Städtetipp Bangkok: Vergessen Sie die Tuk-Tuks!

Irrsinnige Shopping-Exzesse, Nächte im Tanz-Delirium: Bangkok kostet Kraft. Wie Reisende ihre Energiereserven wieder auffrischen, weiß Mischa Loose. Der Thailand-Kenner verrät außerdem, wo Mönche Gratiskurse im Meditieren geben - und was es mit diesen seltsamen Nackenmassagen auf dem Klo auf sich hat.

Städtetipp Bangkok: Tuk-Tuk, Tempel, Shoppingtüten
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Banyan Tree Hotel

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Herr Loose, wie startet man in Bangkok am besten in den Tag?
Frühaufstehern empfehle ich, sich um sieben Uhr morgens mit Mönchen zum Meditieren zu treffen: Im International Buddhist Meditation Center gibt's die Einführung in die Vipassana-Sitz- und Gehmeditation kostenlos. Wer länger schlafen will, kann auch um 13 und 18 Uhr vorbeikommen - oder zwischen 20 und 21 Uhr, dann gibt es die buddhistischen Unterweisungen auch auf Englisch.

Und wo kriegt man nach der Morgenmeditation ein leckeres Frühstück?
In Ricky's Coffeeshop, einem hübschen Café im chinesischen Kolonialstil. Hier bekommen Hungrige ofenfrische, knusprige Baguettes mit Salami, Schinken, verschiedenen Käsesorten - und starken, guten Kaffee (18 - 20 Phra Athit Road). Wer es authentischer will, sollte es an den unzähligen Essensständen im Traveller-Viertel Banglampoo mit einer Reissuppe versuchen oder sich ein paar Nudeln braten lassen.

Und dann rein ins Shopping-Vergnügen - wo findet man was?

Neues Design entdecken Modebewusste in den Boutiquen und Sneakerläden des Siam Square, das wie eine kleine Version des Tokioter Szeneviertels Shibuya wirkt. Schöne Klamotten für weniger Geld gibt es auf den Märkten: Auf dem Pratunam-Markt, dem größten Umschlagplatz für Textilien in Südostasien, kann man sich im Nu neu einkleiden. Auch das Angebot des Chatuchak-Marktes sprengt jede Vorstellungskraft - und das jedes Wochenende.

Wenn es zu heiß wird in Bangkok, dann hilft nur noch die Flucht in eins der großen Einkaufszentren, zum Beispiel das überwältigende Mah Boon Krong Center oder das edle Siam Paragon.

Wohin, wenn die Plastiktüten zu schwer werden?

Mein Tipp: das über 80 Jahre alte Iea Sae Coffee in Chinatown (Phat Sai Road, Ecke Phadung Dao Road). Als Klimaanlagen noch Luxus waren, verbrachte man die Mittagszeit beim Plausch in einem chinesischen Café. Der Kaffee wird hier traditionell mit süßer Kondensmilch und einem Glas grünen Tee serviert. Er ist vielleicht nicht der Beste, das Flair dafür original: Die Stammkundschaft an den antiken Holztischen diskutiert nach wie vor das turbulente politische Geschehen.

Einmal mit diesem Verkehrsmittel fahren:

Viele Touristen meinen, in Bangkok mindestens einmal mit den laut knatternden und stinkenden Tuk-Tuks fahren zu müssen. Vergessen Sie's: Vor allem während der Rushhour, die schon mal vier Stunden dauern kann, ist das absolut kein Genuss. Mehr Spaß macht eine Flussfahrt über den breiten Chao Phraya: Am Central Pier (BTS-Station Saphan Taksin) einsteigen und dann mit dem Expressboot vorbei an Tempeln und dem Königspalast.

Nicht umsonst nannte man Bangkok früher das "Venedig des Ostens": Die großen Boote verkehren alle 20 Minuten von 34 Piers auf über 20 Kilometern Flusslänge. Sie kosten maximal 31 Baht, weniger als einen Euro.

Ein ausgefallenes Mitbringsel...

...finden Sie bei einem ein- bis dreitägigen Kochkurs, zum Beispiel bei der liebenswerten Peep und ihren Töchtern im Thai House, einem Teakhaus am Klong-Kanal (Tambol Bang Muang, Bang Yai). Die Frauen verraten so manch ein Geheimnis über die authentische Thai-Küche - ein gutes Rezept ist das perfekte Mitbringsel: Es wiegt nichts und beglückt die Daheimgebliebenen sicher mehr und länger als die üblichen Souvenirs.

Die schönste Aussicht...

...über die von Hochhäusern umrahmte Altstadt hat man in 79 Metern Höhe auf dem Golden Mount. Nach einem schweißtreibenden Aufstieg werden Sie in der buddhistischen Tempelanlage des Wat Saket mit fast himmlischer Ruhe belohnt. Hier oben weht meist ein kühles Lüftchen - und die lärmenden Straßen Bangkoks sind für einen Augenblick vergessen.

