Wailuku - Bereits vor zwei Jahren sollte Surfen offizieller Schulsport werden, doch das Justizministerium von Hawaii hatte sich dagegen ausgesprochen. Die Behörden bangten um die Sicherheit der Schüler und befürchteten Schadenersatzklagen bei Unfällen. In der hohen Brandung lauern Risíken - fatale Stürze, Kollisionen mit anderen Surfern und auch Haiattacken.
Surfbegeisterte Schüler lassen sich dadurch nicht von ihrer Leidenschaft abbringen. Nach einer Anhörung hat die Schulbehörde am Donnerstag mit neun zu null Stimmen beschlossen, den High Schools selbst die Entscheidung zu überlassen, ob sie eigene Teams aufstellen wollen.
Bisher traten Schüler zwar für private Vereine an, durften die Namen ihrer Schulen dabei aber nicht nennen. Nun können die Clubs offizielle Schulteams bilden.
In Hawaii wurde das Surfen geboren, die Küstenlinie ist rund 360 Kilometer lang. Ungefährlich ist der Sport keineswegs. Immerhin kommt es rund um die Inseln zu durchschnittlich vier Angriffen von Haien pro Jahr.
Erst Anfang April ist ein 57-Jähriger vor Maui von einem Hai tödlich verletzt worden. 100 Meter vom Strand entfernt erwischte ihn die Attacke am Bein, am Ufer erlag der Surfer den schweren Verletzungen.
Zuvor war Bethany Hamilton im letzten Oktober der linke Arm abgerissen worden, als sie an der Nordküste von Kauai surfte. Die 13-Jährige galt als eines der größten Surftalente auf Hawai. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin und deren Vater wartete sie etwa einen Kilometer vor dem Makua-Strand bei Haena auf die richtige Welle, als der Hai angriff.
Der Vater ihrer Freundin rettete Bethany das Leben, indem er mit einer Surfleine den Armstumpf abklemmte. Trotz des großen Handicaps nahm die Schülerin schon im Januar wieder an einem Surfwettbewerb teil - und belegte prompt den fünften Platz in ihrer Altersklasse.
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