Bangkoks Shop-Houses: Sehenswert auf den zweiten Blick

Lange verrotteten sie vor sich hin, jetzt sind sie von der Unesco ausgezeichnet worden: Bangkoks Shop-Houses erstrahlen frisch renoviert. Dabei wäre aus den staatlichen Plänen für ein Comeback der geschäftstüchtigen Siedlungen fast nichts geworden - die Bewohner stellten sich quer.

Bangkok: Comeback der Shop-Houses
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TMN

Bangkok - In Rattanakosin stehen viele Sehenswürdigkeiten der thailändischen Hauptstadt: der Große Königspalast, Chinatown, alte Tempelanlagen, Regierungsgebäude - und eine Attraktion, die viele Touristen erst auf den zweiten Blick registrieren, die sogenannten Shop-Houses an der Na-Phra-Lan-Straße. Frisch renoviert erstrahlen sie, ganz so als hätten sie sich extra herausgeputzt: Im Dezember sind sie für die gelungene Renovierung von der Unesco ausgezeichnet worden.

Eine Schlüsselrolle in der Geschichte der alten Bangkok-Shop-Houses spielte König Chulalongkorn. Er war der fünfte Monarch der Chakri-Dynastie und regierte von 1868 bis 1910. Das Prinzip der kompakten Bauweise schaute er sich in Singapur ab. "Als er sah, was Singapur aus Stamford Raffles' Idee der Shop-Houses gemacht hatte, kopierte er diese gewissermaßen", sagt Yongtanit Pimonsathean, Präsident des thailändischen Denkmalamtes und Professor für Architektur an der Thammasat-Universität in Bangkok.

Die typischen Shop-Houses sind alle einfach strukturiert: im Erdgeschoss ein Geschäft, in den oberen Stockwerken Wohnungen. Gebaut sind sie mit dicken Betonwänden, haben Holztüren, Querbalken, Tür- und Fensterläden sowie Ornamente aus Gips über der Eingangstür.

Diese beengten Siedlungen aus Shop-Houses ließ Chulalongkorn entlang der meisten neuen Hauptstraßen in Bangkok errichten. Dazu gehörte unter anderem die Charoen-Krung-Straße. Lange Shop-House-Zeilen säumen auch die Yaowarat-Straße in Chinatown, die Tha-Tian-Straße und die Na-Phra-Lan-Straße in der Nähe des Großen Königspalastes.

Vom Restaurant zum Touri-Geschäft

Nach dem Ende der absoluten Monarchie im Jahr 1932 gingen viele der schmalen Shop-Houses in staatlichen Besitz über. Von da an fielen sie in den Zuständigkeitsbereich des Crown Property Bureau (CPB), einer Regierungsbehörde, die für das thailändische Königshaus die Finanzen verwaltet.

1995 verkündete die Regierung erstmals, dass sie plant, sich mit den Siedlungen an der Tha-Tian-Straße und der Na-Phra-Lan-Straße bei der Unesco als Kulturerbe anzumelden - und dass damit auch Zwangsräumungen verbunden seien. An vielen Shop-Houses war jahrzehntelang nichts gemacht worden. Wegen des großen Widerstands aus der Bevölkerung, wurde die Räumung zunächst verschoben. Das CPB entwickelte schließlich einen neuen Plan, nach dem sich die Bewohner an den Renovierungsarbeiten beteiligen sollten - und erzielte mit dem Preis der Unesco einen ersten Erfolg.

"Meine Familie lebt hier schon seit mehr als 60 Jahren", sagt Suphat Saetkhanuphop, der heute in seinem Erdgeschoss ein Fotogeschäft betreibt. Sein Großvater hatte hier einst ein Restaurant, das speziell für die Mitarbeiter des benachbarten Finanzministeriums ausländische Gerichte anbot.

Als das Finanzministerium vor rund einem Jahrzehnt den Standort wechselte, machte Suphat aus dem Restaurant ein Fotogeschäft für Touristen. Mehr als 24.000 Euro musste die Familie für den Umbau ausgeben - für Suphat eine lohnenswerte Investition. Sein oberstes Ziel sei immer gewesen, das Geschäft zu behalten: "Ich wüsste nicht, wie ich sonst meinen Lebensunterhalt bezahlen soll."


Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels haben wir geschrieben, dass die Shop-Houses von Bangkok zum Unesco-Weltkulturerbe ernannt worden seien. Das ist nicht richtig. Die Unesco Asia-Pacific hat sie vielmehr für die Erhaltung ausgezeichnet. Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.

Peter Janssen, dpa

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insgesamt 3 Beiträge
moonoi 19.03.2012
ja ganz nett renoviert, aber sind jetzt meist uninteressante tourishops drin. vorher waren die aber kaum zu betreten. is schon richtig, dass die renoviert wurden, sonst waere nur abriss uberig geblieben. sehr interessant ist [...]
Zitat von blob123yHaeusern in SO Asien. Die haben z.B. in den letzten 5 Jahren in Phuketetwa 60% -0der Strassen mit diesen Dingern verunstaltet. Zuckerbaeckerstil, Barokkitsch usw. Das da in Bangkok ist renoviert, das schaut besser aus, aber was die heute fuer Shophouses da hinstellen ist optischer trash, mehr bangkok shopping flights bangkok nightlife patpong sukhumvit (http://bangkok-central.com/)
ja ganz nett renoviert, aber sind jetzt meist uninteressante tourishops drin. vorher waren die aber kaum zu betreten. is schon richtig, dass die renoviert wurden, sonst waere nur abriss uberig geblieben. sehr interessant ist aber die marktegend um die ecke parallel zum Fluss zwischen Tha Thian und Tha Chang, da gibts fuer kleines geld schoene mitringse, lingame zb fuer den schlusselbund etc. macht sich imer gut :)
Altesocke 19.03.2012
Ich bin viel mehr gespannt darauf, was aus den UNESCO Plaenen mit den Similan Islands wird. Da stecken nicht nur ein paar kleine Mieter hinter, sondern Billionenschwere Geschaeftsinteressen der Tourismusindustrie! Die wuerde [...]
Zitat von sysopLange verrotteten sie vor sich hin, jetzt sind sie Unesco-Weltkulturerbe: Bangkoks Shop-Houses erstrahlen frisch renoviert. Dabei wäre aus den staatlichen Plänen für ein Comeback der geschäftstüchtigen Siedlungen fast nichts geworden - die Bewohner stellten sich quer. Bangkoks Shop-Houses: Sehenswert auf den zweiten Blick - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Reise (http://www.spiegel.de/reise/staedte/0,1518,820359,00.html)
Ich bin viel mehr gespannt darauf, was aus den UNESCO Plaenen mit den Similan Islands wird. Da stecken nicht nur ein paar kleine Mieter hinter, sondern Billionenschwere Geschaeftsinteressen der Tourismusindustrie! Die wuerde es gar nicht gerne sehen, wenn die Besucherzahl reduziert werden muesste. Auch koennte auffallen, das ca. 50% mehr Besucher dort hinfahren, als offiziell Nationalpark Eintrittsgelder kassiert werden. Und die Fischereiindustrie muesste auch total aussen vor gehalten werden! Weiss ja keiner, ob die UNESCO nicht mal unangemeldet vorbeischauen laesst.
MaewNam 20.03.2012
Seit wann sind diese denn in der UNESCO-Liste eingetragen? Das UNESCO World Heritage Center kennt sie jedenfalls nicht, weder in der Liste der tatsächlich eingetragenen []Thailand - UNESCO World Heritage Centre [...]
Seit wann sind diese denn in der UNESCO-Liste eingetragen? Das UNESCO World Heritage Center kennt sie jedenfalls nicht, weder in der Liste der tatsächlich eingetragenen []Thailand - UNESCO World Heritage Centre (http://whc.unesco.org/en/statesparties/th) , noch in der "tentative List" wo drei andere interessante Orte in Thailand zu finden sind []UNESCO World Heritage Centre - Tentative Lists (http://whc.unesco.org/en/tentativelists/state=th). Das einzige was stimmt ist daß im Kulturministerium (welches in Thailand für die Welterbestätten zuständig ist) eine Nominierung der Rattanakosin-Insel bzw. des Flußufers geprüft hatte, aber offensichtlich haben diese es bis jetzt noch nicht einmal auf die Liste der möglichen Nominierungen bei der UNESCO geschafft.
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  • Montag, 19.03.2012 – 06:29 Uhr
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