Städtetipp Marrakesch: Ruhe jetzt!

Mopedgeknatter und Marktgeschrei tönt durch die Medina. Auf der Suche nach Oasen der Stille müssen Marrakesch-Besucher die Gassen verlassen. Im Hamam können sie sich ordentlich durchwalken lassen - und auf der Dachterrasse eines Riads Storchennester zählen.

Marrakesch: Souks, Shopping und Storchennester Fotos
Marrakech Riads

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Astrid Därr, 35, bereiste alle Erdteile, allein in Afrika 30 Länder. Besonders der Zauber Marokkos lässt sie nicht mehr los, nach Marrakesch zieht es sie mindestens einmal im Jahr. Die Stadt wird auch "Perle des Südens" genannt - warum, verrät Därr im SPIEGEL-ONLINE-Fragebogen.

Frau Därr, wie beginnt der perfekte Tag in Marokko?

Mit einem frisch gepressten Orangensaft. Für umgerechnet 50 Cent gibt es ihn im Café des Epices am Rahba Kedima, einem kleinen Platz inmitten der Medina (Altstadt), wo allerlei Wunderheilmittel und Gewürze verkauft werden.

Wohin geht es zum Shopping?

Natürlich in die Souks nördlich und südlich des zentralen Platzes Djamaa al-Fna. Hier kann man Lampen, Teppiche, Stoffe und Keramik kaufen, allerdings ist bei den schlitzohrigen Händlern Verhandlungsgeschick gefragt.

Wie lautet die wichtigste Regel?

Den erstgenannten Preis auf mindestens die Hälfte runterhandeln! Wer gleich ein ganzes Fossilienwaschbecken oder größere Mengen an Kunsthandwerk einkaufen möchte, fährt ins Gewerbeviertel Sidi Ghanem.

Wie geht man mit aufdringlichen Händlern um?

Gelassen bleiben! Am besten winkt man mit einem freundlichen "Non, merci!" oder "Shukran" (arabisch für Danke) ab und geht einfach weiter. Wer genervt oder aggressiv auf Verkaufsangebote reagiert, kann das gleiche Verhalten vom Händler erwarten. Das Gespräch mit potentiellen Käufern gehört nun mal zur orientalischen Kultur - man sollte sich davon nicht den Spaß am Bummeln verderben lassen. Im Gegenteil: Mit einem kleinen Scherz löst sich die Situation in Gelächter auf.

Was tun, wenn man von Souks genug hat?

Wie wäre es mit einem Ausflug in Marrakeschs Gärten? Im Jardin Majorelle wächst eine unglaubliche Vielfalt an Kakteen, Palmen und tropischen Pflanzen zwischen leuchtend blau getünchten Pavillons und Schildkrötenteichen. Allerdings herrscht hier ziemliches Touristengedrängel. In den Agdal-Gärten spaziert man dagegen fast immer allein durch herrlich schattige Olivenhaine.

Wo ist die Aussicht auf die Stadt besonders schön?

Von der Dachterrasse des Gästehauses Riad Aladdin blickt man direkt in die vielen Storchennester auf der Lehmmauer des El Badi-Palastes. Kurz vor Sonnenuntergang kommen die Störche zurück in ihre Nester geflogen. Ihr lautes Geklapper vermischt sich mit dem Ruf des Muezzins nebenan zu einem berauschenden Schauspiel.

Was macht man, wenn man sich in den Gassen der Altstadt verirrt?

Lassen Sie sich treiben! Wo die Touristenshops aufhören, findet man das authentische Marrakesch mit Tante-Emma-Läden, Garbuden und Handwerkern in winzigen Werkstätten. Wer wieder zurück zum Djamaa al-Fna möchte, fragt die Einheimischen nach "La Place".

Und hier gibt es dann eine Kostprobe der marokkanischen Küche, oder?

Genau. Der Platz der Gaukler und Geschichtenerzähler verwandelt sich jeden Abend in ein riesiges Freiluftrestaurant. An den Grillbuden gibt es neben typischen Gerichten wie Couscous, Tajine (Gericht aus dem Tontopf) und Brochettes (Fleischspieße) auch Hammelhirn und Schnecken.

Wo erholt man sich vom Marktgeschrei und Mopedgeknatter in der Medina?

In einem Hamam, zum Beispiel im Les Bains de Marrakesh. Touristen ohne Berührungsängste lassen sich dort ordentlich durchwalken und mit Olivenseife abschrubben.

Haben Sie noch weitere Wellness-Tipps?

Besuchen Sie den Innenhof eines Riads. Hier duften Orangenbäume, Rosensträucher und der Minztee. Die zu Gästehäusern umfunktionierten traditionellen Hofhäuser in der Altstadt sind Oasen der Ruhe und mit ihren Mosaiken zudem wunderschön. Im Gassenlabyrinth verstecken sich wahre Kleinode, zum Beispiel das Riad Noga, Riyad el Cadi und Riad Farnatchi. Meistens zwitschern hier Vögel, und es plätschern kleine Brunnen.

Ein ausgefallenes Mitbringsel...

...ist das goldene, nussig schmeckende Arganienöl. Es macht schön und ist gesund. Man sollte es sich aber besser nicht in einer der unzähligen Herboristerien, das sind die traditionellen Apotheken, aufschwatzen lassen. Im Supermarkt ist es günstiger und sicher nicht gepanscht.

Wo gehen Verliebte abends hin?

Zum Kerzenlicht-Dinner in eines der schönsten Restaurants Marokkos: ins Dar Zellij. Im von Arkaden gesäumten Innenhof genießt man Tajine oder Couscous und ein Glas marokkanischen Wein. Danach geht es auf ein Casablanca-Bier auf die Dachterrasse der Kosybar - mit Blick auf das festlich beleuchtete Minarett der Koutoubia-Moschee.

