Santiago de Chile: Auferstanden aus Tristesse

Von Daniel Sander

2. Teil: Nicht alles ist das pure Glück in Santiago de Chile

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Was Santiago gerade auch besonders schön macht, ist das lange Jahre in aller Welt verspottete kulinarische Angebot. Chiles Küche galt als tragischer Abklatsch argentinischer Grill- und peruanischer Fischkultur, heute machen Gourmet-Tempel wie das "Puerto Fuy" oder das "Astrid y Gastón" auch die Anspruchsvollsten glücklich.

"Die Köche hier haben früher versucht, den Nachbarländern nachzueifern", sagt der 31-jährige Jungstarkoch Sebastián Maturana, der das im Moment oberhippe "Casa Mar" betreibt. "Die neue Generation ist auch zu Experimenten bereit. Wenn es keine richtige chilenische Kochkultur gab, dann erfinden wir jetzt eine." Bei Maturana sieht das so aus, dass er neben köstlichen Dauerbrennern wie gegrilltem Tintenfisch auf Avocado und einer Variation des berühmten Rohfisch-Ragouts Ceviche auch eine Portion Krill als Appetizer serviert. Die Kleinkrebse werden sonst eher von Walen als von Menschen verspeist. Wer Maturanas Krill-Cocktail probiert hat, fragt sich, warum.

Und dann: der Wein. Um Santiago herum liegen zahlreiche Weingüter auf Weltniveau. Oder drüber. "Da können die Argentinier machen, was sie wollen, das Klima hier ist einfach besser", sagt der gebürtige Neuseeländer Grant Phelps. Der 37-Jährige lebt seit zehn Jahren in Chile und ist seit einem Jahr Chefwinzer des Weinguts "Casas del Bosque", das knappe 90 Minuten außerhalb Santiagos in einem traumhaften Tal liegt und ein paar der besten Weine des Landes produziert.

Santiago fand auch er am Anfang unerträglich, mittlerweile ist er gern dort, gerade wenn es ums Ausgehen geht. "Es ist viel besser geworden", sagt er. "Ich fürchte mich nur vor der schleichenden Amerikanisierung. Das Größte für die Leute in Santiago sind riesige, hässliche Shopping-Center. Ständig bauen die neue."

Mitgefühl mit den Erdbeben-geplagten Japanern

Tatsächlich ist nicht alles das pure Glück in Santiago de Chile. Neben den Shopping-Centern geht vielen der Verkehr auf die Nerven, der auf der Nordsüd-Achse jeden Morgen seinen täglichen Zusammenbruch erlebt. Im chilenischen Winter ab Mitte Mai kann der Smog immer noch atemraubend sein.

Und allen steckt noch der Schrecken vom großen Erdbeben in den Knochen, das am 27. Februar 2010 mit einer Stärke von 8,8 mehr als 500 Chilenen das Leben kostete und auch in der weniger hart getroffenen Hauptstadt substantielle Schäden anrichtete, zum Beispiel stürzte das Flughafengebäude teilweise ein.

So ist das Mitgefühl mit Japan in Santiago besonders groß. Die Chilenen sind Erdbeben gewohnt, aber das letzte hat ihnen gezeigt, wie verwundbar sie doch sind, und die japanische Katastrophe zeigt ihnen, wie schlimm es theoretisch werden kann. Gerade hat die seit einem Jahr amtierende konservative Regierung von Sebastián Piñera bekräftigt, dass sie am Einstieg in die Atomkraft festhalten will, den apokalyptischen Bildern aus Fukushima zum Trotz.

Vielen macht das Angst. Aber in Santiago musste man lernen, mit den Beben und ihren Konsequenzen zu leben. Humor hilft, obwohl die zurückhaltenden Chilenen dafür eigentlich nicht so berühmt sind. In der legendären Kneipe "La Piojera" im Stadtzentrum ist der beliebteste Cocktail der "Terremoto", was "Erdbeben" heißt, und sich aus Fernet, einem Weinmost und Ananas-Eis zusammensetzt. Schüttelt einen.

