150 Jahre Tube: Dampflok schnauft durch Londons Untergrund

Comeback einer eisernen Lady: Anlässlich des 150. Geburtstags der Tube wird kommendes Jahr wieder eine Dampflok durch Londoner U-Bahn-Tunnel fahren. Mit dem Nostalgiezug erinnert der Nahverkehr an eine längst vergangene Zeit.

Londons Untergrund: Rückkehr der Dampflok
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Rauchschwaden ziehen durch die U-Bahn-Station Baker Street. Es riecht nach Kohle, nach einem anderen Jahrhundert. In London ist am Wochenende eine restaurierte Dampflokomotive durch den Untergrund gefahren - zum ersten Mal in diesem Jahrhundert. Damit hat die 1898 gebaute Bahn ihre Probefahrt absolviert und sich fit für weitere Auftritte im kommenden Jahr gezeigt. 2013 soll sie Passagiere durch die Stadt befördern, wie der "Guardian" berichtet.

Grund für das Comeback der Dampflok sei das 150. Jubiläum des Londoner U-Bahn-Systems. Als es 1863 in Betrieb ging, war es das erste auf der ganzen Welt, bis heute genießt die Underground - auch Tube genannt - bei Touristen Kultstatus. Ab Januar will die Stadt ihren Geburtstag feiern, unter anderem mit Veranstaltungen, Ausstellungen und Nostalgiefahrten.

Das Verkehrsunternehmen Transport for London (TfL) benutzte echte Dampfloks dem Bericht nach bis ins Jahr 1905. Danach wurden sie durch elektrisch betriebene Züge ersetzt. Für die Jubiläumsfahrt sollte ursprünglich so ein Modell zum Einsatz kommen. Doch letztlich bestand TfL darauf, wieder ein Original auf die Schiene zu setzen. Finanziert wurde das Jubiläumsprojekt samt Restaurierung unter anderem durch Spendenaktionen.

Die nun wiederbelebte Lokomotive mit dem Namen "Met Loco No. 1" zog bei der Probefahrt am Sonntag einen alten Wagen im viktorianischen Stil - samt Holzverkleidungen, Polstermöbeln und Gaslampen. Auf der Strecke zwischen den Tube-Stationen Earl's Court und Moorgate verbrannte sie eine Tonne Kohle.

Im Jubiläumsjahr der Tube werden Eisenbahnliebhaber die "No. 1" bei manch einer Gelegenheit auf den U-Bahn-Gleisen von Großbritanniens Hauptstadt bestaunen können. Am 13. und 20. Januar 2013 soll sie laut der britischen Zeitung "Daily Mail" durch die U-Bahn-Tunnel rauschen und den "Carriage No. 353", den ältesten einsatzfähigen Waggon der Metropolitan Railway, ziehen. Tickets gibt es hierfür jedoch keine mehr, wie der "Guardian" schreibt. Die 180 Pfund (umgerechnet rund 220 Euro) teuren Fahrscheine seien sofort ausverkauft gewesen.

Ganz reibungslos sei die Probefahrt am Wochenende nicht verlaufen. Als die Dampflok in die Baker Street einfuhr, löste sich ein Ventil, und die Station war auf einmal voller Rauch. Irgendwann kam ein Bahnhofsleiter im Nebel zum Vorschein - völlig verrußt, aber hocherfreut.

jus

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insgesamt 8 Beiträge
sikasuu 18.12.2012
... der Tunnel hinbekommen haben? . Fragt sich Sikasuu
... der Tunnel hinbekommen haben? . Fragt sich Sikasuu
Theodorant 18.12.2012
Dann müsste der Oldtimer aber eine saubere Odyssee hingelegt haben - vergleiche mal auf der Tube Map...
Dann müsste der Oldtimer aber eine saubere Odyssee hingelegt haben - vergleiche mal auf der Tube Map...
Cpt. Haddock 18.12.2012
... und wahrscheinlich ist nicht nur die Dampflok noch Original, sondern auch das Gleisbett. Jedenfalls rumpelt es dort ziemlich heftig.
... und wahrscheinlich ist nicht nur die Dampflok noch Original, sondern auch das Gleisbett. Jedenfalls rumpelt es dort ziemlich heftig.
LJA 18.12.2012
Mit Kaminen. Alle paar hundert Meter waren Abluftschächte an die Oberfläche getrieben worden. Dort konnte der Lokführer dann immer so richtig Dampf ablassen. Auf der Circle-Line im Bereich Paddington kann man diese Kamine [...]
Zitat von sikasuu... der Tunnel hinbekommen haben? . Fragt sich Sikasuu
Mit Kaminen. Alle paar hundert Meter waren Abluftschächte an die Oberfläche getrieben worden. Dort konnte der Lokführer dann immer so richtig Dampf ablassen. Auf der Circle-Line im Bereich Paddington kann man diese Kamine noch heute sehen. Allerdings sind die meisten mittlerweile nach oben hin zugemauert.
querulant_99 18.12.2012
Vermutlich wurden die Londoner Verkehrsbetriebe von der Schornsteinfeger-Innung geschmiert. Die bekommen dann hinterher einen Riesenauftrag, um den Ruß wieder von der U-Bahn-Röhre zu entfernen.
Vermutlich wurden die Londoner Verkehrsbetriebe von der Schornsteinfeger-Innung geschmiert. Die bekommen dann hinterher einen Riesenauftrag, um den Ruß wieder von der U-Bahn-Röhre zu entfernen.
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  • Dienstag, 18.12.2012 – 07:13 Uhr
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