Von Hamburg bis Kapstadt Die schönsten Designhostels weltweit

Keine Lust auf Mehrbettzimmer? Aber auch kein Interesse an langweiligen Hotels? Dann könnte ein Designhostel das Richtige für Sie sein. Ein Reiseblogger hat diese Auswahl zusammengestellt.

The House of Sandeman Hostel & Suites/ Grand Hostels/ Gestalten 2018

Günstige Unterkünfte für Rucksackreisende, nicht so spießig wie Jugendherbergen früher und nicht so teuer wie Hotels - das ist das Konzept von Hostels rund um die Welt. Doch was machen Backpacker, wenn sie älter werden, mehr Geld zur Verfügung haben und nicht mehr auf Mehrbettzimmer stehen?

Die Frage stellte sich irgendwann auch Kash Bhattacharya, der auf Madeira wohnt und den Reiseblog Budgettraveler.org betreibt. "Mit 39 bedeutete Reisen nicht mehr, im billigsten verfügbaren Bett zu übernachten", schreibt er in seinem Buch "The Grand Hostels". "Ich will mehr als nur ein billiges Bett. Ich will ein Erlebnis." Er fing an zu recherchieren - in Blogs, in der Community von Instagram und Twitter.

Bhattacharya stellte fest: "Besonders bei Reisenden in meinem Alter, zwischen 30 und 39 Jahren, gab es den Trend, 'jünger' zu verreisen. Sie wählten Hostels, von denen sie vorher dachten, deren Gäste wären 20-Somethingsomethings."

Eine neue Sorte Designhostels war genau das, was diese Klientel suchte - mit einer Einrichtung, die gleichwertig mit der eines Vier- oder Fünf-Sterne-Boutiquehotels ist, und mit einer Auswahl an Doppel- und Einzelzimmern. Dazu Swimmingpools, hauseigene Galerien, Dachterrassen oder Kinosälen. Allerdings: Besonders günstig sind diese Hostels oft nicht mehr.

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Grand Hostels: Designhotels von Hamburg bis Kyoto

Bhattacharya hat bereits Bücher zu "Luxury Hostels of Europe" herausgegeben. Jetzt folgt im Die Gestalten Verlag mit "The Grand Hostels" eine weltweite Sammlung von interessanten höherpreisigen Hostels. Allerdings hat auch diese einen deutlichen Europa-Schwerpunkt. Die Fotos auf den 320 Seiten des Taschenbuches zeigen, wie individuell und kreativ die Gründer ihre neuen Hostels, die meist keine Ketten sind, gestalten. Zeitgenössisches Design - so sieht es aus.

Neben den Besprechungen der Hostels hat Bhattacharya auch ein paar Tipps zu - überwiegend europäischen - Städten wie Lissabon, Berlin, Amsterdam oder Kapstadt zusammengestellt. Er gibt Hinweise auf "Städte für Feinschmecker", "Urlaub im Grünen" und "Städte im Kommen" - etwa Olmütz in Tschechien, Haarlem in den Niederlanden, Bologna in Italien oder Tartu in Estland.

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Kash Bhattacharya:
The Grand Hostels

Die schicksten Design Hostels der Welt by BudgetTraveller

Die Gestalten Verlag; 320 Seiten; 29,90 Euro

Die Gestaltung des Buches jedoch bietet dem Leser nicht viel Hilfe bei Orientierung und Planung. Preise werden nicht genannt, nur eine (nicht aufgeschlüsselte) Euro-Zeichen-Skala soll eine Einstufung vermitteln. Ein Inhaltsverzeichnis gibt es nicht, so bleibt die Sortierung in Teilen unverständlich und wirr. Das Buch ist "nach unserem Gefühl für Flow aufgebaut", erklärt eine Verlagssprecherin. Informationen wie Webseiten und Adressen finden sich erst am Ende des Buches.

Wer aber erst mal ein Gefühl für die Vielfalt an individuellen und luxuriöseren Hostels bekommen möchte - oder Inspiration für die eigene Einrichtung sucht -, wird bei "The Grand Hostels" fündig.

abl

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insgesamt 4 Beiträge
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Seite 1
dirk.resuehr 08.09.2018
1. 'Na ja
Wieso verbindet SPON eigentlich das Wort "Design" mit Schick? Zugegeben, das kommt vor, aber selten. Jugendherbergen haben einen gewissen Charm der Erinnerung, aber schick? Ne, da gibts gottseidank andere Hotels, auf diese Tips mag man verzichten, irgendwie trifft die Auswahl bei Relais et Chateau eher meinen Geschmack.Nicht schick aber schön.
Papazaca 09.09.2018
2. Einfach ist einfach besser
Die Hostel oder Hotels in Marokko und Kapstadt haben mir gefallen. Die meisten fand ich einfach zu aufgebretzelt. Einfach zu viel. Wenn ich schlafen will, dann brauche ich Ruhe, auch innere Ruhe. Da ist mit das meiste einfach zu viel. Aber ein schönes Buch, eine schöne Hotels und Hotels zu zeigen, aber auch die vielen Exzesse. So werden die einfachen Hotels mit einfachen Zimmern glatt aufgewertet. Manchmal ist einfach einfach besser.
k70-ingo 09.09.2018
3.
Nicht hip durchgestylt, aber mit authentischer Geschichte behaftet, sind zwei zudem wunderschön gelegene Hostels in Kalifornien, das im alten Leuchtturmwärterhaus befindliche Hostel Pigeon Point Lighthouse am Pacific Highway, sowie die Jugendherberge im alten Marinestützpunkt mitten in San Francisco. In letztgenannter hat man aus dem Fensterchen des Zweibettzimmers im Untergeschoß Blick sowohl auf die Golden Gate Bridge, als auch auf Alcatraz. Allerdings wird es morgens dort laut, denn das Zimmer liegt direkt unter dem Speisesaal. Zudem hat dieses Hostel den für S.F. bedeutsamen Vorteil kostenfreier Parkplätze.
hpkeul 09.09.2018
4. Seit ich Kleinrentner bin...
Habe ich mindestens in 40 Hostels geschlafen. Mehrbettzimmer? mir egal bei 15.- Euro/Nacht wird mein Städtetripp realisierbar. Es gibt natürlich sehr unterschiedliche. Mein bestes in Barclona, das Passeig Gracia. Das schlimmste in London, den Namen hab ich mir nicht gemerkt. Ein sehr interessantes in Istanbul. Man trifft immer wieder interessante Leute. Der gemischte Schlafsaal ist auch kein Problem für dieses lustige Völkchen. Ich bin noch nie bestohlen worden, ich habe oft genug Geld, Telefon, Tablet im Zimmer unbeaufsichtigt gelassen. In Rom einmal in 5 Tagen in einem 10 Bettzimmer 12 verschiedene Nationalitäten erlebt. Die jungen Leute, die dort den Service betreiben sind überaus hilfsbereit, rund um die Uhr, und das obwohl sie meist für Unterkunft und Frühstück dort arbeiten. Ist eben Manchester-Kaptalismus. (Ich liebe ihn. und Ryan Air) Oder Rückkehr zum Tauschhandel. Nur in Tel Aviv bin ich mal nicht beherbergt worden; ich war denen einfach zu alt. (69) Sie haben mir die Hostel-Zulassung entzogen. Allerdings auch eine wunderbare Alternative besorgt.
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