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insgesamt 9 Beiträge
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    Seite 1    
1. Schade...
the_flying_horse 14.04.2011
Ein Bericht über Santiago ohne den Plaza del Armas und die Markthalle zu erwähnen... und den Bahnhof, entworfen von Eiffel (der mit dem Turm in Paris...), nur das es keine Eisenbahn gibt... dazu die große Füßgängerzone mit den tausenden Läden in der Innenstadt... dazu in 80km Entfernung das grandiose Valparaiso... Santiago ist auf alle Fälle eine Reise Wert. Schade, das dieser Bericht sich etwas einseitig an einigen wenigen Selbstdarstellern orientiert und weniger an der Stadt selber.
2. Falsches Lob
Wolfgang Jung 14.04.2011
Zitat von the_flying_horseEin Bericht über Santiago ohne den Plaza del Armas und die Markthalle zu erwähnen... und den Bahnhof, entworfen von Eiffel (der mit dem Turm in Paris...), nur das es keine Eisenbahn gibt... dazu die große Füßgängerzone mit den tausenden Läden in der Innenstadt... dazu in 80km Entfernung das grandiose Valparaiso... Santiago ist auf alle Fälle eine Reise Wert. Schade, das dieser Bericht sich etwas einseitig an einigen wenigen Selbstdarstellern orientiert und weniger an der Stadt selber.
So ist es. Zum ersten gibt es diese Entwicklung Santiagos nicht erst seit ein paar Jahren, sondern bereits seit zwanzig, aber das merken die Hype-Reisenden erst ewig danach, während sie noch den Klischees der stagnierenden Metropolen Rio und BA nachhängen, und zum zweiten wird in dem Artikel völlig ignoriert, was das neue Santiago in erster Linie ausmacht: ein Experimentierfanal berauschender moderner Architektur, wie man es nirgendwo in Südamerika vorfindet. Kein Satz und kein Bild dazu, stattdessen nichtssagende und austauschbare Galeriefotos, vermengt mit "ollen Kamellen" wie Weinfelder und Hinweisen auf schon immer existierende Terrassen-Cafés.
3. Werbung
BlogBlab 14.04.2011
Dass dies eine Werbemitteilung ist, bemerkt man schon von Anfang an. Schön, dass Sie es am Ende auch bestätigen.
4. Tolles Artikel!
Chile.Travel 14.04.2011
Dieses Artikel hat interessante Sachen die man in Santiago im kulturellen Bereich machen kann. Wenn ihr mehr über Santiago wissen möchtet, könnt ihr http://chile.travel/en/where-to-go/santiago-wine-country-a-the-central-valley/santiago.html besuchen. Ihr könnt uns auch in unsere Facebook Page http://www.facebook.com/chiletravelguide nachfolgen oder auch in unseren Twitter @chiletravel. Herzliche Grüsse!
5. Tolles Artikel!
Chile.Travel 14.04.2011
Dieses Artikel hat interessante Sachen die man in Santiago im kulturellen Bereich machen kann. Wenn ihr mehr über Santiago wissen möchtet, könnt ihr http://chile.travel/en/where-to-go/santiago-wine-country-a-the-central-valley/santiago.html besuchen. Ihr könnt uns auch in unsere Facebook Page http://www.facebook.com/chiletravelguide nachfolgen oder auch in unseren Twitter @chiletravel. Herzliche Grüsse!
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Heft 4/2011 Ein Heft über das Reisen

Fünf Gründe für Santiago de Chile
Der Fisch
Ob raffiniert im "Casa Mar" und "Puerto Fuy" oder einfach und gut wie auf dem Fischmarkt im Zentrum.
Die Parks
Am schönsten: gemeinsam grillen auf dem Stadtberg San Cristóbal, mit Blick auf die ganze Stadt.
Das Nachtleben
Feiern können die Santiaguinos. Sie tun es im "Atico", im "Túnel" oder im ganzen Bellavista-Viertel.
Die Lage
Zwischen Stränden anderthalb Stunden westlich und Skiparadiesen 25 Kilometer östlich.
Die Weine
Die weißen der "Casas del Bosque", die roten der "Viña Emiliana". Umgekehrt geht auch. Sehr gut sogar.

Fläche: 756.096 km²

Bevölkerung: 17,114 Mio.

Hauptstadt: Santiago de Chile

Staats- und Regierungschef: Michelle Bachelet

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