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04.08.2009
 

Badespaß in New York

Sprung in die Tonne

Kühle Erfrischung in der Innenstadt: US-Designer haben in New York große Müllcontainer zu Swimmingpools für jedermann umgebaut. Speziell junge Gäste sind von dem Badevergnügen zwischen Industriebauten begeistert.

New York - Ein Sprung in einen Müllcontainer, der auch noch erfrischend sein soll - eigentlich ein eher abwegiger Gedanke. In New York aber könnte ein neuer Trend geboren sein: Stadtentwickler haben in der US-Millionenmetropole Müllcontainer kurzerhand mit Wasser gefüllt und damit ein Schwimmbad der besonderen Art geschaffen.

Die Sommerhitze kann kommen, den Badespaß gibt es nun direkt vor der Haustür. Die ersten Badegäste sind begeistert: "Das ist toll", sagt ein Junge nach einem Sprung in das Becken. "Die Müllcontainer sind wirklich eine gute Idee."

Entworfen wurde das Konzept von drei Stadtentwicklern der Design-Agentur Macro Sea mit dem Ziel, heruntergekommene städtische Gegenden aufzuwerten. "In diesem Land gibt es jede Menge leerstehende Geschäfte und Supermärkte, und wir suchen nach Wegen, wie wir diese Räume neu beleben können", sagt Agentur-Chef David Belt. "Also haben wir mit einem Experiment begonnen, das zum Beispiel auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums funktioniert."

Den Prototypen für ihre neue Generation von Schwimmbädern haben die Stadtentwickler im New Yorker Stadtteil Brooklyn errichtet, mitten auf einer Industriebrache. Neben den drei zu Schwimmbecken umfunktionierten dunkelroten Müllcontainern türmen sich Metallschrott und Baumaterial, dahinter steht ein gelber Gabelstapler. Die Anwohner scheinen Gefallen an der von Industrieromantik geprägten Kulisse zu finden, und während die Jüngeren unter ihnen ausgelassen in die Becken hüpfen und mit Gummireifen spielen, genießen die Erwachsenen in Liegestühlen die Sonne.

Die Müllcontainer, die neu sind und angemietet wurden, werden zuerst mit Sand gefüllt, damit der Boden weich ist, erklärt der künstlerische Leiter von Macro Sea, Jocko Weyland. Anschließend werden die mit einer eleganten Holzkonstruktion untereinander verbundenen Container mit grauen Plastikplanen ausgelegt - und dann kommt das Wichtigste: 300.000 Liter Wasser. Fertig ist die Bade-Idylle, und eine Filteranlage sorgt dafür, dass die Becken auch sauber bleiben.

Der in New York gängige Begriff des "Dumpster Diving" ("In den Müllcontainer springen") bekommt mit dem Projekt eine ganz neue Bedeutung. Denn ursprünglich ist damit das Suchen nach Möbeln oder anderem verwertbaren Abfall in Müllcontainern gemeint. Bald könnte "Dumpster Diving" nun ein Synonym für Badespaß im Hinterhof werden. Die Macher hoffen, im kommenden Jahr in ganz New York, und vielleicht sogar im ganzen Land, Müllcontainer-Bäder errichten zu können. Zum Ende des Sommers aber ist erst mal Schluss mit Planschen - dann werden die Container wieder abgebaut.

Von Thomas Viguier, AFP

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