Noch beeindruckender ist der Ausblick vom höchsten Gebäude Thailands, dem 328 Meter hoch emporragenden Baiyoke II Tower. Bei klarem Wetter kann man auf der rotierenden Aussichtsplattform im 84. Stockwerk bis zum Golf von Thailand gucken.

Wo kriegt man eine Pause vom Sightseeing?

Bei einem Kinobesuch der Luxusklasse: In den supermodernen Multiplexen gibt es VIP-Säle und "Gold Class"-Leinwände, flauschige Decken und bequeme Liegesitze. Besser als im Major oder Paragon Cineplex kann man die müden Beine nicht ausspannen. Wenn auch noch ein spannender Film läuft, ist das Kinoerlebnis perfekt.

Wichtige Worte:

"Mai pen rai", das heißt so viel wie "nicht der Rede wert" - aber Achtung: Der Gesichtsausdruck ist entscheidend. Mit einem Lächeln verbunden bewirkt dieser Satz mehr als eine aufgebrachte Standpauke oder Beschwerde auf Englisch. Nichts ist für einen Thai peinlicher, als durch ungezügeltes Auftreten aufzufallen - und so das Gesicht zu verlieren.

Wahre Worte :

Eine kleine Liebeserklärung an Bangkok lieferten die HipHopper Thaitanium feat. Da Endorphine mit ihrem Song "Mahanakorn (Bangkok City)": "Um acht Uhr morgens und sechs Uhr abends stoppt alles, das Stehen beginnt - in Bangkok, meiner Stadt, wo die Thais lächeln. Es klingt vermessen, doch alle sind höflich in RCA, Thong Lor, Ekkamai. Hier könnt ihr das Nachtleben genießen. Essen gibt es 24 Stunden lang ... Reist durch Thailand, habt Spaß und entspannt euch…".

Ein Klischee, das nicht stimmt:

Das freundliche Lächeln der Thais ist in vielen Fällen nicht gar nicht so freundlich gemeint, wie viele denken - es kann dagegen für so ziemlich alles stehen: Höflichkeit, Verlegenheit, Gleichmut, eine Entschuldigung, Vergebung, Zufriedenheit, Unzufriedenheit - oder auch eine Fassade sein, hinter der Aggressionen verborgen werden. Die feinen Nuancen eines Lächelns in Thailand sind schwerer zu verstehen als die Tonsprache.

Das beste Eis der Stadt ...

... kühlt die Cocktails zum Sonnenuntergang in einer der schicken Skybars. Besonders empfehlenswert: die Red Sky Bar auf dem Dach des Shopping-Hochhauses Central World (999/99 Rama 1 Road, 55. Stock) oder die Moon Bar des Hotels Banyan Tree Bangkok.

Und wohin nach dem Sundowner?

Bangkoks berühmt-berüchtigtes Nachtleben bietet weit mehr als schäbige Go-go-Bars und Sex-Shows. Zum Clubben geht's ins Route66, das auf der Ausgehmeile Royal City Avenue (RCA) liegt. Hier feiert die junge obere Mittelschicht am Wochenende zu pulsierenden HipHop- und Dance-Beats. Wenn gegen zwei Uhr die letzten Takte verklingen, verschlägt es Nachtschwärmer nach einer kurzen Nudelsuppen-Stärkung an den Garküchen der RCA in die gesellige Bar Wong's Place (27/3 Soi Sribamphen, Rama 4 Road). Und wer bis zum Morgengrauen durchtanzen möchte, ist im Scratch Dog (Windsor Suites Hotel, Sukhumvit Soi 20) genau richtig.

Gibt's nur hier:

Wenn man am Pissoir eines Nachtclubs stehend plötzlich zwei kräftige Hände an den Schultern spürt, nicht erschrecken: Nackenmassagen auf dem Herrenklo gibt es in vielen Clubs und Bars. Auf den Toiletten arbeiten Angestellte, die gegen ein kleines Trinkgeld das Wasser zum Händewaschen anstellen, ein heißes Tuch reichen und Männern die Muskeln lockern.

Wie hält man sich in Bangkok wach?

Thais mögen ihr Koffein stark, kühl und aus kleinen Flaschen, die kämpfende rote Büffel, Tierschädel, Haifische oder das Logo eines Sheriffsterns zieren. Schließlich begann hier in den frühen siebziger Jahren der weltweite Siegeszug der Energy-Drinks. Nicht nur viele Nachtschwärmer, sondern auch Taxifahrer und Trucker kippen sich das höchst potente Gesöff Krating Daeng rein. Es ist die Ur-Version von Red Bull, die übrigens keine Kohlensäure enthält. Für nur 10 Baht (weniger als 25 Cent) ist der Energielieferant zu haben - und zwar rund um die Uhr in jedem 7-Eleven. Die Nächte in der Stadt der Engel sind lang.

