Westaustraliens hippe Metropole Die zehn besten Orte in Perth

Die wohl abgelegenste Metropole der Welt gelangt jetzt regelmäßig unter die Top Ten der lebenswertesten: Perth in Westaustralien blüht seit der Jahrtausendwende auf. Hier die zehn besten Tipps.

DPA/ Campbell Jones/ Rottnest Fast Ferries

Perth ist abgelegen, ohne Frage. Bis zur nächsten größeren Stadt, Adelaide, sind es 2139 Kilometer. Bis zur australischen Hauptstadt Canberra: 3718 Kilometer. Und als 1962 der Astronaut John Glenn die Erdkugel umkreiste und alle Bewohner Perths gleichzeitig das Licht anschalteten, leuchtete die Stadt hell in einer weithin dunklen Umgebung. "City of Light" taufte sie Glenn - so nennt die 1,6-Millionen-Metropole sich noch heute.

Seit damals hat sich viel getan - vor allem seit der Jahrtausendwende. Westaustraliens größte Stadt hat viel Geld investiert: in Renovierungen historischer Gebäude und in ein neues Stadtviertel. Eine veränderte Politik bei der Vergabe von Schanklizenzen führte zu einer Explosion kleiner kreativer Bars und Imbisse, die denen von Melbourne oder Sydney Konkurrenz machen. Perth wird regelmäßig unter die Top Ten der lebenswertesten Städte der Welt gewählt.

Und für Sonnensucher besonders wichtig: Perth ist nicht nur die abgelegenste Großstadt des Fünften Kontinents, vielleicht gar der ganzen Welt, sondern auch die sonnigste. Sonnenschutz und Badesachen müssen daher neben die Ausgehklamotten ins Gepäck. An 19 Stadtstränden lässt es sich wunderbar schwimmen, schnorcheln und surfen. Der Höhepunkt am Ende des Tages: der Sonnenuntergang über dem Indischen Ozean.

Hier sind die zehn besten Spots von Perth:

Elizabeth Quay
Garry Norris Photography/ SRT

Elizabeth Quay

Elizabeth Quay: Neues Stadtviertel am Fluss

Die Uferpromenade wurde Anfang 2016 eröffnet, seitdem liegt der Central Business District von Perth direkt am Swan River. Von der Fußgängerbrücke, die sich über die Bucht am Elizabeth Quay spannt, ist die Skyline der Stadt besonders gut zu überblicken. Öffentliche Kunstwerke, eine kleine Insel mit denkmalgeschütztem Pavillon sowie Bars und Restaurants sind ebenfalls Teil des neuen Stadtviertels. Ab 2019 können Besucher dann direkt am Elizabeth Quay im neuen Ritz-Carlton-Hotel übernachten.

State Buildings: Shoppingmeile in alten Gemäuern

Nach einer acht Jahre dauernden Renovierung ist das historische Gebäudeensemble wieder das, was es einmal war: zentrale Anlaufstelle für Einheimische und Besucher. In den 140 Jahre alten, restaurierten State Buildings sind seit Herbst 2015 das Luxus-Boutique-Hotel COMO The Treasury, das Restaurant Wildflower, das Restaurant Long Chim mit Thai Streetfood, drei Petition-Bars eingezogen. Zahlreiche kleine Einzelhändler bieten Mode und Schmuck bis hin zu Blumen, Tee und Schokolade.

Das neue Northbridge: Hipster-Hochburg

Das an die Innenstadt grenzende Viertel ist Perths kulturelles Zentrum. Hier befinden sich die Art Gallery of WA, das Western Australian Museum, die State Library, das Perth Institute of Contemporary Art, das Blue Room Theatre sowie das 2011 eröffnete State Theatre Centre. Im australischen Sommer gibt es in Northbridge die Rooftop Movies - Open-Air-Kino auf dem Dach - sowie viele Märkte und Foodtrucks. Auch die Zahl der Street-Art-Fassaden nimmt in Northbridge und anderen Vierteln stetig zu. Bei einer Tour mit dem Veranstalter Oh Hey WA erfahren Urlauber mehr über die Kunst und angesagte Bars im Szeneviertel.

Rooftop-Bars: Drink mit Aussicht

Perth erlebt derzeit einen "Dining Boom". Seit 2007 die "Small Bar Licence" eingeführt wurde, die auch kleinen Bars den Ausschank von Alkohol erlaubt, hat sich die Zahl der Bars in Perth verachtfacht. Und wo lässt es sich schöner speisen oder einen Drink genießen als über den Dächern der Stadt? Zu den beliebtesten Rooftop-Bars gehören das Mechanics Institute in Northbridge, The Aviary, The Standard, Bob's Bar in Printhall, The Revely im Stadtviertel Elizabeth Quay und The Greenhouse.

Stadttour mit einem Aborigine-Guide: Traumzeitgeschichten

Mit einem "Aboriginal Guide" die Hauptstadt Westaustraliens mit anderen Augen sehen: Indigenous Experiences Australia bietet seit Kurzem für bis zu zehn Gäste eine Bootstour auf dem Swan River an. Bei einer "Derbarl Yerrigan Cruise" erfahren Teilnehmer mehr über die Kultur und Geschichte der Whadjuk, die traditionell am Derbarl Yerrigan, wie der Swan River bei ihnen heißt, lebten.

