Dubai als Filmkulisse: Cliffhanger am Chalifa

Von Helge Sobik

Wenn Hollywoods Produzenten nach passenden Kulissen suchen, kommt ihnen immer häufiger Dubai in den Sinn. Als Doubles können Souks und Skyline für Städte weltweit herhalten - und selbst neben Stars wie Tom Cruise spektakulär wirken.

Dubai als Filmkulisse: Hollywoods neuer Star Fotos
2013 by Paramount Pictures

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Als er das letzte Mal da war, trugen die meisten Menschen um ihn herum Turbane und es gab indisches Fingerfood auf einem Stehempfang. So etwas wie verpoppte Tempelmusik lief vom Band. Als er das letzte Mal da war, konnte er nicht lange mitfeiern - er musste sich in eines der oberen Stockwerke schleichen und einen Gangster zur Strecke bringen, bis endlich jemand "Cut" und "Thank you" rief und die Scheinwerfer abgeschaltet wurden: Tom Cruise in Dubai.

Als er hier für den vierten Teil des Kino-Welterfolgs "Mission Impossible" vor der Kamera stand, doubelte das damals noch nicht ganz fertiggestellte Hotel Jumeirah Zabeel Saray den Palast eines Milliardärs in Mumbai. 400 Statisten für die Tanz- und Fingerfood-Szene in der mit Gold und prachtvollen Säulen ausstaffierten Lobby waren via Zeitungsinserat gesucht und schließlich aus Tausenden Bewerbern ausgewählt worden.

In den Tagen zuvor war der Hollywood-Star in Höhe des 145. Stocks an der Fassade des Wolkenkratzers Burj Chalifa entlanggeklettert. Und seitdem geben sich Produzenten auf Location-Suche in Dubai die Klinke in die Hand.

Kein Happy-End mit George Clooney

Die Stadt mit ihrer unverkennbaren Skyline, aber auch mit dem Multikulti-Mix an möglichen Sets mausert sich zur Filmmetropole. Wenn Hollywood-Produzenten nach der passenden Kulisse für ihren nächsten Film suchen, kommt ihnen immer häufiger auch die Metropole am Persischen Golf in den Sinn: weil manches Gebäude dort nach wenigen Handgriffen so tun kann, als stünde es in Indien oder Pakistan, in Manila oder Shanghai, sogar in Teheran oder New York.

Der Dubaier Gold-Souk könnte zwei Einstellungen lang an jedem Ort der arabischen Welt sein, der Gewürzmarkt für einen Kameraschwenk lang für Kairo stehen. Und die langen Reihen der alten bauchigen Dhaus, der betagten Holzschiffe entlang des Dubai Creeks, könnten jene in Mumbai oder Karatschi doubeln. Nie müsste das Filmteam mit allem Equipment für viel Geld weiterreisen, und immer ließe sich dem Kinozuschauer vorgaukeln, ein neuer Film spielte an den verschiedensten Orten der Welt.

Auch George Clooney drehte bereits in Dubai, Matt Damon war damals mit von der Partie. Von der Autobahn im Hinterland der Stadt aus filmten sie mit der Skyline am Horizont - obwohl im Film mit keinem Wort erwähnt wird, dass es sich um Dubai handelte. Das war auch besser so, denn die Marketing-Verantwortlichen vor Ort waren alles andere als glücklich mit dem Ergebnis. Der Film heißt "Syriana" und spielt sicherheitshalber in einem fiktiven arabischen Land. In der Schlusseinstellung fällt dessen reformfreudiger, charismatischer Herrscher einer Autobombe zum Opfer. Ein Happy-End sieht anders aus, eine verkappte Werbekampagne im Kino erst recht.

Bollywood ist Dubais Liebling

Dabei sind weltweit jedes Jahr gut 40 Millionen Reisen durchs Kino motiviert. Ein Film infiziert die Menschen offenbar, an dessen Dreh- oder Handlungsorte zu reisen und das, was auf der großen Leinwand so schön war, selber erleben zu wollen. Solange es nicht ein Kriegsfilm, Horrorfilm oder etwas ist, was einem mit flauem Gefühl im Magen aus dem Kino gehen lässt.

Die Superstars des indischen Kinos, die Helden von Bollywood, drehen deshalb nahezu ununterbrochen in Dubai. Von ihren Produkten haben die politisch Verantwortlichen vor Ort wenig zu befürchten: Bollywood-Filme sind eher heiter und bunt, alles in allem leichte Unterhaltung. Bei US-Produktionen könnte das anders sein - und gleichwohl sind die Chancen verlockend, die so ein Projekt bietet.

Bei "Mission Impossible 4" trafen sich deshalb lange vor Drehbeginn Mitglieder der Herrscherfamilie mit Tom Cruise in London, um etwaige Sorgen auszuräumen. Unter der Hand heißt es sogar, das in dieser Hinsicht eher restriktive Emirat habe der Filmfirma nicht nur bereitwillig die gewünschten Drehgenehmigungen erteilt, sondern zudem einen beträchtlichen Zuschuss geleistet. Drei Tage dauerte der Dreh im Jumeirah Zabeel Saray, das praktischerweise dem Kronprinzen von Dubai gehört. Wenige Minuten wurden daraus später im fertigen Film.