Die Fragen stellte Julia Stanek

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insgesamt 14 Beiträge
Altesocke 05.10.2011
Wieso nur faellt mir bei Loose Reisefuehrern immer das Siam Hotel in Phuket Town ein? 4 floors with whores, mal als Sterne Hotel beschrieben.
Zitat von sysopIrrsinnige Shopping-Exzesse, Nächte im Tanz-Delirium: Bangkok kostet Kraft. Wie Reisende ihre Energiereserven wieder auffrischen, weiß Mischa Loose. Der Thailand-Kenner verrät außerdem, wo Mönche Gratiskurse im Meditieren geben - und was es mit diesen seltsamen Nackenmassagen auf Klo auf sich hat. http://www.spiegel.de/reise/staedte/0,1518,788098,00.html
Wieso nur faellt mir bei Loose Reisefuehrern immer das Siam Hotel in Phuket Town ein? 4 floors with whores, mal als Sterne Hotel beschrieben.
friedrichii 05.10.2011
Die Loose -Reiseführer werden aber von einem Stefan Loose geschrieben, nicht von einem Mischa Loose. Zufällige Namensgleichheit?
Zitat von AltesockeWieso nur faellt mir bei Loose Reisefuehrern immer das Siam Hotel in Phuket Town ein? 4 floors with whores, mal als Sterne Hotel beschrieben.
Die Loose -Reiseführer werden aber von einem Stefan Loose geschrieben, nicht von einem Mischa Loose. Zufällige Namensgleichheit?
dadanchali 05.10.2011
Kein Satz über die Khaosan Road, gut so! Man kann direkt am Fluß, im Wat Arun auch wunderschön über die Stadt schauen. Aber Vorsicht, sehr steile Treppen. Überfahrt nahe dem Wat Po (liegender Buddha9 für 3 Baht (ca. 40Baht=1 [...]
Zitat von sysopIrrsinnige Shopping-Exzesse, Nächte im Tanz-Delirium: Bangkok kostet Kraft. Wie Reisende ihre Energiereserven wieder auffrischen, weiß Mischa Loose. Der Thailand-Kenner verrät außerdem, wo Mönche Gratiskurse im Meditieren geben - und was es mit diesen seltsamen Nackenmassagen auf Klo auf sich hat. http://www.spiegel.de/reise/staedte/0,1518,788098,00.html
Kein Satz über die Khaosan Road, gut so! Man kann direkt am Fluß, im Wat Arun auch wunderschön über die Stadt schauen. Aber Vorsicht, sehr steile Treppen. Überfahrt nahe dem Wat Po (liegender Buddha9 für 3 Baht (ca. 40Baht=1 €). ...und fahrt doch einmal tuktuk. Die Fahrer sind übermüdet, die Luft verpestet, man wird abgezockt.. aber einmal darf, nein muss man dann doch ;)). Tipp: Erstes Gefährt bis an die Absage handeln damit man eine Preisvorstellung bekommt. Bangkok ist schön, leider haben es viele Herren nur bis Pattaya gebracht.
moose100 05.10.2011
Nein, Mischa ist der Sohn von Stefan (und Renate) Loose.
Zitat von friedrichiiDie Loose -Reiseführer werden aber von einem Stefan Loose geschrieben, nicht von einem Mischa Loose. Zufällige Namensgleichheit?
Nein, Mischa ist der Sohn von Stefan (und Renate) Loose.
Altesocke 05.10.2011
...laufen unter Stefan Loose Reisefuehrer. Aber der Mischa, als Sohn, darf nun auch schreiben. ---Zitat--- http://www.stefan-loose.de/autoren-team/loose-autoren-stellen-sich-vor/mischa-loose/ ---Zitatende--- Und das Ding [...]
Zitat von friedrichiiDie Loose -Reiseführer werden aber von einem Stefan Loose geschrieben, nicht von einem Mischa Loose. Zufällige Namensgleichheit?
...laufen unter Stefan Loose Reisefuehrer. Aber der Mischa, als Sohn, darf nun auch schreiben. ---Zitat--- http://www.stefan-loose.de/autoren-team/loose-autoren-stellen-sich-vor/mischa-loose/ ---Zitatende--- Und das Ding mit dem Siam Hotel kam aus 'der Feder' des Papas. Deshalb schrieb ich ja auch 'Loose', allgemein.
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  • Mittwoch, 05.10.2011 – 07:43 Uhr
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Buchtipp

Zur Person
  • Christian Wachsmuth
    Mischa Loose, geboren 1982, studierte Südostasienwissenschaften und verbringt die Hälfte des Jahres auf Recherchereisen durch Thailand, Malaysia, Singapur und Indonesien. Er hat das Bangkok-Kapitel des Stefan Loose Travel Handbuchs Thailand geschrieben und den Reiseführer Bali/Lombok. Südostasien bereiste er schon mit eineinhalb Jahren - im Tragerucksack auf dem Rücken seiner Mutter Renate Loose (Foto).

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