Schwache Wahlbeteiligung Tram-Initiative in Florenz gescheitert

Die geplante Straßenbahn in Florenz kommt bei vielen Einwohnern nicht an, dennoch wird sie gebaut: Bei einer Abstimmung sprach sich eine Mehrheit gegen eine Tram durch die Innenstadt aus. Trotz phantasievoller Proteste gingen aber zu wenige Bürger an die Urne.


Florenz - Durch das historische Zentrum von Florenz sollen nach dem Willen der Mehrheit der Einwohner keine neuen Straßenbahnen rumpeln. In einem Referendum lehnten 54 Prozent den Plan der Stadtverwaltung ab. Das Ergebnis wird am Bau der Tram allerdings nicht rütteln: Nur knapp 40 Prozent der Florentiner seien zu den Wahlurnen gegangen, berichtete heute die Zeitung "La Repubblica". Damit wurde das von den Organisatoren angestrebte Quorum von 50 Prozent verfehlt.

Die Gegner des 700-Millionen-Euro-Projekts haben eingewendet, dass die Erschütterungen der Straßenbahn den Dom und andere wertvolle Gebäude beschädigen könnten und die neuen Wagen, die größer sind als die bisherigen Busse und Trambahnen, die engen Straßen der Altstadt verstopfen.

Das Ergebnis des  Referendums ist nicht bindend. Die letzte Entscheidung liegt bei der Stadt, die im Vorfeld angekündigt hatte, sich an das Votum zu halten. Die Fertigstellung der drei neuen Straßenbahnlinien ist für das Jahr 2010 geplant. Befürworter werben für das Projekt mit dem Hinweis auf die erwartete Abnahme des Verkehrsaufkommens und der sinkenden Umweltbelastung.

Der Anführer der Protestbewegung, der Kommunalpolitiker Mario Razzanelli, hatte bereits vor der Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses angekündigt, den Widerstand auch bei einer Niederlage fortsetzen zu wollen.

reh/AP/dpa



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