Deutschlands schönste Stadtstrände Urlaub mitten in der Großstadt

Ein Strand im Berliner Parkhaus und Helgoland-Sand am Elbufer: In deutschen Großstädten verbreiten Beachclubs echtes Urlaubsgefühl für ein paar Stunden. Die besten Tipps für ein sandiges Vergnügen mitten in der City.

SRT

Egal, ob künstlich aufgeschüttet oder natürlich: Stadtstrände in Hamburg, Berlin, Köln, Stuttgart und München sorgen für Urlaubsstimmung in der Großstadt. Wer Sightseeing, Shopping und Baden miteinander verbinden will, der muss sich die Frage "Stadt oder Strand?" gar nicht stellen, sondern packt bei der nächsten Städtereise einfach Badehandtuch und Bikini ein. Wir stellen die schönsten Stadtstrände in Deutschland vor.

Hamburg: Beach-Feeling an der Elbe

In langen Badekleidern genoss man in Övelgönne am nördlichen Elbufer unweit des Hamburger Stadtzentrums schon vor 100 Jahren das Bad in der Elbe. Oder man trank einen Becher frische Milch, denn hier befand sich einst die Altonaer Milchhalle. Klanglich kann der Name Övelgönne sicher nicht mit Ipanema oder der Copacabana mithalten, aber der traditionsreichste Strand Hamburgs ist in den Sommermonaten bis heute sehr populär.

Im Beach-Club "Strandperle" kommen Strammer Max, Currywurst mit Röstkartoffeln und Waffeln mit Puderzucker auf den Tisch. Wer sein Badetuch am Strand ausbreitet, der kann mächtigen Kreuzfahrtriesen und Frachtschiffen beim Vorbeifahren zusehen. Noch zentraler liegt das "Strand-Pauli". Zwischen Fischmarkt und Landungsbrücken machen es sich Gäste auf Liegen, Korbstühlen oder einfach im Sand gemütlich und beobachten das Treiben im Hamburger Hafen.

Richtig edel gibt sich das unweit gelegene "Hamburg del Mar" neben dem Alten Elbtunnel. Surfbretter umrahmen den Eingang, Palmen dienen als Dekor, Bastschirme schützen vor der Sonne. Auf 1000 Quadratmetern Helgoländer Dünensand wurden Strandkörbe und Teakholz-Liegen verteilt. Im Nachmittagslicht könnte man das "Hamburg del Mar" fast für eine Strandbar in der Karibik halten.

Berlin: Strandbar-Dorado an der Spree

Berlin ist so etwas wie ein Dorado für Strandbar-Begeisterte, denn die Hauptstadt hat die Kunst des Stadtstrandlebens perfektioniert. Die Mutter aller Strandbars mit original Berliner Luft ist die "Strandbar Mitte".

Palmen, Oleanderbüsche und 200 Tonnen Sand sorgen bereits seit 2002 für mediterranes Flair mitten in der Großstadt. Hier können Besucher im Liegestuhl relaxen, einen Caipirinha schlürfen und den Sonnenuntergang mit Blick auf die Museumsinsel genießen.

Entspannte Atmosphäre bietet auch der Strand am ehemaligen Kraftwerk "Rummelsburg", einem Musterbeispiel der Industriebaukultur von 1906. Hier gibt es feinen weißen Sand, schattenspendende "Salas", bequeme "Daybeds" und mehrere Bambus-Bars. Regelmäßig finden in der Rummelsburg im Sommer auch Konzerte statt.

Gechillt und getanzt wird außerdem im "Yaam" an der Schillingbrücke, einer Mischung aus Beach-Club und Event-Location, und in der Strandbar "Schönwetter" auf dem Flohmarktgelände im Mauerpark. Die höchstgelegene Strandbar der Hauptstadt ist der "Skybeach" auf Deck fünf des Parkhauses der Schönhauser Allee-Arkaden. Dort haben die Betreiber auf 400 Quadratmetern Sand aufgeschüttet, Sonnenstühle platziert und Sonnenschirme aufgespannt.

Köln: Kurzurlaub am Rhein

Auch Köln hat seine Südsee-Resorts. Steigen im Sommer die Temperaturen, trifft man sich zum Beispiel im "Km 689 Cologne Beach Club". In der legeren Strand-Location direkt an den Rheinterrassen kitzelt auf 3500 Quadratmetern der Sand die Fußsohlen, Palmen wiegen sich im Wind. Vom späten Vormittag bis ein Uhr nachts herrscht hier Südsee-Stimmung. Die Lounge-Area ist mit großen Betten, Design-Sofagruppen und Thailiegen ausgestattet.

Vor dem Alltag flüchten können auch Gäste der "Sonnenscheinetage". Das Motto des Clubs lautet "Hochfahren und runterkommen". Unter Palmen und Sonnenschirmen genießt man von der obersten Etage des Aral-Parkhauses an der Cäcilienstraße einen schönen Blick auf den Kölner Dom und die Innenstadt.

Feiner Sand fast wie in der Karibik erwartet die Gäste des "Blackfoot Beach" am Fühlinger See in Köln Niehl. Auf 10.000 Quadratmetern gibt es hier ein Naturfreibad, Beachvolleyball- und Soccer-Felder, einen Hochseilgarten, einen Bootsverleih und diverse Chill-Out-Areas.

