Kopenhagens Meerjungfrau wird 100: Happy Birthday, kleine Nixe!

Auch Meerjungfrauen bleiben vom Alter nicht verschont: Seit 100 Jahren wacht die berühmte Statue über den Hafen von Kopenhagen. In dieser Zeit bekam sie es nicht nur mit zahllosen Grapschern zu tun, sondern sogar mit echten Halsabschneidern.

Kopenhagens Meerjungfrau: 1,25 Meter groß, 100 Jahre alt Fotos
DPA

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Um die Liebe eines Prinzen zu gewinnen, verließ sie ihren Lebensraum im Wasser und wagte sich in die Welt der Menschen. Die "kleine Meerjungfrau" aus Hans Christian Andersens berühmtem Märchen war ein reiselustiges Geschöpf.

Als ihr bronzenes Ebenbild dagegen das Wasser des Öresunds in Kopenhagen verließ, um die Liebe der Chinesen auf der Expo 2010 in Shanghai zu gewinnen, waren viele Dänen empört. Man hatte sich an die melancholisch dreinblickende Dame an der Langelinie-Uferpromenade gewöhnt und wollte sie nun behalten. Ob sie vielleicht aus Langeweile über die dröge Aussicht auf Schornsteine und Windräder so traurig guckte, fragte keiner.

Eine Abstimmung brachte dann doch eine knappe Mehrheit, und das Wahrzeichen Kopenhagens durfte erstmals seit dem 23. August 1913 raus aus der dänischen Hauptstadt. Vor nunmehr 100 Jahren hatte der Künstler Edvard Eriksen die 1,25 Meter hohe und 175 Kilo schwere Skulptur neben dem alten Kastell platziert, ein Brauereierbe hatte sie bezahlt. Heute gilt sie als eines der kleinsten Wahrzeichen der Welt und zählt zu den bekanntesten Bronzefiguren Europas.

Vor allem bei Asiaten beliebt

Wer berühmt ist, wird nicht nur geliebt: Immer wieder wurde die Meerjungfrau zum Opfer nächtlicher Anschläge. Unbekannte hackten ihr Kopf oder Arm ab, besprühten sie mit rosa Farbe, versahen sie mit einer Burka, einem Plastikpenis und - vor einem Europapokal-Fußballspiel - gar mit einem Schalke-04-Schal. Mit stoischer Miene erträgt sie jeden Tag von Urinstinkten getriebene Touristen, die für ein Erinnerungsfoto ihre bronzenen Brüste begrapschen.

In der Hauptsaison klettern bis zu tausend Städtereisende pro Stunde zu ihr. Das ständige Berühren hat seine Spuren hinterlassen. Doch der Vorschlag der Stadtverwaltung, die Skulptur etwas weiter weg vom Ufer zu rücken, stieß in der Bevölkerung auf Widerstand. Vor allem bei Asiaten sei die Skulptur beliebt, sagt Emil Spangenberg von der Tourismusorganisation Wonderful Copenhagen. "Das Märchen von Andersen wird in China in den Schulen gelesen, deshalb wollen viele ein Bild von der Nixe."

Entsprechend beliebt war Dänemarks Expo-Pavillon in Shanghai, wo die Bronzefigur ausgestellt wurde. Als die Meerjungfrau im November 2010 zurückkam, wurde ihr ein Heldenempfang zuteil: Hunderte Kopenhagener winkten trotz Herbsteskälte mit Dänemark-Flaggen, Trompeten bliesen ein Salut.

Noch mehr Trubel wird nun zum 100. Geburtstag der "lille Havefrue" erwartet: Das ganze Wochenende lang werden die Skulptur und die Geschichte von Hans Christian Andersen gefeiert. Es gibt Tanz- und Musicalaufführungen, Lesungen, Konzerte und ein Feuerwerk. Die größte Schau aber ist geplant, wenn am Freitag 100 junge Frauen im Bikini ins Wasser springen und die Zahl 100 formen wollen.

Vielleicht wissen die Dänen erst jetzt, was sie an ihrem Wahrzeichen haben: Seit dem Ausflug nach China wurde kein schweres Attentat mehr auf die Meerjungfrau verübt.

sto/dpa

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insgesamt 7 Beiträge
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    Seite 1    
1. Anziehende Daenin
Ursprung 22.08.2013
Ja, sie ist kleiner als ihr lebendes Original, dafuer ist ihr Feuchtgebiet erheblich groesser als das aller anderen Daeninnen, ausser in strengen Wintern. Sie ist anders als uebliche Daeninnen auch eine Farbige. Und macht die sonst etwas trostlose Lage des Yachthafens dort erheblich anziehender, als waere sie nicht dort.
2. Alle 3,6s ein Besucher...
teekay1 22.08.2013
"In der Hauptsaison klettern bis zu tausend Städtereisende pro Stunde zu ihr. Das ständige Berühren hat seine Spuren hinterlassen." Wie soll alle 3,6s jemand auf den Stein klettern, sich vermutlich fotografieren lassen und wieder herunterklettern? Angesichts der runden, oft algenübersähten und damit rutschigen Steine dürfte es nicht einmal klappen, alle 3,6s einen Besucherwechsel vor dem Stein vorzunehmen...
3. Peinlicher Fehler
spon_1178579 22.08.2013
"Lille havefrue" heisst übersetzt: "kleine Gartenfrau"...macht nichts, wir wissen ja, dass Sie die: "lille havfrue" meinen...
4.
brut_dargent 22.08.2013
Peinlich? Warum? Kleine Gartenfrau? Ist doch nett, die Dame mal von ihrer Flosse zu befreien? Stellen Sie sich vor, Sie müssten ständig mit so 'nem Ding um die Beine herumlaufen! Ist ja noch schlimmer als Wasser in den Beinen! Und dann auch noch für einen Macker? Also ich weiß nicht ...
5.
spon_1178579 23.08.2013
Zitat von brut_dargentPeinlich? Warum? Kleine Gartenfrau? Ist doch nett, die Dame mal von ihrer Flosse zu befreien? Stellen Sie sich vor, Sie müssten ständig mit so 'nem Ding um die Beine herumlaufen! Ist ja noch schlimmer als Wasser in den Beinen! Und dann auch noch für einen Macker? Also ich weiß nicht ...
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