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29.08.2007
 

Bildung

Unions-Minister peilen Drei-Länder-Abi an

Auf dem Weg zum umstrittenen Zentralabitur basteln einige Unionspolitiker laut "Süddeutscher Zeitung" an einer Art Zentralabitur im Miniformat. Die Kultusminister von Sachsen, Bayern und Baden-Württemberg wollen schon in drei Jahren einheitliche Prüfungsfragen stellen.

Nach dem Willen der Unions-Länder sollen bundesweit im Jahr 2012/13 die Prüfungsaufgaben in Mathematik, Deutsch und den Fremdsprachen zentral gestellt werden, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet. Der Kultusministerkonferenz Mitte Oktober wollen sie nach Informationen der Zeitung ein entsprechendes Konzept zur Abstimmung vorlegen. Morgen solle in Magdeburg der weitere Fahrplan abgestimmt werden. Wackelkandidaten in der Union seien aber noch Hessen und Nordrhein-Westfalen, berichtet die Zeitung. Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) hatte sich zuletzt wiederholt für ein bundesweites Zentralabitur eingesetzt.

Für das Treffen hat Sachsens Kultusminister Steffen Flath (CDU) dem Bericht zufolge eine Tischvorlage erarbeitet, die einen genauen Fahrplan zur Einführung des "deutschen Abiturs" enthält. Bereits in den Schuljahren 2010/2011 und 2011/2012 könne auf freiwilliger Basis länderübergreifend Abituraufgaben gestellt werden. An einem solchen Testlauf könnten Sachsen, Bayern und Baden-Württemberg teilnehmen, schreibt die Zeitung unter Berufung auf das Ministerium.

Auch Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) habe vorgeschlagen, dass sich die drei Länder als "Zwischenlösung" schon einmal auf einheitliche Prüfungen einigen könnten.

Ob sich der Vorschlag der Unionsländer für ein Zentralabitur bei der Kultusministerkonferenz (KMK) durchsetzen wird, ist höchst zweifelhaft. Ein solches Vorhaben benötigt einen einstimmigen Beschluss des Gremiums. KMK-Präsident Jürgen Zöllner hatte zuletzt in einem Interview am Freitag seine Ablehnung einer bundesweiten Einführung eines Zentralabiturs bekräftigt. Er glaube nicht, dass dies dienlich wäre, sagte der SPD-Politiker. Trotzdem sei er zuversichtlich, dass man auf der Kultusministerkonferenz Mitte Oktober in Bonn zu einer Einigung kommen werde.

Den Stein ins Rollen hatte vor einigen Wochen der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger gebracht. Er forderte, dass sich die Länder per Staatsvertrag auf einheitliche Prüfungen verständigen. Das Abitur würde dadurch erheblich an Aussagekraft gewinnen, so der Regierungschef.

"Die Pläne der Union sind unüberlegt", hatte der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, SPIEGEL ONLINE schon vor Wochen gewarnt. Die Einheitsprüfung bringe gewaltige Probleme mit sich. So müssten zeitgleiche Schulferien für alle Bundesländer eingeführt werden, da auch die zentralen Prüfungen deutschlandweit an einem Tag stattfinden müssten. Der Verbandspräsident wirft der Union Doppelzüngigkeit vor. "Es ist schon seltsam, dass ausgerechnet die Politiker, die seit Jahren den Bildungsföderalismus verteidigen, nun nach einem Zentralabitur schreien."

reh/AP

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