Die Hotelgruppe hatte sich zuvor vertraglich zusichern lassen, mit der Rolle des Hauses in dem Hightech-Agentenstreifen werben zu dürfen - damit auch ein paar der Millionen Filmreisenden davon erfahren und die in der Nebensaison ab 250 Euro pro Nacht teuren Zimmer füllen. Im Film nämlich ist das Gebäude gar nicht als Hotel kenntlich gemacht. Da hatte es das Armani Hotel einfacher, das ein gutes Dutzend Stockwerke im Burj Chalifa belegt. Cruise und sein Agententeam checkten quasi vor laufender Kamera dort ein. Weil es das einzige Hotel in dem riesigen Gebäude ist, musste nicht einmal der Name fallen.

Smoking in der Vitrine

Und weil Werbung alles ist, durfte Agent Ethan Hunt alias Tom Cruise sogar die raumhohe Fensterscheibe seiner Suite zertrümmern und nur mit einem Seil gesichert aus dem 145. Stock springen. In Wirklichkeit reicht das Armani Hotel nur bis zum 39. Stock. Für den Film war es hübscher, es nach weiter oben zu verlegen: wegen der Aussicht.

Zabeel-Saray-Direktor Stephan Schupbach hat erst kürzlich ein Paket aus Hollywood in der Post gehabt. Darin enthalten: der Smoking, den Tom Cruise bei den Aufnahmen in der Hotellobby getragen hat. Er soll nun in einer Vitrine ausgestellt werden - um auch dann noch an die Leinwandprominenz des Hauses zu erinnern, wenn "Mission Impossible 5" und "6" längst im Kasten sind. Und womöglich keiner mehr vom vierten Teil und all den Aufnahmen in Dubai spricht.

Die Stadtväter aber haben nun gute Drähte in die Filmbranche drüben in Kalifornien. Gerade werden zwei Produzenten erwartet, denen ein paar hübsche Locations am Creek, zwischen den Wolkenkratzern an der zehnspurigen Sheihk Zayed Road und auf der Palme gezeigt werden sollen. Einmal geht es um eine romantische Komödie, das andere Mal um Action. Und jedes Mal um eine Multi-Millionen-Geschichte. Das dürfte werbewirksam werden.

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1.
dunham 21.03.2013
Zitat von sysop2013 by Paramount PicturesWenn Hollywoods Produzenten nach passenden Kulissen suchen, kommt ihnen immer häufiger Dubai in den Sinn. Als Doubles können Souks und Skyline für Städte weltweit herhalten - und selbst neben Stars wie Tom Cruise spektakulär wirken. http://www.spiegel.de/reise/staedte/dubai-als-filmkulisse-mission-impossible-im-souk-a-889899.html
Nun, gemeint war wohl "neben denen selbst Tom Cruise spektakulär wirkt". Der Mann ist kein Schauspieler sondern ein Darsteller. Seit "Top Gun" spielt er nur noch eine Rolle: sich selbst. Und Humor hat er auch nicht. Nun, Dubai ist sicher eine schöne Kulisse. Die meisten Kinogänger wünschen sich aber heute vielleicht wieder mehr Inhalt und weniger Form. Die dauerhaft beliebten Filme punkten nämlich mit Kulör statt Kulisse. DH
2. Aha. Soso.
Stelzi 21.03.2013
Zitat von dunhamNun, gemeint war wohl "neben denen selbst Tom Cruise spektakulär wirkt". Der Mann ist kein Schauspieler sondern ein Darsteller. Seit "Top Gun" spielt er nur noch eine Rolle: sich selbst. Und Humor hat er auch nicht. Nun, Dubai ist sicher eine schöne Kulisse. Die meisten Kinogänger wünschen sich aber heute vielleicht wieder mehr Inhalt und weniger Form. Die dauerhaft beliebten Filme punkten nämlich mit Kulör statt Kulisse. DH
Schön, dass du mal aus dem Nähkästchen geplaudert und uns das alles erklärt hast. Besonders deine enge Bekanntschaft zu Tom Cruise ist ja wahnsinnig spannend - was hat er denn sonst noch sp für schwächen abseits seiner humorlosigkeit? Ich fand ihn in seiner kleinen Nebenrolle Tropic Thunder ja ganz witzig, aber das is ja nicht dasselbe...
3.
spon-facebook-10000351791 21.03.2013
Zitat von dunhamNun, gemeint war wohl "neben denen selbst Tom Cruise spektakulär wirkt". Der Mann ist kein Schauspieler sondern ein Darsteller. Seit "Top Gun" spielt er nur noch eine Rolle: sich selbst. Und Humor hat er auch nicht. Nun, Dubai ist sicher eine schöne Kulisse. Die meisten Kinogänger wünschen sich aber heute vielleicht wieder mehr Inhalt und weniger Form. Die dauerhaft beliebten Filme punkten nämlich mit Kulör statt Kulisse. DH
definieren sie bitte anhand der folgenden Filme ihre Aussage "sich selbst" Rain Men Eine Frage der Ehre Interview mit einem Vampir Vanilla Sky Last Samurai Operation Wallküre
4. 3 Mal das gleiche Kommentar, nur mit anderen Worten
spon-facebook-10000313303 21.03.2013
Wie kann es denn sein, dass 3 Leute nacheinander fast das Gleiche hier posten ;) Immer wieder gibt es Stars, die sich für Tom Cruise aussprechen und ihn als unglaublichen Menschen beschreiben. Die meisten Kritiker verkuppeln das mit Scientology (auch hier der Fall?!). Letztens erst hat Felix Baumgartner sein Treffen mit Tom Cruise als einen der tollsten Momente seines Lebens bezeichnet. In meinen Augen spricht das eher für Scientology, als dagegen ... aber ansonsten sollte man ihn als Schauspieler sehen und seine Religion seine private Sache sein lassen!
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