Stuttgart: Volleyball am Neckar

"Vamos a la playa" heißt es im Sommer auch in Stuttgart. In Stuttgart-Bad Cannstatt lässt sich der Sommer am besten am "Stadtstrand" am Neckarufer gegenüber der Wilhelma genießen. Platz zum Sonnen und Entspannen gibt es hier genug: Auf 800 Quadratmetern eröffnet sich den Gästen eine idyllische Dünenlandschaft mit Blick auf den Neckar. Zu Lounge-Musik-Klängen werden kühles Fassbier und feine Cocktails serviert. Die 120 Tonnen Sand sind auch die Unterlage für spannende Beachvolleyball-Matches.

Genau wie Berlin hat auch Stuttgart einen Parkhaus-Beachclub im Angebot, und zwar im obersten Parkdeck D2 am Kaufhof in der Königstraße. Im "Sky Beach" warten weiße Liegestühle, bunte Cocktails und gechillte Atmosphäre. Die Saison dauert hier von April bis Ende September.

Danach wird der Sand abgezogen und die Liegestühle verschwinden. Aber der Spaß ist auch dann noch nicht vorbei, denn im Winter hat die "Skybar" ebenfalls geöffnet. Und an schönen Tagen machen die Betreiber auch in der kalten Jahreszeit die Sonnenterrasse auf.

München: Beach-Feeling am Brunnen

Puderzuckersand, Grillwürste und kühle Getränke, dazu Live-Musik, Film und Theater: Das hat in der bayerischen Landeshauptstadt seit Jahren Tradition. Lange Zeit wurde der "Kulturstrand" in den Sommermonaten in der Leopoldstraße und an der Cornelius-Brücke aufgebaut. In diesem Jahr hat der Münchner Stadtrat beschlossen, dass er an den Vater-Rhein-Brunnen an der Ludwigsbrücke zurückkehrt.

Und so ist das Strandprojekt auch in diesem Sommer wieder eine Bühne für junge Münchner Akteure aus Musik, Theater, Kunst und Film. "Wir bieten erschöpften Städtern bis Mitte August eine Horizonterweiterung am Rande des Alltags, und das völlig ohne Flugreise", werben die Organisatoren.

Übrigens liegen Urlaubsgefühle in Münchens City auch sonst nicht fern. Wohl einzigartig unter all den Beach-Freuden in Deutschlands Metropolen ist die wilde Flusslandschaft am Flaucher. Die grünen Auen der Isar nahe dem Tierpark sind bei schönem Wetter ein Paradies für Badenixen, Sonnenanbeter und Müßiggänger. Die Münchner lieben den Flaucher nicht nur wegen der wild-romantischen Landschaft, sondern auch wegen des gleichnamigen Biergartens - einem der schönsten der Stadt.

Weitere Informationen:

Hamburg: Strandperle, Övelgönne 60, 22605 Hamburg; Strand-Pauli, Hafenstr. 89, 20359 Hamburg; Hamburg del Mar, St.-Pauli-Landungsbrücken/Parkdeck.

Berlin: Strandbar-Mitte, Monbijoustr. 3, 10178 Berlin; Rummelsburg, Rummelsburger Landstraße 2-12, 12459 Berlin; Yaam, An der Schillingbrücke, 10243 Berlin; Schönwetter, Bernauer Straße 63, 13355 Berlin; Skybeach, Schönhauser Allee 80, 10439 Berlin.

Köln: Km 689 Cologne Beach Club, Rheinparkweg 1, 50679 Köln-Deutz; Sonnenscheintage, Cäcilienstr. 32, 50667 Köln; Blackfoot Beach, Stallagsbergweg 1, 50769 Köln, Tel. 0221/16881810.

Stuttgart: Stadtstrand am Neckarufer gegenüber der Wilhelma; Sky Beach, Königsstraße 6, 70173 Stuttgart.

München: Kulturstrand am Vater-Rhein-Brunnen an der Ludwigsbrücke; Isar-Strände am Flaucher, München-Thalkirchen Nähe Tierpark; Flaucher-Biergarten.

Fabian von Poser/srt/sto

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Seite 1
Mr. Bach 25.07.2015
1. Stuttgart...
...ist einfache so eine moderne, schöne, dynamische Stadt! Die erwähnten Stadtstrände tragen auch ihren Teil dazu bei...
rotella 25.07.2015
2.
Zitat von Mr. Bach...ist einfache so eine moderne, schöne, dynamische Stadt! Die erwähnten Stadtstrände tragen auch ihren Teil dazu bei...
Ich mag die feine Ironie in Ihrem Beitrag :) Ansonsten zum Thema: Der Nachteil bei diesem Sandvergnügen sind meistens die völlig überzogenen Preise. Wir haben auch ein oberstes Parkdeck in der City, dass zum Sand/Sonnenbereich umfunktioniert wurde. Wirklich sehr schön gemacht, aber die Preise... Ein Cappu z.B. 3,50 während nebenan in der Markthalle ein viel besserer Cappu nur die Hälfte kostet.
gpkneo 25.07.2015
3. Mainzstrand
Mainzstrand nicht zu vergessen, Chillen ,Volleyball spielen vor traumhafter Kulisse des "Goldenen Mainz "
A.Lias 25.07.2015
4. Hamburg kann Strand auch ohne Clubs...
...die ganze Strecke von Altona bis Wedel.
Mr. Bach 25.07.2015
5. Von Ironie keine Rede...
Komme selbst ursprünglich aus Frankfurt. Habe dieser Stadt bewusst den Rücken gekehrt und bin nach Stuttgart gezogen. Einfach wesentlich mehr los hier!
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