Lichterspektakel über London: Die Shard-Show
Laser-Show für Londons neues Wahrzeichen: Mit einem Lichterspektakel ist in der britischen Hauptstadt "The Shard" eingeweiht worden, der höchste Wolkenkratzer Europas - es war ein Leuchtfeuer von fast überirdischer Pracht.
London - Die Laser tauchten den Himmel über London mal in bedrohliches Grün, mal in poppiges Pink. Die Lichtstrahlen durchsäbelten die schwarze Nacht wie in einer intergalaktischen Schlacht. In der britischen Hauptstadt ist am Donnerstag mit einer großen Leuchtfeuer-Show der Wolkenkratzer "The Shard" eröffnet worden. Das Hochhaus soll das neue Wahrzeichen der Stadt werden.
Der britische Prinz Andrew weihte den 310 Meter hohen Turm ein. "The Shard" bedeutet in etwa "Die Scherbe". Den Namen erhielt das Gebäude wegen seiner Ähnlichkeit mit einem Glassplitter. Trotz der großen Ehre, die dem Wolkenkratzer durch den royalen Taufpaten zuteil wird, ärgern sich viele Londoner über den Anblick.
Bereits als der von Norman Foster entworfene Wolkenkratzer "The Gherkin" im Jahr 2004 eröffnete, beschwerten sich Anwohner über die Verschandelung der Stadt. Auch "The Shard" missfällt vielen Londonern. "Am besten ist es, wenn es regnet und sich dichter Nebel um den Wolkenkratzer legt - dann sieht man ihn wenigstens nicht", ätzte ein Mann namens Lee, der in der Nähe der "Glasscherbe" arbeitet. Er ärgert sich auch darüber, dass so ein Luxushochhaus ausgerechnet in einer von Londons ärmsten Gegenden gebaut worden ist, in der hohe Arbeitslosigkeit und Kriminalität herrschen.
Der pyramidenförmige Londoner Wolkenkratzer mit Glasfassade ist fast 310 Meter hoch. Damit überholt das neue Wahrzeichen der britischen Hauptstadt den Capital City Tower in Moskau als bislang höchstes Haus Europas. Diesen Titel wird "The Shard" allerdings wohl nur wenige Monate tragen. Noch vor Ende des Jahres dürfte ihn der Mercury City Tower in Moskau mit geplanten 332 Metern überflügeln.
Die Planungen für "The Shard" begannen vor zwölf Jahren, seit März 2009 befand sich das Haus im Bau. In der Zwischenzeit war nicht immer klar, ob der Wolkenkratzer jemals fertiggestellt werden würde.
2007 stand das Projekt kurz vor dem Aus, weil sich mit der einsetzenden Finanzkrise kein Investor für das 450 Millionen Pfund (rund 560 Millionen Euro) teure Projekt fand. Schließlich sprang das Emirat Katar ein, das 95 Prozent der Finanzierung übernahm.
bos/dapd
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