Von Carola Padtberg
Mehr Schulspychologen - Nach der Bluttat des Schülers in Emsdetten forderten Experten zum wiederholten Mal eine dauerhafte psychologische Betreuung an Schulen. "Wir brauchen an jeder Schule einen Psychologen", sagte der Leiter des schulpsychologischen Dienstes der Stadt Düsseldorf, Stefan Drewes. Die Forderung ist nicht neu - sie sei aber nach dem Amoklauf des ehemaligen Erfurter Schülers Robert Steinhäuser nie umgesetzt worden, sagte der Präsident des deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, im vergangenen April zum Jahrestag des Erfurter Massakers.
Nach Angaben des nordrhein-westfälischen Landesverbandes Schulpsychologie kommt in Deutschland auf 12.500 Schüler nur ein Psychologe. Damit liege Deutschland im OECD-Vergleich vor Malta an vorletzter Stelle. In Skandinavien und Russland liege das Verhältnis bei etwa 1000:1.
Die bittere Bilanz von Josef Kraus: "Stattdessen wird Aktionismus betrieben, etwa mit dem Verbot von Handys oder MP3-Playern an Schulen. Das kostet nichts, bringt aber auch nichts." Bei teureren Präventionsmaßnahmen wie mehr Personal oder Verkleinerung der Klassen stelle sich die Politik dagegen taub.
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