Die Fragen stellte Julia Stanek

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insgesamt 13 Beiträge
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1. Aw:
Moxie 30.04.2013
Zitat von sysopMarrakech Riads Mopedgeknatter und Marktgeschrei tönt durch die Medina. Auf der Suche nach Oasen der Stille müssen Marrakesch-Besucher die Gassen verlassen. Im Hammam können sie sich ordentlich durchwalken lassen - und auf der Dachterrasse eines Riads Storchennester zählen. http://www.spiegel.de/reise/staedte/reise-nach-marrakesch-die-besten-riads-restaurants-und-wellnesstipps-a-895756.html
Vorher könnten potentielle Marrakesch-Besucher sich auch die Reisehinweise des Auswärtigen Amtes zu Marokko und insbesondere zu Marrakesch durchlesen. Sehr interessant. Hilft beim Zuhausebleiben oder Woandershinfahren. Auswärtiges Amt - Reise- und Sicherheitshinweise (http://www.auswaertiges-amt.de/sid_6842D6F0736CD756A3727454CF44E5A1/DE/Laenderinformationen/00-SiHi/Nodes/MarokkoSicherheit_node.html)
2. Marrakech
chiefseattle 30.04.2013
Bis auf den Wein (unnötig in einem islamischen Land) ein netter Stadtbummel.
3. eher Casablanca
earl grey 30.04.2013
Zitat von MoxieVorher könnten potentielle Marrakesch-Besucher sich auch die Reisehinweise des Auswärtigen Amtes zu Marokko und insbesondere zu Marrakesch durchlesen. Sehr interessant. Hilft beim Zuhausebleiben oder Woandershinfahren. Auswärtiges Amt - Reise- und Sicherheitshinweise (http://www.auswaertiges-amt.de/sid_6842D6F0736CD756A3727454CF44E5A1/DE/Laenderinformationen/00-SiHi/Nodes/MarokkoSicherheit_node.html)
Dann bleiben sie lieber hier. Passieren kann überall etwas. Aber gerade Marrakesch wird leider etwas überschätzt. Für ein verlängertes Wochenende ganz gut, aber wir waren gerade eine Woche dort und nach 4 Tagen wurde es langweilig. Das was im Artikel aufgezählt wurde, ist schon alles, mehr bietet die Stadt nicht. Da empfehle ich in Marokko eher Casablanca.
4. Sicheres Marokko
salledu 30.04.2013
Hallo Moxie, darf ich dich fragen wie oft du bereits in Marokko warst? Mich hat es bereits während meines Studiums nach Marokko gezogen, mittlerweile lebe ich hier und habe mein Unternehmen TWIKE Maroc gegründet. Wie viele anderen Deutschen in Marokko kann ich die Aussagen des Auswärtigen Amtes nicht nachvollziehen. Diese beziehen sich auch hauptsächlich auf die Gesamte Region: "In den nordafrikanischen und den südlich an die Sahara grenzenden Ländern besteht eine erhöhte Gefahr terroristischer Gewaltakte, gezielter Entführungen und krimineller Übergriffe; sowohl kriminelle Banden als auch Al-Qaida im Maghreb (AQM) suchen derzeit gezielt nach Ausländern zum Zwecke der Entführung. In Algerien, Niger, Mali und Mauretanien kam es auch in jüngster Zeit zu Entführungen." Ich fühle mich hier sehr sicher und würde ansonsten auch meinen Kunden keine Fahrzeuge verleihen oder Touren durch abgelegene Gegenden durchführen. Uns geht es darum den ländlichen Tourismus zu fördern, glaube mir, ich kenne Marokko sehr gut.https://www.facebook.com/pages/TWIKE-Maroc/451222331563896?ref=hl
5. Wir lieben Marrakesch.
clubzwei 30.04.2013
Zuletzt Urlaub gemacht im Riad 144 mitten in der Medina mit der wohl höchsten Dachterrasse weit und breit. Drei Flugstunden von Europa entfernt, befindet man sich plötzlich im Mittelalter. Der Kontrast könnte nicht größer sein. Dazu addieren sich unzählige Ausflugsmöglichkeiten. Eins ist aber klar: die Berber sind den Arabern stets vorzuziehen. Während die Berber sehr gastfreundlich sind, nerven vor allem arabische Händler auf allen Meter. Spaziergänge durch die Medina können daher sehr nervenaufreibend sein. Leider haben auch schon die Kinder teilweise jeden Bezug zum Geld verloren. Mit umgerechnet 1,50 € Taschengeld zum Beispiel für eine kurze Führung von A nach B in der unüberschaubaren Medina geben sich so manche Kids nicht zufrieden. Mehrfach wurden wir bespuckt! Und ist mal einmal einen Händler auf den Leim gegangen, sitzt also in seinem Geschäft, Ist man quasi in der Falle: Was die Jungs dann abziehen, grenzt mitunter an Nötigung. Man muss also wirklich aufpassen, wenn man in Marrakesch unterwegs ist. Dennoch: diese Stadt hat alles, um einen für ein Wochenende lang zu verzaubern.
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Zur Person
  • Martin Völker
    Astrid Därr, Jahrgang 1977, war schon in Marokko, bevor sie überhaupt auf die Welt kam: im Bauch ihrer schwangeren Mutter. Die Diplom-Geografin veröffentlichte diverse Reiseführer und Bildbände in verschiedenen Verlagen. Außerdem leitet sie Trekkingtouren, zum Beispiel durch den Hohen Atlas in Marokko.

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