High Line Park in New York Grüne Schneise im Großstadtdschungel

Einfach mal Gras über die Sache wachsen lassen: In New York gilt dieses Motto schon seit zwei Jahren für eine stillgelegte Hochbahntrasse mitten durch Manhattan. Jetzt wurde der Stelzenpark High Line verlängert - und bietet den Großstädtern einen Rückzugsort im Grünen.

AFP

New York - Mehr Gras, mehr Blumen, mehr Blick: Der vor zwei Jahren in Manhattan eröffnete High Line Park ist nun doppelt so groß wie zuvor. Maß die auf alten Eisenbahngleisen errichtete Grünfläche zuvor nur eine halbe Meile (rund 800 Meter), erstreckt sie sich nun von der Gansevoort Street bis zur 30. Straße auf einer ganzen Meile (rund 1,6 Kilometer).

Diese Woche weihte New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg den zweiten Teil des Parks ein. Bei seiner Eröffnung im Juni 2009 bezeichnete er ihn als "ein besonderes Geschenk für die Zukunft unserer Stadt", wie die "New York Times" damals berichtete. Nun könne man den Park noch mehr genießen, zitierte ihn die britische Zeitung "Guardian".

Die bei Touristen wie Anwohnern gleichermaßen beliebte Attraktion verbindet nun die New Yorker Stadtteile Meatpacking District, West Chelsea und Hell's Kitchen und wartet mit ein paar buchstäblichen Höhepunkten auf: Von einem Ausblick namens "Falcone flyover" haben Besucher eine spektakuläre Sicht auf grüne Hügel und Rasenflächen, die sich durch die Stadt schlängeln. 210 verschiedene Arten von Bäumen, Stauden und Büsche wurden in den High Line Park gepflanzt. "Das ist ein unglaublicher Zufluchtsort, wenn man dem Verkehr in der Stadt entkommen will", zitiert der "Guardian" eine Anwohnerin.

Im nördlichen Teil des Parks reihen sich neuerdings Bars und Stände aneinander, an denen Falafel, Eis oder Bier und Cola verkauft werden. Ende Juni sollen weitere Aufzüge in Betrieb genommen werden, was den Park komplett barrierefrei und somit auch für Rollstuhlfahrer zugänglich machen wird.

Mehr als vier Millionen Besucher zog der Bürgerpark auf Stelzen seit seiner Eröffnung im Juni 2009 an. "Die High Line ist inzwischen ein weltbekanntes Ausflugsziel und eine New Yorker Ikone", sagte Bloomberg. Der erweiterte Teil eröffne Besuchern noch mehr Ausblicke auf die Stadt, zum Beispiel auf das Chrysler Building oder das Empire State Building.

Die zwischen 1929 und 1934 errichteten Bahngleise wurden einst für Viehtransporte im Schlachthofviertel Meatpacking genutzt. In den achtziger Jahren rasten zuletzt Züge durch die Häuserschluchten. Seither ist Gras über die Schienen gewachsen.

jus



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A-Schindler, 11.06.2011
1. Hier könnte ihre Überschrift stehen
Zitat von sysopEinfach mal Gras über die Sache wachsen lassen: In New York gilt dieses Motto schon seit zwei Jahren für eine stillgelegte Hochbahntrasse mitten durch Manhattan. Jetzt wurde der Stelzenpark High Line verlängert - und ist umso mehr ein Rückzugsort für die Großstädter. http://www.spiegel.de/reise/staedte/0,1518,767965,00.html
Warum nicht auch in Deutschen Großstädten? Statt für Autos halt für Fußgänger und Radfahrer Hochtrassen bauen damit die Leute ungehindert über den Straßenverkehr laufen können. Zumal viele Fußwege inzwischen schon zu schmal sind durch Ausbau der Straßen. Diese Trassen müssen ja relativ wenig Gewicht aushalten und brauchen keine dicken Pfeiler und Endsprechende Fundamente. In Einkaufstraßen lässt sich so auch ein 2. Stockwerk als Verkaufsfläche Ausbauen.
kaitou1412 12.06.2011
2.
Zitat von A-SchindlerWarum nicht auch in Deutschen Großstädten? Statt für Autos halt für Fußgänger und Radfahrer Hochtrassen bauen damit die Leute ungehindert über den Straßenverkehr laufen können. Zumal viele Fußwege inzwischen schon zu schmal sind durch Ausbau der Straßen. Diese Trassen müssen ja relativ wenig Gewicht aushalten und brauchen keine dicken Pfeiler und Endsprechende Fundamente. In Einkaufstraßen lässt sich so auch ein 2. Stockwerk als Verkaufsfläche Ausbauen.
Lieber nicht. Das passt nicht zu einer eruopäischen Stadt. Hierzulande sollte man lieber den grossen Autoverkehr unter die Erde stecken und "im Erdgeschoss" Grün und Fussgänger, Fahrradfahrer und höchstens Strassenbahnen und Busse, Elektroroller/-kleinstwagen bzw Zulieferverkehr verkehren lassen. Auf Stelzen sollte man nix mehr bauen und zurück planen. Stattdessen läufts im Autolande vielerorts umgekehrt. Offis aus dem Blickfeld unter die Erde und überall fette vierspurige für die SUVs und Proleten-BMWs …
Lochblech.19 12.06.2011
3. vlc
Zitat von kaitou1412Lieber nicht. Das passt nicht zu einer eruopäischen Stadt. Hierzulande sollte man lieber den grossen Autoverkehr unter die Erde stecken und "im Erdgeschoss" Grün und Fussgänger, Fahrradfahrer und höchstens Strassenbahnen und Busse, Elektroroller/-kleinstwagen bzw Zulieferverkehr verkehren lassen. Auf Stelzen sollte man nix mehr bauen und zurück planen. Stattdessen läufts im Autolande vielerorts umgekehrt. Offis aus dem Blickfeld unter die Erde und überall fette vierspurige für die SUVs und Proleten-BMWs …
Nette Idee, aber erst wird ein Umdenken der Politik benötigt, die knicken doch immer vor dem deutschen Autofahrer ein.
dr. kaos 13.06.2011
4. Falsche 'Stadtteile'
New York City (die Kernstadt, nicht Greater New York) hat exakt FÜNF Stadtteile: Manhattan Queens Bronx Brooklyn Staten Island. Alles andere, auch die genannten Meat Packing District (!), Hells Kitchen und West Chelsea sind Districts innerhalb des Stadtteils Manhattan. district entspricht dm deutsche Bezirk.
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