Perfekter Tag in Frankfurt: Stöffsche, Städel, Skylineschau

Werftfestival, Freilichtkonzert, Picknick am Flussufer: Frankfurt zelebriert den Sommer im Freien. Zwischen Bürotürmen verstecken sich urige Gaststätten, großartige Museen und angesagte Nachtclubs. Ein Kenner der Mainmetropole weist den Weg durch die Wolkenkratzer.

Frankfurt am Main: Parkdeckbars und Picknickzeit Fotos
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Daniel Krasa verbrachte einen Großteil seiner Jugend in Frankfurt und kommt regelmäßig zurück in die Metropole am Main. Im SPIEGEL-ONLINE-Fragebogen verrät der Reiseführerautor, wie er einen perfekten Tag zwischen den Wolkenkratzern verbringt.

Herr Krasa, wo beginnt der Tag in Frankfurt am schönsten?

Im Café Karin am Großen Hirschgraben. Beim Frühstück im Freien servieren die Kellner himmlische Leckereien - von Birchermüsli über Bresaolabrötchen bis hin zum Bauernomelett mit der individuellen Lieblingszutat. Die Frühstücksvarianten heißen wie Frankfurter Stadtteile, zum Beispiel Westend, Osthafen oder Bockenheim.

Welches Viertel sollte man nicht frühstücken, sondern besuchen?

Bornheim mit der Berger Straße. In dem Szeneviertel reihen sich schöne Geschäfte, Kneipen und Lokale aneinander. Einen Streifzug durch die Gegend beginnt man am besten am verkehrsberuhigten Platz um das Uhrtürmchen (U-Bahn-Station Bornheim Mitte). Hier findet immer mittwochs und samstags der beschauliche Bornheimer Wochenmarkt statt - eine gute Gelegenheit, regionale Produkte zu probieren.

Welche Frankfurter Spezialität empfehlen Sie?

Grie Soß, auf Hochdeutsch grüne Soße. Das ist ein kalter Dip aus Saurer Sahne oder Schmand und den sieben Kräutern Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch. Man isst sie zu Salz- oder Pellkartoffeln und gekochten Eiern. Eine garantiert gute Portion davon kriegt man in der Gaststätte Schreiber Heyne.

Ein ausgefallenes Mitbringsel...

…findet man vielleicht im südlich des Main gelegenen Sachsenhausen, direkt am Museumsufer, wo jeden zweiten Samstag im Monat ein Flohmarkt stattfindet. Wer etwas typisch Frankfurterisches kaufen möchte, der findet eine gute Auswahl in der Apfelweinhandlung JB (Bornheimer Landstraße 18). Der Laden verkauft leckeren "Ebbelwoi" aus der Region - auch "Schobbe", "Äppler" oder "Stöffsche" genannt.

Klingt gut - eignet sich auch zum sofortigen Verzehr, oder?

Ja, man könnte ihn auch sofort petzen, baafen oder robben (alles Frankfurterisch für "trinken"). Dazu passt ein Handkäs' mit Musik, ein handflächengroßer runder Sauermilchkäse, der mit gehackten Zwiebeln, Essig und einer Scheibe Bauernbrot serviert wird.

Was ist Ihr kultureller Tipp für den Sommer?

Das Sommerwerft-Festival im Frankfurter Ostend ist wirklich gut - und sogar kostenlos. Ab Mitte August treten zahlreiche Tanzgruppen, Musiker und Literaten an der Weseler Werft auf. Beim Open-Air-Festival im Günthersburgpark gibt es zwischen Mitte Juli und Mitte August Theater, Kabarett und Livemusik, ebenfalls bei freiem Eintritt.

Was gibt es bei einem Mainufer-Spaziergang zu entdecken?

Vom Sachsenhäuser Ufer aus hat man praktisch von überall einen grandiosen Blick auf die Skyline. Und wem nach Kultur ist, der findet hier zahlreiche Museen, wie zum Beispiel das besonders bei Fans von klassischer Malerei beliebte Städel. Wer sich ein bisschen bewegen will, der leiht sich an der Fußgängerbrücke Eiserner Steg ein Tretboot aus. Oder spaziert entlang des nördlichen Mainufers, bis er das relativ neue Oosten erreicht: ein Restaurant aus Stahl und Glas, das um einen alten Kran herum gebaut wurde, mit dem man früher Schiffe belud.

Frankfurts schönste Aussicht...

...haben Touristen von der 198 Meter hohen Aussichtsplattform des Main Towers. Hier ist man auf Augenhöhe mit all den anderen Wolkenkratzern - und kann beobachten, wie unten das Großstadtleben entlang der Fußgängerzone Zeil brodelt oder Menschen in den grünen Parkanlagen entlang des Flusses entspannen. Auch der Rhein-Main-Airport, Europas zweitgrößter Flughafen, ist von hier oben zu sehen und an klaren Tagen erkennt man den Odenwald in weiter Ferne. Zum Abend hin bietet sich der 22. Stock des Eurotheums an. In der 22nd Lounge Bar gibt es gute Drinks und einen weiten Blick über Frankfurt.

