Er hätte Geschenke einpacken können oder den Tannenbaum schmücken. Stattdessen zündete ein 18-jähriger Schüler in der Nacht vor Heiligabend in Wiesbaden seine Schule an. Gegen Mitternacht brach er mit einem 16-Jährigen in das Gebäude der Martin-Niemöller-Schule ein und ging ins Sekretariat. Dort fand er Reinigungsflüssigkeit, schüttete sie über einen Aktenschrank und zündete sie an. Sekretariat, Lehrerzimmer und die Büros der Schulleitung sind nun zerstört, der Schaden geht in die Millionen.
Das gestand der junge Mann, als ihn gestern die Polizei verhörte. Sein Ziel war die eigene Schulakte - es standen zu viele schlechte Noten darin. Der Schüler wollte sie ein für alle Mal aus der Welt haben. Er und sein Begleiter seien bereits am 22. Dezember einmal ins Schulgebäude eingebrochen, sagte der Brandstifter der Polizei.
Ein anonymer Anrufer gab der Polizei den Tipp
Ein Autofahrer sah gegen zwei Uhr nachts von weitem die Flammen aus der Schule schlagen und alarmierte die Feuerwehr. Die bekam den Brand zwar schnell in den Griff - aber während der Löscharbeiten entzündeten sich Rauchgase. Wie die Polizei mitteilte, wurden durch die Wucht der Explosion massive Wände nach außen gedrückt und Scheiben zerstört, Teile des Daches stürzten ein. Das Gebäude wurde so stark beschädigt, dass der Einsturz drohte.
Als die Experten den Brandort untersuchten, fanden sie Spuren des Einbruchs: Eine Eingangstür war eingeschlagen worden, ein Fenster stand offen. Gestern Nachmittag bekam die Polizei dann durch einen anonymen Anruf einen Hinweis auf den 18-Jährigen Schüler der Martin-Niemöller-Schule. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung fanden Polizisten ein Laptop und einen Beamer, Diebesgut aus der Schule, darunter. Sie nahmen den jungen Mann fest, er gestand die Tat. Die beiden Jugendlichen sind inzwischen wieder auf freiem Fuß.
Die rund 750 Schüler der Martin-Niemöller-Schule müssen nach den Weihnachtsferien erst einmal anderswo unterrichtet werden. An Unterricht in der alten Schule sei im Moment nicht zu denken, schreibt Schulleiterin Elisabeth Waldorff auf der Internetseite der Schule.
maf / dpa, AP
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