Städtetipp Köln: Nichts wie Jeck!

Köln ist im Karnevalfieber. Wer dieser Tage in die Rhein-Metropole fährt, hat die Wahl: Entweder er lässt sich im Strom der Jecken treiben. Oder er nimmt Reißaus - und entdeckt die Stadt fernab von Bierpfützen und BAP-Beats. Die besten Tipps für die Domstadt.

Köln: Tipps für den Karnevalstrip
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Ob Karnevalist oder Kostümmuffel - Andreas Haller hat für jeden Typen Tipps parat. Der Autor, der gerade eine Neuauflage seines Köln-Reiseführers herausgebracht hat, empfiehlt im SPIEGEL-ONLINE-Fragebogen Kneipen, Stadtspaziergänge und Orte zum Entspannen.

Herr Haller, was müssen Karnevalsanfänger beachten, um sich in Köln nicht zu blamieren?

Die Kölner sind ein ziemlich tolerantes Volk, das Neulingen den einen oder anderen Fehltritt rasch verzeiht. Was aber gar nicht geht: unkostümiert zu einer Karnevalsparty kommen. Wer Phantasie und Herzblut in seine Verkleidung investiert und wenigstens einige Zeilen des typisch kölschen Liedguts kennt, wird eine gute Zeit haben.

Wie orientieren sich Ortsfremde im Kölner Kneipendschungel?

Wer an Karneval zum ersten Mal in Köln zu Gast ist, sollte auf jeden Fall ein Brauhaus in der Altstadt aufsuchen. Jungen Besuchern gefällt sicher die Szenekneipe "Museum" am Zülpicher Platz. Andere fühlen sich im legendären "Klimperkasten" mit seinen selbstspielenden Musikinstrumenten wohl. Für eingefleischte Jecken aber ist an Karneval die ganze Stadt eine einzige Kneipe. Zwischen draußen und drinnen wird oft kaum unterschieden.

Wo steigt die exotischste Party?

Der Kölner Karneval steht jedes Jahr unter einem anderen Motto. Dieses Jahr lautet es "Fastelovend em Blot, he un am Zuckerhut" (Karneval im Blut, hier und am Zuckerhut) - eigentlich eine Steilvorlage für Samba- und Latinonächte! Entsprechende Partys finden Tanzwütige zum Beispiel im Club "Petit Prince" am Hohenzollernring. Die Disco ist auf Samba, Salsa und andere lateinamerikanische Rhythmen spezialisiert, und das nicht nur in der fünften Jahreszeit.

Wer dem ganzen Trubel lieber entkommen möchte,...

...schaut sich Köln von oben an, zum Beispiel von der Deutzer Rheinseite aus. Im modernen Bürohochhaus KölnTriangle bringt einen der Fahrstuhl auf die Aussichtsplattform. Hier hat man einen tollen Blick auf die ganze Stadt - natürlich auch auf den Dom.

Wo entspannen sich Köln-Besucher im Winter?

In der rechtsrheinisch gelegenen Claudius-Therme. Hier baden Wellnessfans im Schwebebecken wie im Toten Meer oder lassen sich bei Unterwassermusik und Lichteffekten treiben. Wer Hitze mag, hat in der Saunalandschaft die Wahl zwischen finnischen Dampfbädern, ayurvedischem Ölzauber, Honig-Aufgüssen oder einem traditionell sibirischen Banja-Ritual, bei dem Birkenwasser verdampft. Man erreicht diese Wellnessoase bei einer grandiosen Aussicht über Köln: mit der Seilbahn, die den Fluss überquert.

Wohin für einen ausgedehnten Stadtspaziergang?

In das Viertel Ehrenfeld jenseits des Innenstadtrings. Bei Nachtschwärmern hat es in den letzten Jahren an Beliebtheit gewonnen, tagsüber verirren sich nur selten Touristen hierher. Wer ein Faible für die mächtigen und unter Denkmalschutz stehenden Bauten verflossener Industriekultur hat oder dem unverfälschten kölschen Lebensgefühl zwischen gründerzeitlichen Fassaden auf die Schliche kommen will, ist hier genau richtig.

Wann herrscht in der Rheinmetropole die romantischste Stimmung?

Natürlich beim Sonnenuntergang, der am schönsten von der Deutzer Promenade am rechten Rheinufer anzusehen ist. Hier muss dann jeder für sich die Entscheidung treffen, ob ein Tag endet oder die Nacht beginnt.

