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06.08.2004
 

Vernachlässigte Jungen

Männlich? Sechs, setzen

Jungs haben schlechtere Noten, bleiben öfter sitzen und brechen häufiger die Schule ab als Mädchen - mit fatalen Folgen für das Berufsleben. Das findet der Deutsche Industrie- und Handelskammertag ungerecht und will die männlichen Schüler aus dem Abseits holen.

Junge an der Tafel: Hups, kann das stimmen?
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DPA

Junge an der Tafel: Hups, kann das stimmen?

Jungen werden im deutschen Bildungssystem vernachlässigt und haben es deshalb auf dem Weg ins Berufsleben schwerer. So sieht es der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in einer neuen Analyse. Die spezielle Förderung von Mädchen sei zwar richtig gewesen, darüber dürften die jungen Männer aber nicht vergessen werden.

Zum Beleg hat der DIHK verschiedene Statistiken zusammengetragen und analysiert. Das Ergebnis: Mädchen haben im Schnitt die besseren Noten und Schulabschlüsse. Außerdem sind die männlichen Sitzenbleiber und Schulabbrecher deutlich in der Mehrheit: Von allen Jugendlichen verließen 2001/2002 nur 6,7 Prozent der Mädchen, aber 11,5 Prozent der Jungen die Schule ohne Hauptschulabschluss. Männer unter 25 Jahren seien deshalb weit häufiger von Arbeitslosigkeit betroffen als Frauen im gleichen Alter.

Damit legt der DIHK zwar nichts Neues vor, das ist aber auch nicht das Ziel der Industrievertreter. Vielmehr soll das Thema Jungenförderung verstärkt in die Öffentlichkeit gebracht werden. "Das bestehende System scheint die Jungen nicht mehr in dem notwendigen Maße zu erreichen", sagt DIHK-Geschäftsführer Martin Wansleben, "wir müssen sie mit gezielter Förderung aus dem Abseits holen." Würden männliche Schüler weiter vernachlässigt, befürchtet Wansleben hohe gesellschaftliche Kosten als Konsequenz.

Schulleistungen: Jungen und Mädchen
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DER SPIEGEL

Schulleistungen: Jungen und Mädchen

Als zusätzlichen Faktor für das Abrutschen der jungen Männer sieht die DIHK-Analyse deren größeren Medienkonsum. Männliche Neuntklässler verbringen demnach mehr Zeit vor Fernseher und Computer als ihre Klassenkameradinnen.

Außerdem sei der Anteil männlicher Auszubildender in technischen Berufen seit 1990 weiter angestiegen. Das Angebot an Lehrstellen in diesem Bereich hat aber deutlich abgenommen. Dafür hat laut DIHK die Entstehung neuer Berufe in der Dienstleistungs- und Wissensbranche gesorgt. Männliche Jugendliche müssten deshalb im Unterricht verstärkt an diesen Sektor herangeführt werden.

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