Von Carola Padtberg
Krisenschüler erkennen - Eltern sollen stärker in den Schulalltag und Jugendliche stärker in die Familie mit einbezogen werden. Das forderten Psychologen nach dem Fall Robert Steinhäuser, dem schwere familiäre Probleme nachgesagt wurden. Auch der Emsdettener Schüler war sozial auffällig: Der Einzelgänger soll stets ganz in schwarz gekleidet und oft in einen bodenlangen Ledermantel gehüllt gewesen sein und keine Freunde gehabt haben. Mitschüler beschreiben ihn als Sonderling. Er soll viel Zeit auf Friedhöfen verbracht haben. Eingegriffen hat trotzdem niemand.
Eine Reihe von sozialen und individuellen Faktoren fänden sich immer wieder bei Amokläufern, sagt der Kriminologe Arthur Kreuzer von der Universität Gießen. So seien viele Täter introvertiert, hätten oft schwere Defizite in der Erziehung, wenig Gespräche zu Hause und kaum Kontakt mit Gleichaltrigen.
Dies könnte ein möglicher Ansatzpunkt zur Prävention sein. Im Kriseninterventionsteam "Kibbs" des bayerischen Kultusministeriums zum Beispiel arbeiten 35 Schulpsychologen an Sicherheitsplänen für Schulen. Unter anderem sollen verhaltensauffällige Krisenschüler schneller erkannt werden.
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