Und wohin geht es dann, sollte die Wahl auf Letzteres fallen?

Eine lange Kölner Kneipennacht startet mit einem Glas Kölsch in der Brennerei Weiß am Rudolfplatz. Da ist man bereits mitten im Geschehen, die Wege hinüber ins Belgische Viertel mit den meisten Bars und Clubs der Stadt sind kurz.

Wo treffen sich die Schnapsleichen zum Katerfrühstück?

Es gibt an Karneval kaum eine Kölner Kneipe, die kein Katerfrühstück anbietet. Einer meiner persönlichen Lieblingsorte ist der "Salon Schmitz" in der Aachener Straße. Die Bar mit dem szenigen Backsteinambiente ist bei allen beliebt, die herzhafte oder süße Snacks am Morgen schätzen - egal ob vor oder nach dem Schlafen.

Die Fragen stellte Julia Stanek.

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insgesamt 19 Beiträge
j2011 08.02.2013
für den echten Kölner gibt es an Karneval eine eiserne Regel: Meidet den Radius von 2 km rund um den Dom an Karneval. Echter Kölner Straßenkarneval findet nicht in und um den Gürzenich und in der Innenstadt statt, sondern in den [...]
für den echten Kölner gibt es an Karneval eine eiserne Regel: Meidet den Radius von 2 km rund um den Dom an Karneval. Echter Kölner Straßenkarneval findet nicht in und um den Gürzenich und in der Innenstadt statt, sondern in den Vororten wie Deutz, Ehrenfeld und Nippes.
loeweneule 08.02.2013
Wenn ich in der Einleitung schon lese, daß der Autor ausgerechnet BAP anführt, eine Gruppe, die mit Karneval nichts am Hut hat, dann möchte ich an den Köln-Kenntnissen des Autors einigermaßen zweifeln.
Wenn ich in der Einleitung schon lese, daß der Autor ausgerechnet BAP anführt, eine Gruppe, die mit Karneval nichts am Hut hat, dann möchte ich an den Köln-Kenntnissen des Autors einigermaßen zweifeln.
Plasmabruzzler 08.02.2013
Seit wann wird denn BAP zu Karneval angestimmt? Die Band BAP macht mit Sicherheit keine Karnevalsmusik. Etwas anders sieht es da bei Brings aus: früher Kölsch-Rock (oder wie man es auch nennen mag) und heute (auch) [...]
Zitat von sysopOder er nimmt Reißaus - und entdeckt die Stadt fernab von Bierpfützen und *BAP-Beats*. Die besten Tipps für die Domstadt.
Seit wann wird denn BAP zu Karneval angestimmt? Die Band BAP macht mit Sicherheit keine Karnevalsmusik. Etwas anders sieht es da bei Brings aus: früher Kölsch-Rock (oder wie man es auch nennen mag) und heute (auch) Karnevalsmusik :-(
kanikombolé 08.02.2013
Der Laden am Hohenzollernring heisst "Petit Prince". Wäre aus grammatikalischer Sicht sonst ja wohl auch ein ziemlich peinlicher Name!
Der Laden am Hohenzollernring heisst "Petit Prince". Wäre aus grammatikalischer Sicht sonst ja wohl auch ein ziemlich peinlicher Name!
mujer_rebelde 08.02.2013
Dann wüssten Sie vielleicht, dass die Rheinseilbahn jedes Jahr bis Mitte März eine Winterpause einlegt. Und dass BAP garantiert keine Band ist, die Karnevalsmusik macht - wie ja bereits mehrfach angemerkt. Wenn sich in Ihrem [...]
Dann wüssten Sie vielleicht, dass die Rheinseilbahn jedes Jahr bis Mitte März eine Winterpause einlegt. Und dass BAP garantiert keine Band ist, die Karnevalsmusik macht - wie ja bereits mehrfach angemerkt. Wenn sich in Ihrem Reiseführer weitere solcher toll recherchierten Tipps finden, wünsche ich allen Köln-Besuchern viel Erfolg!
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  • Freitag, 08.02.2013 – 07:23 Uhr
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BUCHTIPP

Zur Person
  • Andreas Haller
    Andreas Haller, geboren 1964, arbeitet als freier Autor für den Michael Müller Verlag und als Studien- und Wanderreiseleiter. Seine liebsten Reiseziele befinden sich in Indien, Süditalien - und Nordrhein-Westfalen. Kürzlich erschien die zweite Auflage seines Köln-Reiseführers.





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