Städtetipps von Reiseexperten: Hut ab, Zagreb

Handgemachte Hüte und maßgefertigte Lederschuhe: In Zagreb kommt Shopping-Touristen keine Massenware in die Tüte. Mit ebenso viel Liebe zum Handwerk stellen stadtbekannte Konditoren himmlische Zuckertorten her - eine Kroatien-Kennerin sagt, wo sie unwiderstehlich sind.

Zagreb: Shopping unter roten Schirmchen Fotos
Corbis

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Lore Marr-Bieger reiste 1982 erstmals ins damalige Jugoslawien - seitdem lässt sie die Region nicht mehr los. Besonders Kroatien reizte sie; doch weil es auch nach der Unabhängigkeit 1991 wenig Material über Land und Leute gab, recherchierte sie selbst. Sie ließ sich von Einheimischen die Stadtchroniken übersetzen, kartografierte die schönsten Buchten des Landes - und schrieb dicke Reiseführer. Auch in der Hauptstadt fahndete sie nach den schönsten Flecken zum Speisen, Spazieren und Shoppen.

Frau Marr-Bieger, wie fängt der Tag in Zagreb an?

Der Zagreber trinkt morgens eigentlich nur seinen Kava (Espresso) und isst dazu vielleicht ein wenig Sir, Schichtkäse mit Weißbrot. Touristen können jedoch ausgiebig in den gediegenen Hotels im K.u.k-Stil frühstücken. Im Esplanade, wo schon Josephine Baker nächtigte, sitzen sie auf einer herrlichen Sommerterrasse, das Hotel Dubrovnik dagegen bietet einen guten Blick auf den großen Ban-Jelačic-Platz. Langschläfer können aber auch gleich zur Marenda gehen.

Was ist das?

Die Frühstückspause für das arbeitende Volk. Zwischen 10 und 11 Uhr gibt es in den vielen Cafés rund um den Marktplatz Dolac allerlei leckere Snacks wie zum Beispiel Struklji, einen Topfenstrudel, der mit Äpfeln, Walnüssen, Mohn oder Pflaumen gefüllt sein kann.

Wohin sollte ein erster Stadtrundgang führen?

Ab in die Unterstadt (Donji Grad)! Dort kann man das geschäftige Treiben von Zagreb beobachten. Etwas erhöht, auf zwei Hügeln gelegen, finden Sie dann das Kaptol, den ältesten Stadtteil mit der Kathedrale, sowie die Oberstadt Gradec. Die engen Gassen laden zum Schlendern ein - außerdem befindet sich hier Sehenswürdigkeiten wie das Parlament, die Markuskirche und viele Museen. Es verirren sich nicht sehr viele Kroatien-Touristen in die Hauptstadt - die meisten reisen entlang der Küste.

Und was verpassen sie?

Eine gemütliche, grüne Stadt, dessen Zentrum Ende des 19. Jahrhunderts auf dem Reißbrett entworfen wurde. Das Urbane und die Natur liegen hier ganz nah beieinander. Im Norden grenzt Zagreb an das Medvednica-Gebirge, dessen Ausläufer den Stadtrand prägen. In den üppigen Gärten der Einfamilienhäuser gedeiht Gemüse und Wein. In der Stadt gibt es zudem eine hufeisenförmige Aneinanderreihung von acht Parks.

Welche Grünanlage muss man gesehen haben?

Die Friedhofsanalage Mirogoj, die der Kölner Architekt Hermann Bollé 1876 anlegte. Viele kroatische Persönlichkeiten ruhen hier in prachtvoll gemeißelten Grabstätten. Interessant ist auch der Landschaftspark Maksimir im Osten der Stadt.

Wo erholt man sich vom Sightseeing?

In dem Konditorei-Restaurant Ivica i Marica (auf Deutsch: Hänsel und Gretel), das einer Puppenstube gleicht. Im Garten servieren die in Tracht gekleideten Kellner ab 11 Uhr frisch gepresste Säfte, Salate, Quiches, verführerische Törtchen und Fischgulasch - alles hausgemacht! Oder man gönnt sich einen Schnaps.

Welches Lokal empfehlen Sie dafür?

Die Cica Bar. Sie befindet sich am Anfang der Tkalčieva ulica, vor der Tür steht eine alte Waschmaschine. Hier gibt es bereits ab 10 Uhr Hochprozentiges, zum Beispiel Kräuterschnäpse oder die berühmten Rakijas: Das sind in der Region gebraute Liköre auf Obstbasis - lecker sind die Sorten Kirsche, Blaubeere oder Feige.

Was ist ein originelles Mitbringsel aus Zagreb?

Ein handgefertigter Hut aus dem Hause Cahun. Das von außen unscheinbar wirkende Geschäft fertigt in der dritten Generation Kopfbedeckungen für Männer und Frauen. Wer Freude an echtem Handwerk hat, wird in Zagreb fündig. Auch einige Schuhmacher verstecken sich noch in Hinterhöfen in der Ulica Ilica.

Wohin für ein deftiges Mittagessen?

Unter den Zagrebern ist das Restaurant Kerempuh beliebt. Mit Blick auf das Marktgeschehen nehmen sie ihren Ručak (Mittagstisch) ein. Unbedingt probieren: das Zagreber Schnitzel - frittiertes, mit Käse und Schinken gefülltes Kalbfleisch auf Plinsen. Wer lieber Fisch speist, geht zum kleinen Bistro Amfora gegenüber am Fischmarkt. Hier werden unter anderem fangfrische Sardellen mit einem Gläschen Wein serviert.

Wohin kann man fliehen, wenn es zu heiß wird?

Ans Zagreber Meer. Der vier Kilometer lange, aufgeschüttete Jarun-See mit Insel befindet sich nur wenige Kilometer westlich der Stadt. Hier kann man schwimmen, rudern, Kanu fahren oder abends in den Clubs chillen. Bergfans radeln oder wandern hinauf ins reich bewaldete Medvednica-Gebirge mit dem 1030 Meter hohen Gipfel Sljeme - ein angenehmes Lüftchen weht dort allemal.

Wo ist die Nacht in Zagreb am längsten?

Jüngere zieht es hinaus zum Jarun-See, in einen der großen Clubs am östlichen Ufer. Im Musikpavillon des Aquarius' wird bei Elektrobeats bis frühmorgens getanzt und auf der Terrasse gibt es oft Live-Konzerte.

Die Fragen stelle Julia Stanek

Lesen Sie hier, was SPIEGEL-ONLINE an Kroatien schätzen. In der Reisekarte haben sie ihre Geheimtipps verraten.

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1. optional
spon-facebook-1619165327 11.01.2014
Werde beim naechsten Besuch der Stadt,die feinen Speziallitaeten probieren.
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  • Lore Marr-Bieger
    Lore Marr-Bieger, verfasste für den Michael Müller Verlag Reisebücher über Kroatien, Slowenien und die Dominikanische Republik.
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