Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Ansturm auf Central Perk: Kult-Café aus "Friends" öffnet in New York

Von , New York

Zehn TV-Staffeln lang wurde auf diesem Sofa geflirtet, gestritten, geliebt und gelitten. Jetzt gibt es das Möbel und das Café, in dem es steht, in Wirklichkeit. Das Central Perk aus "Friends" hat in New York eröffnet - der Ansturm ist riesig.

Simon Broll

Mit der Einsendung erklärt der Absender, dass er die Rechte an den Fotos besitzt, mit der Veröffentlichung einverstanden ist und die Allgemeinen Nutzungsbedingungen akzeptiert.

* optional

Vielen Dank!
Ihr Tipp wurde gespeichert - in wenigen Minuten können Sie ihn auf der Karte sehen.

Tipp mitteilen

Facebook Twitter Tipp versenden
Beitrag melden

Begründen Sie knapp, warum es mit diesem Beitrag ein Problem gibt.

Hier geht's zur großen Reise-Weltkarte

Das Schlimmste für Emily Newman war die Kälte. "Ich habe vorher noch nie auf der Straße übernachtet", sagt die 21-Jährige. "Aber für 'Friends' mache ich so gut wie alles." Deshalb steht sie an diesem Mittwochmorgen ganz vorne in der Schlange an einem Backsteinhaus im New Yorker Stadtteil SoHo. Zwei Freunde leisten ihr Gesellschaft. In wenigen Minuten öffnet hier an der Lafayette Street 199 das Central Perk, ein Nachbau des gleichnamigen Cafés aus der Kult-Serie "Friends".

Am 22. September 1994 ging die Pilotfolge der Sitcom auf Sendung. Die Serie um die chaotischen New Yorker Freunde Monica, Rachel, Phoebe, Ross, Chandler und Joey wurde bis 2004 gedreht und feierte Rekordquoten im Fernsehen. Zum Jubiläum hat das Studio Warner Bros. das fiktive Café für einen Monat nach New York, dem Spielort der Story, geholt. Und Emily will die Erste sein, die es betritt.

In der Hand hält sie einen "Smelly Cat"-Beutel, in Erinnerung an das Lied, das Phoebe häufig im Café gesungen hat. Das Souvenir ging an alle Fans, die die Nacht über vor dem Laden gestanden hatten. "Ich freue mich vor allem auf die Couch", sagt die junge Frau aus dem US-Bundesstaat Virginia. Das quietschorangefarbene Sofa ist eines der originalen Möbelstücke aus der Serie, auf dem die Hauptdarsteller über Freundschaft und Beziehungen reden konnten. Dann werden die Türen geöffnet, und Emily tritt ein.

Fotostrecke

10  Bilder
20 Jahre Kultserie "Friends": Schlangestehen am Central Perk

Erinnerungen an die Neunziger

Der Raum ist erfüllt mit dem Duft von frisch gebrühtem Kaffee. Aus den Lautsprechern klingen die Spice Girls, auf dem Flachbildschirm in der Ecke laufen Ausschnitte aus den zehn Staffeln der Serie. Alles erinnert an die Neunzigerjahre, als "Friends" die beliebteste Serie der USA war. Links vom Eingang sind Originalexponate ausgestellt. Pat the Dog etwa, der weiße Keramikhund von Joey und Chandler. Oder ein Outfit von jedem der sechs Charaktere. Am Ausgang kann man T-Shirts und Tassen kaufen.

Als Hunter Ombrose in einem Schaufenster den Verlobungsring von Monica erblickt, schreit sie in ihr Handy: "Mom, du glaubst nicht, was ich hier gerade sehe!" Die 19-Jährige ist extra aus Boston angereist, um am Eröffnungstag im Café zu stehen. Dabei war sie noch nicht einmal auf der Welt, als die Serie auf Sendung ging. "Friends" sei die erste Show gewesen, die sie mit ihrer Mutter im Fernsehen gesehen hatte, sagt sie. "Ich bin damit groß geworden. Mittlerweile habe ich jede Folge bestimmt 20-mal gesehen. Die Sitcom ist zeitlos."

Das meint auch Lindsey Nielson. Die 24-Jährige hat es sich mit einem Becher Kaffee an einem der Stehtische bequem gemacht. Jeder Besucher bekommt ein kostenloses Getränk, als Dank für das lange Anstehen. "Die Sitcom vermittelt so eindringlich, wie es für junge Menschen ist, in New York zu leben. Leute ziehen hierher, um herauszufinden, was sie mit ihrem Leben anfangen können. So wie Rachel in der ersten Folge."

