Terror auf der Flaniermeile Las Ramblas, das Herz Barcelonas

Millionen Besucher kommen jedes Jahr: Barcelona ist eine der meistbesuchten Städte Europas, ihr touristisches Zentrum die Promenade Las Ramblas.

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Ein Attentat auf der Promenade Las Ramblas ist ein Anschlag mitten ins Herz von Barcelona. Die 1,3 Kilometer lange Flaniermeile zieht sich durch das Zentrum wie ein grünes Band, von der Placa de Catalunya bis runter zum Hafen. Hier ist am Donnerstagnachmittag ein Lieferwagen in eine Menschenmenge gerast - 13 Menschen sterben, mehr als hundert wurden verletzt.

Nach der Attacke hat das Auswärtige Amt seine Sicherheitshinweise für Spanien aktualisiert. "Reisenden wird geraten, den Bereich weiträumig zu meiden, den Anweisungen der Sicherheitskräfte Folge zu leisten und sich über die lokalen Medien zu informieren", teilte die Behörde mit.

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Terror auf der Flaniermeile: Las Ramblas, das Herz Barcelonas

Las Ramblas ist nicht nur eine Einkaufsmeile, eine von Fahrbahnen flankierte Fußgängerzone, sondern auch mit ihren vielen durch Platanen beschatteten Cafés und Restaurants ein beliebter, wenn auch überteuerter Treffpunkt für Spanier und Touristen. Zeitungskioske, Losbuden, Blumenstände säumen die Promenade, die vielen Straßenkünstler sind beliebte Fotomotive.

Im Spanischen ist der Name der Plural von La Rambla, wie die Straße eigentlich heißt. Sie wird so bezeichnet, weil sie sich in unterschiedlich geprägte Abschnitte teilt: von der Rambla de Canaletes, über die Rambla dels Estudis und die Rambla de Sant Josep, wo die Blumenhändler zu finden sind, bis zur Rambla de Santa Mònica mit der Kolumbussäule.

Las Ramblas
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Las Ramblas

Beliebt sind die Ramblas aber auch bei Taschendieben, die sich durch die oft überfüllte Promenade schieben. Und längst ist die Flaniermeile zum Symbol geworden für einen Massentourismus, der von den Einwohnern als exzessiv und störend empfunden wird.

Geschätzte 32 Millionen Besucher strömten im vergangenen Jahr in Spaniens zweitgrößte Stadt mit ihren lediglich 1,6 Millionen Einwohnern. Zu einem großen Teil sollen es Tagesbesucher sein, von denen auch viele per Kreuzfahrtschiff ankommen. Nach Übernachtungszahlen (mehr als acht Millionen Touristen) gerechnet, war Barcelona nach London und Paris die meistbesuchte Stadt Europas.

Steigende Mieten und Dumpinglöhne in der Tourismusbranche sind die Folgen des Andrangs. Die Einwohner können kaum von den Besuchern profitieren, massive, zum Teil auch gewalttätige Proteste sind die Folge. Erst vor Kurzem stellten sich vier Vermummte einem Touristenbus in den Weg, zerstachen die Reifen und besprühten die Windschutzscheibe mit Parolen wie "Der Tourismus tötet die Stadtviertel".

abl



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