Frau Jansen, wo beginnt der Tag in Stockholm am schönsten?
Im Bageriet Urban Deli (Skånegatan 76). Die kleine Bäckerei, die zum Restaurant und Delikatessengeschäft Urban Deli gehört, serviert ein tolles Frühstück, dessen Grundlage selbst gebackenes Sauerteigbrot mit Zutaten wie Thymian, Apfelstückchen oder Cranberries ist. Dazu gibt es leckere Aufstriche, Knuspermüsli aus Eigenherstellung - und eine extra Portion urbanes Stockholm-Gefühl.
Wie kommt das?
Der Laden liegt in SoFo, dem Stadtviertel, das für seine weltoffene Atmosphäre berühmt ist - so wie auch die Stockholmer selbst es sind. SoFo steht für "South of Folkungagatan" und bezeichnet ein paar Straßenzüge im Szenestadtteil Södermalm. Die meisten Cafés und Lädchen finden sich rund um den Platz Nytorget.
Was kostet in Stockholm eine Dosis Koffein?
Mit 25 schwedischen Kronen (umgerechnet etwa 3 Euro) für einen Pott Kaffee muss man rechnen. Bestellt man ihn mit aufgeschäumter Milch - oder einem italienischen Namen - sind es oft sogar noch 10 Kronen (1,20 Euro) mehr. Immerhin kriegt man die vegane oder laktosefreie Variante ohne den in Deutschland üblichen Aufpreis.
Was sonst ist in Stockholm kostenlos?
Badespaß inmitten der Natur. Zu Fuß oder mit dem öffentlichen Nahverkehr gelangt man auf die an Södermalm angebundene Insel Långholmen. In der Nähe vom Badestrand lädt das Gartencafé Stora Henriksvik zu Kaffee, Kuchen und Kultur ein. In einer kleinen Ausstellung kann man mehr über Schwedens berühmten Dichter Carl Michael Bellman (gestorbenen 1795) lernen. Wer einen Tagesausflug machen möchte, kann mit der Fähre auf die Schäreninsel Fjäderholmarna übersetzen, sie liegt eine halbe Stunde von der Innenstadt entfernt. Tipp: früh kommen und sich einen Platz auf den Sonnenfelsen (Solklipporna) sichern.
Und bei schlechterem Wetter
stürzen sich die Stockholmer nicht ins Wasser des Riddarfjärden, sondern in die Welt der Kunst. In dem noch jungen, aber bereits hoch gelobten Fotografiska im Großen Zollhaus am Stadsgårdshamnen gibt es sehenswerte Fotoausstellungen. Ein Anziehungspunkt ist auch der sogenannte Puckel in Södermalm (auf dem vorderen Stück der Straße Hornsgatan), wo sich mehrere Galerien aneinanderreihen. Wer Kultur und Natur gleichzeitig erleben möchte, der ist im Artipelag richtig aufgehoben. Die neue Kunsthalle liegt auf der Insel Värmdö, sie ist von Wald und Wasser umgeben und per Bus oder mit dem Schiff erreichbar. Hier gibt es neben spannenden Ausstellungen eine hoch gelobte Küche.
dürfen Sie das Vasa-Museum auf gar keinen Fall verpassen! Das aufwendig gebaute Kriegsschiff "Vasa", das die Macht Schwedens unter Gustav II. Adolf demonstrieren sollte, sank 1628 im Hafenbecken von Stockholm. 1961 konnte es nach langer Vorarbeit endlich gehoben und dann restauriert werden. Wenn der Besucher in das Halbdunkel des eigens gebauten Museums tritt, türmt sich das Schiff, das zu 95 Prozent aus Originalteilen besteht, majestätisch vor ihm auf.
Schöne Aussichten auf Stockholm
hat man im Café Panorama. In der obersten Etage des Kulturhuset wird schwedische Hausmannskost serviert, und man genießt einen weiten Blick über den Sergels torg in der Innenstadt. Wunderbar ist auch die Aussicht bei einen Spaziergang auf dem Monteliusvägen auf Södermalm. Man schaut dabei über das Wasser in Richtung Altstadt, die Gamla Stan.
findet man in Södermalm: Im Trädgården (wörtlich "dem Garten"), einem angesagten Freiluftclub unter der Skanstullsbrücke, schallt die Musik laut in die Nacht. Falls Sie nicht tanzen mögen, gibt es dort Tischtennisplatten, an denen Sie mit dem einheimischen Jungvolk Runde spielen können.
Welche Gemeinschaftsaktionen machen außerdem Spaß in Stockholm?
Die Schweden singen gerne in größeren Gruppen. Der sogenannte Allsång findet im Sommer jeden Dienstag im Freilichtmuseum Skansen statt. Um abends dabei sein zu können, stellen sich Menschen aller Altersklassen ganz selbstverständlich morgens schon an. Denn für das Spektakel braucht man keine besondere Stimme, sondern nur eine Eintrittskarte in das (sehr empfehlenswerte) Museum.
Gibt's nur hier:
Ein Sauerteighotel. Trendbewusste Stockholmer reisen nicht nur gern, sie kümmern sich auch besonders liebevoll um Sauerteige - noch immer Trendthema diesen Sommer. Wer in den Urlaub fährt und sich kurzzeitig nicht um seinen Zögling aus Wasser und Mehl kümmern kann, der löst das Dilemma, indem er seinen Sauerteig in einer fürsorglichen Sauerteigpension abgibt, wo er ihn später wohlgenährt wieder abholen kann.
Die Fragen stellte Julia Stanek
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