Von Carola Padtberg
Drohungen ernst nehmen - Viele jugendliche Attentäter kündigen ihre Pläne an. Robert Steinhäuser aus Erfurt signalisierte seinen psychischen Druck im Sportverein, in der Schule, zu Hause, überall ein bisschen. Doch keiner konnte diese Zeichen deuten. Auch der frühere Schüler in Emsdetten hatte seinem Frust im Internet deutlich Luft gemacht. "Ich hasse Euch und eure Art! Ihr müsst alle sterben", schrieb er auf einer Internetseite. Mitschüler berichten, er habe schon vor Jahren ein Attentat angekündigt. Im Juni 2004 schrieb er im Forum einer psychologischen Beratung: "Für die, die es noch nicht genau verstanden haben: Ja, es geht hier um Amoklauf!" Zwar berappelte er sich offenbar, schrieb später optimistischere Beiträge ("Mir geht's besser") - trotzdem wirken die Worte von damals jetzt wie eine gespenstische Ankündigung, auf die nicht oder nicht richtig reagiert wurde.
In den USA konnten zum Jahrestag des Columbine-Massakers geplante Blutbäder verhindert werden, weil Hinweise aus dem Internet ernst genommen wurden. Was manche als Tummelplatz nerviger Selbstdarsteller abtun, kann zum Instrument der Verbrechensbekämpfung werden.
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