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16.05.2004
 

Hausaufgaben

Laissez-faire lernt besser

Durch ständige Kontrolle verunsichern Eltern schwächere Schüler zusätzlich, fanden amerikanische Psychologen heraus - die Noten der Kinder sacken weiter ab. Ratschlag der Forscher: Lieber die Zügel ein bisschen locker lassen.

Hilfe bei den Hausaufgaben: Laisser-faire hebt die Noten
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DDP

Hilfe bei den Hausaufgaben: Laisser-faire hebt die Noten

Was tun, wenn Schulkinder schlechte Noten nach Hause bringen und mit ihren Hausaufgaben schlampig sind? Bloß nicht zu sehr die Knute schwingen, meinen Forscher der Universität von Illinois in Urbana-Champaign: Sie fanden in einer Studie heraus, dass die Schulnoten und die Hausaufgabendisziplin der Kinder besser werden, wenn sich die Eltern mit Kontrollen zurückhalten und stattdessen die Selbstverantwortung der Schüler unterstützen.An der Studie nahmen 110 Mütter mit ihren Kindern im Grundschulalter teil; die Ergebnisse wurden in der Mai/Juni-Ausgabe der Zeitschrift "Child Developement" veröffentlicht. Die Schüler lösten in dem Test vorgegebene Aufgaben nach dem Muster schulischer Hausaufgaben, die Mütter überwachten ihre Arbeit.Zu viel Kontrolle schadetErgebnis: Mütter, die ständig kontrollierend eingriffen, die Kinder drängten oder ihnen gar Teile der Aufgaben abnahmen, trieben schwächere Schüler in Resignation und Desinteresse. Das umgekehrte Resultat erzielten die Mütter, die an die Autonomie ihrer Kinder appellierten: Hier "verbesserten die Kinder während der Interaktion mit den Müttern und auch am nächsten Tag ihre Leistungen", wie Psychologie-Professorin Eva Pomerantz, Leiterin der Studie, betont.Ein Selbständigkeit fördernder Umgang mit Kindern erlaube diesen, ihre Umwelt auf eigene Faust zu erkunden, sagt Pomerantz. Zwar sei es gut, eine Sache mit den Kindern zu diskutieren, sie sollten dann aber selbständig entscheiden, was sie für wichtig hielten, und entsprechende Lösungsstrategien entwickeln. Die Psychologen untersuchten auch die Langzeitwirkungen der unterschiedlichen Erziehungsstrategien auf den tatsächlichen Schulerfolg der Schüler. Dafür gaben die Mütter alle zwei Wochen an, ob ihre Kinder zwischenzeitlich Schwierigkeiten in der Schule hatten, etwa indem sie sich nicht an Vorgaben hielten, ihre Hausaufgaben nicht machten oder sich mit Mitschülern zankten.Das Ergebnis bestätigte die Erkenntnisse der Kurzzeiterhebung: Schwächere Schüler verbesserten ihre Schulleistungen nach sechs Monaten, wenn die Mütter dauerhaft ihre Selbständigkeit bestärkten. Eine solches Verhalten gegenüber den Kindern sei wichtiger als Kontrolle, sagt die Psychologin Pomerantz, vor allem, weil schwächere Kinder in der Schule viel negative Rückmeldungen erhielten.Bei Kindern, die in der Schule bessere Leistungen bringen und sich deshalb sicherer fühlen, haben unterschiedliche Strategien der Eltern dagegen fast keine Auswirkungen auf die Schulnoten, so die Forscher.

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