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20.04.2006
 

Berliner Schulschwänzer

Im Streifenwagen zur Schule

Im Rahmen der Schuldebatte in Berlin will der Senat nun konsequenter gegen Schwänzerei vorgehen: Bleiben Ermahnungen an Schüler und Eltern erfolglos, soll künftig die Polizei widerwillige Kinder in den Unterricht bringen.

Mit strengen Kontrollen und notfalls mit Hilfe der Polizei wollen Berliner Behörden Schulschwänzerei unterbinden. Bezirke und Senatsbildungsverwaltung hätten ein einheitliches Verfahren zur Einhaltung der Schulpflicht ausgearbeitet, teilte Bildungssenator Klaus Böger (SPD) am Donnerstag mit. Bisher habe das jeder Bezirk unterschiedlich gehandhabt.

Rütli-Schule Berlin: Mit Staatsgewalt zur Schule
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DDP

Rütli-Schule Berlin: Mit Staatsgewalt zur Schule

Fehlt ein Kind unentschuldigt, soll die Schule demnach spätestens nach drei Tagen persönlichen Kontakt mit den Eltern aufnehmen. Bleibt dies erfolglos, richtet die Schule spätestens nach zehn Tagen eine Schulversäumnisanzeige an den Bezirk. Um Schulschwänzer, die länger als zehn Tage fehlen, kümmert sich der Bezirk. In der Regel nimmt dann das Schulamt Kontakt zu den Eltern auf - unterstützt von Schulpsychologen, Sozialpädagogen und Jugendämtern.

Stellen die Eltern sich weiter stur, leitet der Bezirk binnen zwei Wochen nach Eingang der Schulversäumnisanzeige ein Bußgeldverfahren ein. Wenn alles andere nicht hilft, muss laut Böger die Polizei die Schulpflicht durchsetzen. In besonders schweren Fällen kann der Bezirk sogar die Einschränkung oder den Entzug des elterlichen Sorgerechts prüfen.

"Wichtig ist, dass wir genau hinsehen und rasch handeln. Das heißt aber auch: Wenn Eltern sich stur stellen, dann muss der Bezirk die Schulpflicht der Kinder mit Hilfe der Polizei durchsetzen", erklärte Böger. In den vergangenen Wochen hatten die Probleme an der Berliner Rütli-Schule im Bezirk Neukölln bundesweit für Schlagzeilen gesorgt und eine Diskussion über Vernachlässigung von Kindern sowie auch Schulschwänzerei angestoßen.

Aktuelle Zahlen über das Ausmaß der "Schuldistanz" liegen nicht vor. Nach der letzten Erhebung der Verwaltung aus dem Jahr 2005 sind die Zahlen der Schüler, die im Schuljahr zwischen 21 und 40 Tagen fehlten, von 3,6 Prozent im Jahr 2002 auf 2,8 Prozent im Vorjahr zurückgegangen. Die Berliner Schulen werden von etwa 330.000 Schülern besucht.

cpa/afp/dpa

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