Von Karolin Langfeldt
Die Brüder Edial und Floris Dekker wohnen noch nicht so lange in Berlin. Deshalb sind die beiden Holländer vertraut mit den Problemen von Reisenden und Neuankömmlingen. Sie kennen die Enttäuschung, die mancher Hauptstadt-Tourist verspürt, der eine Reise in die angeblich spannendste Metropole Europas gebucht hat - und dann trotzdem das Gefühl hat, nichts zu erleben.
"Wenn du neu in eine Stadt kommst, ist es schwierig, etwas Interessantes zu finden. Man kann ins Kino gehen, auf Partys, sich die Sehenswürdigkeiten angucken", sagt der 27-jährige Edial. "Und man holt sich den Lonely Planet, aber das ist so old school!" Erstens treffe man dann nur Leute, die auch reisen, und zweitens veralte so ein Reiseführer wahnsinnig schnell.
Das passt inzwischen vielen nicht mehr ins Reisekonzept: "Als junger Mensch möchte man wissen, was hier und jetzt passiert. Man möchte mit den Locals und wie die Locals die Stadt erleben."
Schon vor mehr als zehn Jahren halfen dabei Gratis-Übernachtungs-Plattformen wie Hospitalityclub und Couchsurfing, inzwischen verfolgen kostenpflichtige Privatunterkünfte-Vermittler wie airbnb und 9flats ein ähnliches Konzept. "Stop being a tourist", lautet das Motto. Und die Dekker-Brüder starteten Ende 2011 die Plattform "Gidsy" in Berlin und konnten mit ihrem Konzept sogar Hollywood-Star Ashton Kutcher als Geldgeber gewinnen.
Das Prinzip ist einfach: Jeder kann auf Gidsy eine Aktivität anbieten, von der Stadtführung bis zum Strickkurs, von Gitarrenunterricht bis Aktzeichnen. Wer mitmachen will, muss einen Betrag zahlen, zehn Prozent davon geht an Gidsy. Die Idee kommt an, inzwischen gibt es Gidsy-Netzwerke in Amsterdam, New York, Los Angeles, San Francisco und London. Wir haben in Berlin drei Angebote getestet.
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