Halbjahresbilanz im Tourismus: Berlin feiert Besucherboom

Berlin übertrumpft sich in Sachen Gästezahlen gerade selbst. Im ersten Halbjahr kamen so viele Touristen wie nie zuvor in die Hauptstadt, um neun Prozent legte die Zahl der Übernachtungen zu. Eine Nation steigerte die Reiselust besonders deutlich, nämlich um knapp 20 Prozent.

Berlin: Neun Prozent mehr Übernachtungen Fotos
REUTERS

Berlin, Berlin, wie fahren nach Berlin! Die deutsche Hauptstadt ist für Besucher aus aller Welt so attraktiv wie nie zuvor. Im ersten Halbjahr 2013 reisten 5,3 Millionen Gäste an die Spree. Das ist ein Plus von fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie das Amt für Statistik und die Marketinggesellschaft Visit Berlin mitteilten.

Noch größer war der Zuwachs bei den Übernachtungen. Deren Zahl stieg um 9,2 Prozent auf 12,4 Millionen. Berlin schlägt München und Hamburg damit erneut ganz deutlich. In Europa liegt Berlin nach früheren Angaben an dritter Stelle hinter London und Paris.

München zählte nach jüngsten offiziellen Angaben im ersten Halbjahr mehr als 2,9 Millionen Gäste und über 5,9 Millionen Übernachtungen, in Hamburg waren es 2,76 Millionen Gäste und 5,34 Millionen Übernachtungen.

"In jeder einzelnen Minute kommen statistisch gesehen 20 Gäste in unsere Stadt", sagte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) bei der Vorstellung der Halbjahresbilanz. In diesem Jahr werde es wieder einen Besucherrekord geben. "Wir rechnen mit 26 Millionen Übernachtungen." Im vergangenen Jahr wurden 24,9 Millionen gezählt. Vor 20 Jahren - nicht lange nach dem Mauerfall - waren es erst 7,5 Millionen und vor 10 Jahren 11,4 Millionen.

Viele Briten und Italiener, weniger Spanier

Ende Juni standen 130.300 Betten (plus 3,6 Prozent) in fast 800 Hotels und Pensionen zur Verfügung. Inzwischen kommen 37 Prozent der Berlinbesucher aus dem Ausland. In den ersten sechs Monaten waren es 1,95 Millionen. Die größte Gruppe bildeten die Briten mit 208.400, gefolgt von den Italienern (133.900) und Niederländern (124.300).

Deutlich weniger Touristen kamen aus Spanien: Der Rückgang um 17,3 Prozent auf 85.700 Gäste dürfte auf die dortige Wirtschaftskrise zurückzuführen sein. Prozentual am stärksten, um 19,7 Prozent auf 90.000, wuchs die Zahl der Besucher aus Russland.

Visit-Berlin-Geschäftsführer Burkhard Kieker sprach von einer "Comeback-Story als Weltstadt" in den vergangenen 20 Jahren. "Die Gäste aus aller Welt erleben hier Hoch- und Subkultur, die entspannte Atmosphäre und historische Echtheit der Stadt." Visit Berlin wurde 1993 als Berlin Tourismus Marketing GmbH mit fünf Mitarbeitern gegründet. Heute hat die Gesellschaft 180 Mitarbeiter, die in Berlin und in 39 Ländern für die Metropole werben.

Nicht nur die Hauptstadt, auch viele andere Regionen in Deutschland stehen hoch in der Gunst der internationalen Reisenden. Die Zahl der Übernachtungen ist im vergangenen Jahr bundesweit auf den Rekordwert von 407,3 Millionen angestiegen.

jus/dpa

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1. Die Gäste aus aller Welt erleben hier Hoch- und Subkultur
ulli7 23.08.2013
Zur Subkultur darf man auch getrost den überhand nehmenden Hundekot auf den Berliner Gehwegen zählen. Diesbezüglich dürfte Berlin weltweit Spitzenreiter sein. Die Ordnungsämter nehmen diese Aufgabe nicht ernst. Diese Aufgabe scheint den Bediensteten der Bezirksämter unangenehm zu sein - wer will es ihnen verdenken ? Vielleicht sollte man mit Hoheitsaufgaben beliehene Unternehmer damit beauftragen, Bußgelder an die asozialen Hundehalter zu verhängen ?
2. Der
carlo02 23.08.2013
billige Euro macht Urlaub in D für Ausländer attraktiv. Früher war das andersrum. Da konnte man mit wenig Geld selbst im Ausland gut auskommen
3. Europäische Hauptstadt der Billichtouristen
xonra 23.08.2013
Vorglühen im Späti und dann in den Clubs abhängen und Tanzen bis Dienstag. Überall Scherben auf der Strasse. Tolle Steigerung. Die Lobgesänge der einfallslosesten Tourismusgesellschaft der Welt und ihres feiernden Bürgemeisters langweilen die Berliner.
4. gut so!
spon-facebook-1261351808 23.08.2013
Zitat von xonraVorglühen im Späti und dann in den Clubs abhängen und Tanzen bis Dienstag. Überall Scherben auf der Strasse. Tolle Steigerung.
sie sollten wissen, dass dies längst widerlegt ist und so nicht stimmt. eine jüngste Studie zeigt, dass sich die berlin-touristen nicht von denen in rom, barcelona oder münchen unterscheiden... die Stadt boomt und das ist gut so. Berlin ist groß genug von der fläche her, um viele touristen zu beherbergen. was sollen da städte wie barcelona etc, sagen, die viel kleiner sind und wo sich wirklich alles in einem viertel ballt...
5. Lobgesang auf die Kritiker
s0501557 23.08.2013
Berlin kann sicher stolz auf seine Entwicklung sein. Besucher die sich in der Stadt wohl fühlen und es weiter empfehlen scheint es offensichtlich zu geben! Plattes Berlinbashing von Kommentatoren leider auch. Schade!
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