Go Cultural Tours bietet einen Spaziergang an der Uferpromenade Elizabeth Quay an. Während ein Nyungar-Guide Traumzeitgeschichten zu Perth erzählt, erfahren Besucher mehr über heilige Orte, die heute unter den Fundamenten der Stadt liegen. Greg Nannup von Indigenous Tours WA führt durch den Kings Park oder den Hafen von Fremantle.

Kings Park: Größer als New Yorker Central Park

Müde vom Nachtleben oder von der Shopping-Tour? Im Kings Park können sich Augen und Beine ausruhen. Mit seinen 400 Hektar und mehr als 3000 westaustralischen Pflanzenarten gehört er zu den weltgrößten Innenstadtparks - und ist sogar größer als der New Yorker Central Park. Von den Bürgern wird er als die "Seele der Stadt" bezeichnet.

Was sich hier unternehmen lässt? Die Aussicht auf die Skyline der Stadt, den Swan River und die sanften Hügel der Darling Ranges genießen, an einem Rundgang mit Aboriginal Guides teilnehmen oder einen Spaziergang auf dem Federation Walkway unternehmen, einem Rundweg, der durch die Baumwipfel führt.

Fremantle: Bohemienflair am Meer

Besonders schön ist die blaue Stunde im Hafenörtchen Fremantle, das 2016 von Lonely Planet zum "Must-See-Reiseziel" erklärt wurde, aufgrund seiner gelungenen Mischung aus Hipster- und Bohemienflair. Die historischen Straßenzüge aus der Kolonialzeit gehören zu den besterhaltenen weltweit und beherbergen kleine Bars, Cafés, Galerien und Modegeschäfte. Der nur rund 20 Kilometer von Perth entfernte Ort ist mit dem Zug erreichbar, oder auch per Fähre ab dem Barrack Street Jetty am Elizabeth Quay.

Quokka-Shot
DPA/ Campbell Jones/ Rottnest Fast Ferries

Quokka-Shot

Rottnest Island: Shot mit Quokka

Wie wäre es mit einem ganz persönlichen Quokka-Selfie? Seit in den sozialen Netzwerken wie Instagram und Twitter unter dem Hashtag #quokkaSelfie die kleinen Kurzschwanzkängurus kursieren, sind die Tiere Berühmtheiten. Sie leben nur auf Rottnest Island. Den westaustralischen Maskottchen begegnen Urlauber bei einer Fahrradtour über die autofreie Insel vor den Toren der Stadt überall. An 63 einsamen Stränden und Buchten kann gebadet und geschnorchelt werden. Ende 2018 eröffnet im neuen, umweltfreundlichen Ökoresort Pinky's Eco Retreat and Beach Club ein Glamping-Tent.

Swan Valley: Weinprobe und Mikrobrauereien

Das Swan Valley, nur 30 Autominuten vom Zentrum von Perth entfernt, ist Westaustraliens älteste Weinregion. 2014 feierte es seinen 180. Geburtstag. Hier können Besucher auf kleinen, familiengeführten Weingütern den Kellermeister persönlich treffen und Weine probieren, die international vertrieben und geschätzt werden. Der Food & Wine Trail lockt mit lokalen Erzeugnissen, am Wegesrand liegen Mikrobrauereien und Galerien.

Segway- Touren: Schneller auf Rädern

Bei einer Tour mit Segway Tours WA werden Perth' schönste Plätze angesteuert, darunter die neue Uferpromenade Elizabeth Quay, der Bell Tower, der Kings Park und die University of WA. Bei einer Tour durch Fremantle kurven die Teilnehmer zu denkmalgeschützten Gebäuden und erfahren mehr über die Geschichte des historischen Hafenstädtchens. Rottnest Island kann man dabei ebenfalls mühelos mit dem Segway erleben.

Yanchep-Nationalpark: Australien für Anfänger

Das erste Mal in Downunder? Dann sollte bei einem Aufenthalt in Perth unbedingt der Yanchep National Park auf der Liste stehen, der sich 42 Kilometer nördlich der Stadt befindet und ein beliebtes Wochenendziel darstellt. Hier können Australien-Novizen ihre ersten Kängurus in freier Wildbahn beobachten - versprochen. Und auch Koalas lassen sich in ihrer natürlichen Umgebung erleben. Im Park gibt es außerdem Tropfsteinhöhlen, die begehbar sind, beispielsweise die Crystal Cave.

Christian Haas, srt/abl

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insgesamt 2 Beiträge
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japhyryderson, 26.02.2018
1. Schmunzel
Australier müsste man sein...Danke für den Artikel. Bei den Fotos geht mir das Herz auf. Leider war ich dort noch nicht. Bin aber mal mit einem Blondschopf aus Perth durch Wales getrampt. Am Rande eines Folkfestivals in Carmarthen wurde in den Kneipen gesoffen, bis die Feuerwehr kam und die Schläuche ausrollte um zur Sperrstunde die Kneipen leerzuspülen. Der war geschockt und fasziniert zugleich. War das klasse! Der konnte sich vor walisischen Girls gar nicht retten, so surfer-blond, wie der war. Wo immer Du bist, keep rockin´!
paysdoufs 26.02.2018
2. "Keine Kunst"...
Ist man fast versucht zu sagen: Critical size für eine städtische Metropole? - Check! Weit weg von den Krisenherden dieses Planeten? - Check! Low-density population? - Check! Schönes Wetter? - Check! Einzig wie die Job-Situation ist vermag man aus der Ferne nicht zu beurteilen...
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