Illustrierte Stadtpläne London, entfalte dich!

Diese Stadtpläne sind klein genug für die Hosentasche, enthalten außergewöhnliche Tipps - und sind liebevoll illustriert. In den Faltkarten des britischen Verlags Herb Lester ist jede Stadt so reizend porträtiert, dass man sofort hinfliegen möchte.

Stephanie Lynn / Herb Lester Associates

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Alle reden vom Londoner East End: von den Szene-Bars in dem ehemaligen Arbeiterviertel, den neuen Boutiquen, der multikulturellen Atmosphäre. Aber wo genau zwischen Hackney Wick und Shoreditch High Street kriegt man das beste Frühstück (wie wär's mit einem Thymian-Honig-Croissant?), ein überraschendes Mitbringsel (zum Beispiel eine Ukulele), eine angesagte Klamotte oder ein paar Meter Stoff (von Leinen bis Kunstfell), aus dem man sich später selbst etwas schneidert?

Antworten auf diese und viele andere Fragen geben die Autoren des London-Stadtplans "An East London Companion". Der kleine, faltbare Reisebegleiter über den Osten der Olympiastadt ist einer von 20 Stadtplänen, die der britische Mini-Verlag Herb Lester bisher veröffentlicht hat. Die beiden Gründer Ben Olins und Jane Smillie machen keine gewöhnlichen Reiseführer: "Es gibt in unseren Guides nicht die unendliche Auswahl an Empfehlungen", sagt Olins, "sondern meinungsstarke Tipps und einen scharfen Fokus."

In der Tat dreht sich in den Straßenkarten alles um einen kleinen geografischen Stadtausschnitt ("The Map of Spitalfields Life"), ein bestimmtes Thema ("Verborgenes London") oder um das Interesse einer speziellen Leserschaft. Der "Uncle's Guide to London" etwa liefert Freizeittipps für Onkel (aber auch Tanten und Touristen), die mit einem kleinen Neffen, einer Nichte (oder dem eigenen Kind) die Stadt unsicher machen wollen.

Unter den Empfehlungen in der verspielt illustrierten Faltkarte sind nicht nur die schönsten Spielzeugläden der Stadt eingezeichnet, sondern auch kindgerechte Museen, Wasserfontänen für heiße Sommertage und ein Ort, an dem man herrlich picknicken und Drachen steigen lassen kann: der Parliament Hill. "An einem sonnigen und windigen Tag sorgen die bunten Wolkenstürmer für ein ziemliches Spektakel am Himmel", heißt es darin.

Skizzen einer Stadt

Spektakulär ist vor allem das Layout der Herb-Lester-Stadtpläne, die man im Internet bestellen kann. Jede Ausgabe wird von einem anderen Illustrator gestaltet, jede hat eine eigene Anmutung: "Writing London" beispielsweise führt Leseratten auf die Spuren britischer Schriftsteller. Die Fassaden ihrer Häuser sind skizzenhaft in den Stadtplan eingezeichnet - es sind Zeichnungen, die Lust machen, den Kopf in die Türen zu stecken und mehr über diese Orte zu erfahren.

Touristen, die anhand des Stadtplans durch die Straßen von London navigieren, lernen, wo Rudyard Kipling den Großteil des "Dschungelbuchs" schrieb (im Brown's Hotel). Oder dass George Orwell eine Vorliebe für Absinth mit Würfelzucker hatte (und darum das Pub "The Dog & Duck" mochte).

Das Schöne an diesen und weiteren 65 literarischen Orten in London: Man kann sie alle besuchen. So wie auch die 82 Schauplätze in der Faltkarte "Wildes London" ("Untamed London"). Darin wird empfohlen, die unberührte Natur inmitten der Großstadt unter die Lupe zu nehmen - vor allem für Angler, Vogelbeobachter und Botaniker sind tolle Erlebnisse dabei. Entsprechend dem Thema ist der Reiseführer mit Fischen, Vögeln, Bäumen und Schmetterlingen verziert, alle Empfehlungen sind als grüne Blätter eingezeichnet.

Trikolore und Retro-Design

Die beiden Londoner Olins und Smillie interessieren sich aber nicht nur für ihre Heimat. Auch für amerikanische Städte (New York, Austin, Chicago) und europäische Metropolen gibt es Herb-Lester-Pläne. Während bei einer der Paris-Karten verschnörkelte Schrifttypen zum Einsatz kommen und eine Farbgebung gemäß der Trikolore gewählt wurde, ist die gerade erschienene Amsterdam-Karte im künstlerischen Retro-Design angelegt. Lobenswert am Berlin-Stadtplan: Nicht nur angesagte Viertel wie Kreuzberg und Mitte wurden berücksichtigt, sondern auch Stadtteile wie Charlottenburg und Treptow.

Illustriert hat diese Karte der in New York lebende Grafiker Ed Nacional. "Wir arbeiten mit extrem talentierten Designern zusammen", sagt Ben Olins. "Manchmal kommen sie aus den porträtierten Städten, manchmal nicht." Wenn Olins eine Idee für eine Straßenkarte hat, macht er sich zusammen mit seiner Partnerin an die Arbeit - und auf die Suche nach den besten Insidertipps. Sie fragen Freunde und Bekannte nach ihren Lieblingsorten, sie lesen Bücher und Blogs und schreiben eine lange Liste an Orten, die sie später testen. "Unsere Karten sind klein, aber es steckt viel Arbeit darin."

Sein Prinzip: "Wir empfehlen den Leuten das Gute und raten ihnen, den Rest zu ignorieren." Das Gute - das können alltägliche, gewöhnliche Orte sein, etwa ein Kurzwarenhändler oder ein Pub mit langer Tradition. Unter den Empfehlungen sind aber auch Orte, die ein Tourist vielleicht nicht so leicht angesteuert hätte: ein brasilianischer Supermarkt oder ein Bauernhof mitten in der Stadt, mit Ziegen, Schweinen und Hühnern. Nicht umsonst bezeichnet Herb Lester seine Karten als "Guides to the Usual and Unusual".

Haben Sie in London einen Ort entdeckt, den Sie weiterempfehlen wollen? Tragen Sie ihn in unsere interaktive Reisekarte ein!

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insgesamt 3 Beiträge
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Seite 1
Onkel Helmut 02.08.2012
1. Hübsch, aber nicht zu gebrauchen
Nach dem, was auf der Fotostrecke zu sehen ist, scheinen die "Stadtpläne" eher Illustrationen ohne tatsächlich praktischen Nutzen zu sein. Man wird wohl eine wirkliche Stadtkarte danebenlegen müssen, um die erwähnten Sehenswürdigkeiten überhaupt finden zu können. P.S. in diesem Zusammenhang empfehle ich der Autorin des Artikels einmal nachzuschlagen, was eine "Karte" und ein "Plan" im Gegensatz zu (und darum handelt es sich hier offensichtlich) "Graphik" oder "Illustration" ist.
hoffer 02.08.2012
2. bezahlte Werbung
Oben neben der Fotostrecke steht unauffällig Anzeige. Also ein bezahlter Werbeartikel.
eigene_meinung 03.08.2012
3. Soll man für diese "Pläne" bezahlen?
Da ziehe ich doch die kostenlosen Stadtpläne vor, die es z.B. in Hotels und Fremdenverkehrsbüros gibt.
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