Und wohin geht es danach?

Eine angesagte Adresse der schnelllebigen Frankfurter Nachtszene ist der unter Mitarbeit von Xavier Naidoo ins Leben gerufene Gibson-Club mitten auf der Shoppingmeile Zeil. Unter der Woche finden hier Livekonzerte statt und am Wochenende legen renommierte DJs auf.

Gerade aufgemacht hat das Chinaski, eine Mischung aus Bar und Club an der Taunusanlage. In den Kellerräumen sind die Wände unverputzt, die Musik ist laut - und die Bar neun Meter lang.

Die Fragen stellte Julia Stanek

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insgesamt 132 Beiträge
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1. Apfelwein
hallo_nsa 16.07.2013
Äppler ist KEIN Synonym für Apfelwein, sondern eine Markenbezeichnung, und wird dementsprechend auch nur von Leuten benutzt, die keine Ahnung haben /doch nicht so wirklich aus Frankfurt kommen. Die Frankfurt, die nicht von Urigkeit und Tourismus leben, sprechen übrigens keinen Dialekt, insofern macht sich ein Tourist, der einen "Ebbelwoi" bestellt auch nur lächerlich. "Apfelwein" ist vollkommen ausreichend.
2. Frankfurt?
Ylex 16.07.2013
Frankfurt an der Oder kann man ganz vergessen, Frankfurt am Main ist immerhin ein sehr großer Flughafen, beim Landeanflug sieht man manchmal an der einen Seite ein paar Hochhäuser stehen, wo die Banken- und Versicherungshäuptlinge wohnen, weiter unten neben den Hochhäusern stehen noch viele niedrige Gebäude, die alle gleich aussehen - das ist dann die Stadt Frankfurt. Frankfurter pflegen ein merkwürdiges Stammes-Idiom, sie sprechen nur gebrochen Deutsch, deshalb muss man ihnen entweder ganz genau zuzuhören oder gar nicht, normale Gespräche sind kaum möglich - Frankfurter essen gern gekochte Kartoffeln mit einer glibbrigen weißen Soße, in die sie kleingehacktes Gras werfen, sie essen außerdem ranzigen Käse und trinken dazu fauligen Wein aus Äpfeln - die Frankfurter ist auch ein Würstchen im Saitling, also im Dünndarm, während es sich bei der gemeinen Frankfurterin um eine zumeist magere Frau in Eigenhaut handelt.
3. nichts wie weg
freebiker 16.07.2013
Ich bin am Sonntag mit dem Motorrad durch FFM gefahren. da kenn ich viele schönere Städte.... Hätte nicht gedacht, dass Berlin zu toppen ist, aber es geht. Frankfurt wirkte auf mich wie eine Simcity Version aus den 80er Jahren.
4. Nicht zu vergessen....
tg923 16.07.2013
das Bahnhofsviertel mit den ganzen Puffs :)) Bestes Restaurant hier der Pattaya Imbiss. Ich habe in Deutschland noch kein Thai Restaurant gefunden wo es bessere und vor allem authentischere Thaiküche gibt und man nicht die üblichen gebratenen Chinanudeln vorgesetzt bekommt.
5.
citizenk64 16.07.2013
schrieb Heinrich Böll wohl einmal, "sei ein Hotel." Nicht sehr schmeichelhaft für die sogenannte Großstadt am Main, aber nachvollziehbar. Vielleicht ist das nicht weit entfernte Mainz ganz froh darüber, nicht den Titel "Mainmetropole" inne zu haben. Ich habe den Eindruck, nach FFM kommen vor allem viele Leute, die es wegen des "Jobs" oder der ZVS MÜSSEN. Die wären sonst lieber nach Berlin oder Hamburg gezogen oder in Freiburg geblieben... Kann das sein? Frankfurt ist erträglich früh morgens, wenn die Stadt, vor allem die öffentlichen Plätze noch relativ leer sind. Zu den Freizeit-Zeiten ist die Stadt oft übervoll, die Innenstadt eher zu meiden, am Wochenende das aufgedrehte Partyvolk an den beworbenen Plätzen: alle cool und hipp. Viel Sympathisches und lebenswertes kann aus einer Stadt die äußerlich und innerlich zusehends von Banken und Kapital geprägt wurde wohl nicht mehr kommen. Wer nicht über das notwendige Einkommen verfügt kann am öffentlichen Leben in FFM immer weniger teilhaben. Das war mal anders: gone with the money. An FFM jedoch kann man allerdings sehr gut exemplarisch beobachten wie die gesellschaftliche Spaltung in DE weiter vorangeht. Für soziologische Feldstudien scheint diese Stadt prädestiniert zu sein... .
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Zur Person
  • Daniel Krasa
    Daniel Krasa, geboren 1976, arbeitet als Autor für den Reise Know-how Verlag. Er verfasste unter anderem Bücher über Wien, Frankfurt und Neapel.

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