Von Carola Padtberg
Weniger autoritäres Schulklima - Nach dem Amoklauf von Robert Steinhäuser geriet auch die Erfurter Schulleiterin Christiane Alt in Kritik. Vorgehalten wurden ihr Eiseskälte und "emotionslose Auftritte in der Öffentlichkeit" ("Stern"). Eine Kommission zur Vorgeschichte der Erfurter Morde bemängelte, dass Robert Steinhäusers Verweis vom Gutenberg-Gymnasium ein halbes Jahr zuvor "nicht verhältnismäßig" gewesen sei - alles in allem ein Protest gegen zu autoritäres Vorgehen.
Viele Erfurter Lehrer allerdings stellten sich eindeutig hinter ihre Schulleiterin und kritisierten in einem offenen Brief, dass sie als "Alleinschuldige" dargestellt werde. Welche Rolle der Schulausschluss für Steinhäusers späteren Blutrausch wirklich spielte und ob Alt pädagogisch angemessen gehandelt hat, ist bis heute umstritten.
Das Schulklima - oft ein Problem, aber oft auch schwierig zu ändern. Der Emsdettener Täter hatte zwar gute Noten, fühlte sich aber in der Schule unfair behandelt. Er kritisierte im Internet Lehrer, die in sein Leben eingegriffen und ihn auf einem "Schlachtfeld" zurückgelassen hätten. Die Schule habe ihn zu einem Verlierer gemacht.
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