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05.01.2010
 

Armani-Hotel im Burj Chalifa

Außen mega, innen Stil

Von Helge Sobik

Mit einem gigantischen Feuerwerk ist der Burj Chalifa in Dubai eröffnet worden. Aber wie sieht das höchste Haus der Welt eigentlich innen aus? Modeschöpfer Armani will in Kürze auf mehreren Etagen Luxuswohnungen und ein Designhotel eröffnen - SPIEGEL ONLINE zeigt erste Bilder.


Seit Juli vergangenen Jahres standen Tausende Bewerber aus aller Welt Schlange und wollten einen der 600 zu vergebenden Jobs im weltweit ersten Armani-Hotel ergattern - ohne zu wissen, auf was genau sie sich einlassen. Denn damals wie heute werden die Details der Edel-Herberge des italienischen Luxusschneiders Giorgio Armani als Geheimnis gehütet. So viel aber steht fest: Am 18. März soll das Hotel im Weltrekord-Wolkenkratzer Burj Chalifa eröffnet werden.

Sogar Fotos der Hotelzimmereinrichtungen werden bislang nicht preisgegeben - nur Bilder der Luxuswohnungen. Sicher war für die Job-Aspiranten nur so viel: Sie würden in einem der exklusivsten Häuser der Welt bedienen, ihr Arbeitgeber würde einen klangvollen Namen haben und ihr Dress - vom Anzug des Direktors bis zum Käppi des Pagen - vom Meister höchstpersönlich designt sein.

Der 75-jährige Armani ist der Hauptmieter des neuen Towers und stattet neben den 160 Hotelzimmern in den Geschossen eins bis acht und 38/39 auch 144 Eigentumswohnungen aus, die sogenannten Armani Residences in den Stockwerken neun bis 16. Die restlos verkauften Wohnungen sind an Stil kaum zu überbieten - mit ihren gedeckten Tönen und Schwarz-Weiß-Kontrasten, unterstrichen durch genau abgestimmte Ausleuchtung mit zahlreichen Halogen- und LED-Spots.

An der Einrichtung der Residences wird sich die der Hotelzimmer orientieren: Der Mann aus Mailand verantwortet auch hier das komplette Innendesign von der Tischdecke über den Teppichboden bis hin zum Bett. Das Design ist schnörkellos, elegant und mit klaren Akzenten. Zum Einsatz kommen die Stoffe, die gedeckten Farben und Formen der hauseigenen Einrichtungslinie Casa Armani sowie Neu-Kreationen des Designers, darunter Leuchten, die er eigens für das Hotel entworfen hat.

Armanis Partner ist ein Dubaier Konzern

Der Name Armani ist es, der die gut betuchten Gäste in den Neubau ziehen soll. Partner bei Armanis weltweiten Hotelambitionen ist der Bau- und Immobilienkonzern Emaar aus Dubai: "Während die neue Marke in ihrem Kern das ästhetische Verständnis von Giorgio Armani verkörpert, steuern wir die Kompetenz in Sachen Hotelentwicklung bei", erläutert Marc Dardenne, der als Vorstandschef von Emaar Hospitality nicht nur Boss der Armani-Hotels ist, sondern auch von The Address. Die erst vor knapp über einem Jahr gegründete Fünf-Sterne-Hotelkette betreibt inzwischen mehrere Häuser in Dubai - eines direkt gegenüber des Burj Chalifa.

Die Abgrenzung zur Konkurrenz bringt der Hotelchef auf den Punkt - ohne damit Überraschendes zu offenbaren: "Der Unterschied zu anderen Marken liegt darin, dass Giorgio Armani als einer der weltweit führenden Modeschöpfer persönlich das gesamte Design seiner Hotels entwickelt."

Bauleiter Greg Sang aus Neuseeland kann ein Lied davon singen und hat den Italiener mehr als einmal auf der Baustelle getroffen: "Er kommt immer wieder, kümmert sich um jedes Detail selbst, ist supergenau, sehr akkurat. O ja!" Sang kann das gut verstehen: "Schließlich ist es sein Name, der hier sehr bald in großen Lettern über dem Portal stehen wird."

Armani will weltweit expandieren

Während als Erstes die Armani Residences ab Februar an die Eigner übergeben werden, folgt die Hoteleröffnung im März - mit eigenem Nachtclub unter dem Namen "Armani Privé", mit "Armani Spa", einem Schokoladengeschäft unter dem Namen "Armani Dolci" und dem Edel-Blumenladen "Armani Fiori". Erst anschließend sollen die höher gelegenen Etagen des Towers mit Büros und weiteren Wohnungen ohne Armani-Bezug übergeben werden, berichtet die Lokalzeitung "Gulf News".

