New York in den Achtzigern und Neunzigern Leben, wo es passiert

Er ging von Mannheim nach Manhattan - der deutsche Fotograf Horst Hamann lichtet seine Lieblingsstadt seit den Achtzigern ab. Die Bilder zeigen: New York City ist wie seine Bewohner. Mal schmutzig, mal schön.

Horst Hamann & Edition Panorama

New York hat von allem zu viel: zehn bis zwölf Millionen Kilogramm Privatmüll pro Tag, 18.000 Restaurants und 170 gesprochenen Sprachen.

Mehr als acht Millionen Menschen leben in der Stadt. Banker, Obdachlose, Models, und vor allem Normalos, die überteuerte Donuts und Mieten zahlen. Warum sie das tun?

Um jeden Tag dieses aufregende Gefühl haben zu können, das New York besonders macht: Jetzt, in diesem Augenblick, genau dort zu sein, wo alles passiert. "Hier gibt es nichts, das du nicht tun kannst", heißt es im Song "Empire State of Mind" des Rappers Jay-Z. Deswegen zog es schon immer Kreative dorthin, (noch) unbekannte Schauspieler und Künstler. Und der inspirierenden Atmosphäre wegen.

Auch der deutsche Fotograf Horst Hamann ist 1989 wegen der Inspiration gekommen, die "es dort an jeder Straßenecke gibt, zusammen mit positiver Energie".

Seitdem hat Hamann Tausende Bilder der Wolkenkratzer, Subways, Szenelokale und Parks geschossen, hat die Stadt und ihre Bewohner aus jeder Perspektive abgelichtet. Sein jetzt erschienener Bildband "Absolute New York" zeigt eine Auswahl dieser Fotografien. Und natürlich viele vertikale Aufnahmen. Denn mit diesen wurde Hamann berühmt und bekam dafür vom früheren Bürgermeister Rudolph Giuliani die Ehrenmedaille der Stadt überreicht.

"That's New York"

Heute lebt der Fotograf wieder in Deutschland. Doch New York könne ihm keiner nehmen, sagt Hamann. "Ich habe viel in die Stadt investiert, an Energie, Liebe, Geld und Vertrauen. Und mehr zurückbekommen, als ich erwarten konnte", sagt Hamann. Er sei sehr dankbar für all die Menschen, die er dort kennenlernen konnte.

Einen typischen New Yorker zeichnet für ihn vor allem eins aus: Tempo. "Dort laufen, denken und handeln die Menschen schneller als woanders. Dazu sind sie selbstironisch, humorvoll, tolerant und weltoffen. Eine großartige Mischung."

Hamann hat über die Jahre viele New Yorker abgelichtet: "Menschen, die für New York stehen, wie der Mexican Lunch Boy oder der indische Taxifahrer. Und Menschen, die ich zufällig auf der Straße gesehen habe und interessant fand."

In unserer Bildergalerie zeigen wir Fotografien, die Hamann in den Achtzigern und Neunzigern geschossen hat. Ein Mann in Unterhemd und mit Schnurres, der in ein Münztelefon spricht; ein beladener Flaschensammler, der nach Dosen sucht; ein Model, das den Mund spitzt. Diese Vielfalt, diese Gegensätze mache den Flair der Ostküstenmetropole aus, sagt Hamann. "That's New York. It's all in the mix."

Horst Hamann: "Absolute New York". Edition Panorama; 400 Seiten; 98 Euro.

jkö

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