Lindseys Freundin Faye Kileurn sagt: "Als ich in New York ankam, hatte ich fast täglich ein Erlebnis, bei dem ich dachte: Das ist wie bei 'Friends'." Nur eines stimme nicht. "Ich habe bisher noch keine Freundschaft mit meinen Nachbarn begonnen - so wie diese sechs", sagt die 26-Jährige.

Bisher hatten "Friends"-Jünger wenige richtige Pilgerstätten in New York City. Obwohl die Serie in Big Apple spielt, wurden die meisten Szenen im Studio in Los Angeles gedreht. Lediglich die Außenaufnahmen von Monicas Apartment, in dem die sechs Freunde sich trafen, stammen aus der Stadt. Das Gebäude liegt 20 Minuten Fußweg vom neu eröffneten Central Perk entfernt.

Gunther als Überraschungsgast

Ob irgendeiner der Hauptdarsteller dem Café einen Besuch abstatten wird, ist sehr unwahrscheinlich. Zumindest James Michael Tyler, der in der Serie den Kellner Gunther verkörperte, ist für Besuche gebucht worden.

Zwei Tage vor der Eröffnung war Tyler bereits im Laden und durfte einen ersten Blick auf die Einrichtung werfen. "Es ist surreal, hier zu stehen", sagte der 52-Jährige, der sich seine Haare zum Jubiläum der Serie wieder wasserstoffblond färben ließ. "Das Ganze erinnert mich so stark an unsere Studiokulisse. Natürlich war bei uns alles enger zusammengerückt, und wir hatten auch keine vierte Wand." Dafür wurden alle Szenen live vor Publikum gespielt, wie sich der Darsteller erinnert.

Ursprünglich hätte er nur als Statist hinter der Theke die sechs Freunde beobachten sollen. Doch dann wurde seine Rolle ausgebaut. Gunthers nicht ganz so heimliche Obsession für Rachel entwickelte sich zum Running Gag der Serie. "Ich habe nicht einmal wirklich Kaffee gebraut in der Show", sagt Tyler. "Die laufende Maschine wäre zu laut gewesen."

Im nachgebauten Central Perk ist der Kaffeeautomat dafür im Dauereinsatz. Auch Nick Poretta nimmt einen heißen Becher entgegen. "Der erste Kaffee meines Lebens", sagt der 19-Jährige und trinkt. Er hofft, dass das Café weiterhin geöffnet bleibt. "Es wäre das passende Geschenk für eine der besten Sitcoms aller Zeiten", sagt er.

Bisher soll das Central Perk nur bis zum 18. Oktober laufen. In dieser Zeit wird es werktags von 8 bis 20 Uhr und am Wochenende von 10 bis 20 Uhr geöffnet sein.

Newsletter
Die schönsten Reiseziele: Nah und Fern
Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 3 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. ist ja witzig
kirk,james-tiberius 18.09.2014
das ist echt witzig, dass die das Center Perk nachgebaut haben. Ich gucke die Serie zur zeit häufiger. Gar keine Frage die Sitcoms der 90er waren die besten. Man ist damit groß geworden. Und im moment genièße ich die Serie in High def.. Das ist High def.. Das muss man gesehen haben.. ( eine anspielung auf eine Folge von King of Queens wo es um den neuesten High Def Ferhseher geht) :-)
2. In China wird alles kopiert
DeeDee73 18.09.2014
Hier in Peking gibt es auch ein "Friends Café". Leider ist es in einer Mall und nicht von der Straße aus zugänglich. Drinnen ist es aber sehr originalgetreu nachgebaut und hat sogar im Nachbarzimmer die Replik des Wohnzimmers von Joey und Chandler. Am Ende meines Blogs sind Bilder: http://thechowsinbeijing.wordpress.com/2013/07/18/sommerferien-in-peking-teil-1/
3. Original Cafe?
suppenkoch 19.09.2014
Es sieht auf den Bildern eher so aus, als hätte man in einen großen Souvenir-Shop ein Sofa gestellt und den Hintergrund von "Friends" auf eine Leinwand dahinter gemalt. Das hat doch nichts mit dem Cafe aus der Serie zu tun.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Fotostrecke
Café Central Perk aus Serie "Friends": Ein Kaffee unter Freunden


SPIEGEL.TV