Die Eröffnung in Dubai wird nur der Anfang einer Armani-Hotelkette sein, denn das Unternehmen will rasch expandieren und hat bereits Folgeprojekte angekündigt. Als Zweites steht ein Haus in Mailands Via Manzoni mitten im Quadrilatero della Moda an, dem Modeviertel. Verträge sind unterschrieben für ein Resort in Marrakesch, außerdem für Armani Residences im ägyptischen Marassi. Anschließend sollen Stadthotels in den internationalen Schlüsseldestinationen New York, Shanghai und London folgen.

Einen bestimmten Hauptrivalen bei der Jagd auf die schmale Zielgruppe der extremen Luxusreisenden will Dardenne nicht nennen. Die Bulgari Hotels sind zwar ähnlich von Mode- oder Schmuckdesignern geprägt, aber es gibt weltweit nur zwei Häuser. Die unter dem Namen Lungarno geführten Hotels der Ferragamo-Familie gibt es ausschließlich in Italien. Der Name der Missoni-Hotels wiederum, die gerade in Partnerschaft mit Rezidor entstehen und in den eher zweitrangigen Destinationen Kuwait und Edinburgh eröffnet haben, ist weltweit nicht so bekannt.

Geschätzte Preise bei 500 Euro pro Nacht

Armani und sein Partner Emaar haben dagegen Größeres vor. Insofern dürfte es vor allem die Four-Seasons-, Ritz-Carlton- oder Park-Hyatt-Klientel sein, um die künftig auch der Designer ringen wird - mit seinem zeitlosen Look, vor allem aber ganz ohne den Plüsch, das Gold und die Stilmöbel eines arrivierten Grand Hotels vergangener Tage oder einer Versace-Herberge. Dardenne kommt ebenso wie auch weitere Mitglieder seines Führungsteams von Ritz-Carlton. Seine Formel lautet derweil: "Wir richten uns an Connaisseurs, die Erstklassigkeit, Stil und Eleganz schätzen."

Die Übernachtungspreise dürften sich Branchenschätzungen zufolge nach einer kurzen Phase mit niedrigeren Einführungspreisen an den Tarifen von Bulgari orientieren - also bei deutlich über 500 Euro fürs Doppelzimmer pro Nacht liegen.

Die 600 Hotelangestellten sind inzwischen unter Vertrag, trainieren seit Monaten das Zusammenspiel und Service-Abläufe. Sie stammen aus fast zwei Dutzend Ländern. "Wir wollen damit sicherstellen", so Dardenne, "dass unser Team wirklich kosmopolitisch aufgestellt ist. Das spiegelt die Internationalität der Besucher des Hotels wie dieses Turms. Und die Vielfalt des Standorts Dubai."


Buchtipp: Vom Autoren dieses Beitrags, Helge Sobik, ist der Bildband "The Dubai Story" mit Fotos unter anderem von Andreas Gursky und Jochen Tack im Feymedia-Verlag (49 Euro) erschienen.

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insgesamt 14 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
05.01.2010 von Spinnosa: Vorsicht!

Die oft als provinziell gescholtene Verordnung, nach der neue Gebäude in München eine gewisse Höhe nicht überschreiten dürfen, hat meine volle Unterstützung. Das könnte ein Zeichen von Provinzialität sein. Das kann ich nicht [...] mehr...

05.01.2010 von consultingMLS: Alles wunnebar

Schön: Das alles hier zu lesen. C oder K oder was auch immer. Doch wer bezahlt es wann und wo und unvermeidbar? Beinhaltet der Ölpreis eine Luxussteuer zur Finanzierung arabischen Größenwahns? mehr...

05.01.2010 von Laurelina: Chalifa? Khalifa?

Der arabische Buchstabe خ "Cha" (ausgesprochen wie in "Ko*ch*" oder "Ba*ch*") wird im Englischen oft mit "Kh" im Deutschen aber mit "Ch" wiedergegeben. Siehe hier [...] mehr...

05.01.2010 von Robert Hut: Hinterm Horizont..

Viel Mühe hat er sich dabei aber nicht gegeben, denn das sind nur bessere Hügel. In Bayern scheint man jedoch zu denken, das ist das Dach der Welt. Der Horizont bleibt eher beschränkt.. mehr...

05.01.2010 von villefranche: Hallo Herr Sobik !

Der Burj heisst Burg Khalifa und nicht Chalifa... wie kommen Sie auf den Namen. Lesen Sie mal die regionalen Zeitungen oder Gulf 24.com mehr...

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