Marbella Dreisternekoch brät bald lieber Burger

Buletten statt Bouillon: Der spanische Spitzenkoch Dani García will sein Dreisternelokal in Marbella schließen - und stattdessen Hamburger verkaufen. Ein Mahl bei ihm wird dann 20 statt 200 Euro kosten.

Dani García
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Dani García


Grüne Gazpacho, soufflierte Kartoffeln, Seewolf und Teufelskrabbe: Die Menüs von Dani García sind exquisit - und schmeckten den Gourmets vom "Guide Michelin" so gut, dass das nach dem Küchenchef benannte Lokal Dani García in Marbella kürzlich mit drei Sternen ausgezeichnet wurde. Doch nun will der spanische Spitzenkoch den Laden dichtmachen - und stattdessen künftig Burger braten.

Er habe seinen Mitarbeitern mitgeteilt, dass 2019 die letzte Saison des nach ihm benannten Spitzenrestaurants im andalusischen Badeort Marbella sein werde, schrieb García im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Der Tageszeitung "La Vanguardia" sagte der Koch, das "Dani García" werde am 22. Oktober schließen. Dann solle dort ein Steakhaus eröffnet werden, "in dem wir Hamburger verkaufen". "Ich will Konzepte zwischen 15 und 20 Euro entwerfen", sagte García. "Ich habe Lust darauf und es hat mich schon immer gereizt." Wer aktuell bei dem Spanier speisen möchte, muss für ein Menü 195 Euro zahlen.

Ob sich auch das Interieur des Lokals verändern wird, verriet García noch nicht. In seinem Lokal speisen Gäste in einem Garten mit begrünten Wänden. Auch die Präsentation der Speisen hat oft eine natürliche Note: Manche Gerichte thronen auf Zypressenzweigen oder Moos.

Das "Dani García" war erst im November mit dem dritten Michelin-Stern ausgezeichnet worden, der höchsten Würdigung des renommierten Gastronomie-Führers. In Spanien haben nur elf Restaurants drei Sterne.

Im Video: Krieg den Sternen - Boykott der Spitzenköche

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Aufs Burger-Braten allein wird sich García aber künftig nicht beschränken: Er hat noch weitere Restaurants in Marbella und Madrid und will im kommenden Jahr eines in Katar eröffnen. Er wolle die andalusische Küche in alle Welt bringen, schrieb der Koch auf Twitter. Im März wird er zudem eine TV-Küchenshow starten.

Die nächste Deutschland-Ausgabe des Hotel- und Restaurantführers "Guide Michelin" wird im Februar 2019 erscheinen. Bisher wurden die neuen Bücher, in denen die mit den begehrten Michelin-Sternen gekrönten Restaurants gelistet sind, jeweils im Herbst vorgestellt. Als Grund für die Verspätung nannte das Unternehmen die Aufnahme von mehr Orten auf der ganzen Welt.

jus/AFP



insgesamt 3 Beiträge
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dagmar_henke 19.12.2018
1. Eine wahre Herausforderung wäre es,...
ein 3 Sterne würdiges Essen für 20 Euro anzubieten. Schlechtes Essen und Burger gibt es schon mehr als genug.
ruhepuls 19.12.2018
2. Nicht machbar...
Zitat von dagmar_henkeein 3 Sterne würdiges Essen für 20 Euro anzubieten. Schlechtes Essen und Burger gibt es schon mehr als genug.
Ein wesentlicher Kostenfaktor bei "Sterne-Menüs" sind die Zutaten. Gänseleber und Seeteufel sind nun mal nicht für ein paar Euro zu haben. Außerdem gibt es auch gute Burger - wenn man sie entsprechend zubereitet.
ruhepuls 19.12.2018
3. Geld verdient man nicht mit "Sternen"
Der hohe Aufwand für eine "Sterne-Küche" (Zutaten, Ambiente, Personal, Weinkeller usw.) führt dazu, dass man damit im Grund kaum Geld verdient, auch wenn die Preise sehr hoch sind. Geld verdient man mit "Burger & Co." (oder mit Zimmern...), denn die Masse macht es.
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