumärkte oder Banken sollen die Themenstation wie eine Miniatur-Ausgabe der realen Warenwelt aussehen lassen. Nach Österreich wollen die "KidsTown"-Betreiber Nachbarländer erobern: Geplant sind unter anderem Kinderstädte in München und Budapest.

Von Sascha Schrems, gms

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