Jetzt droht die Wirtschaftskrise die Kleinsten zu erreichen: Arme Kinder könnten besonders leiden, fürchtet der Kinderschutzbund. Schon in den vergangenen Boomjahren sei die Zahl der Kinder und Jugendlichen aus Hartz-IV-Familien auf 2,5 Millionen gestiegen, sagte Verbandspräsident Heinz Hilgers. "Das wird die Wirtschaftskrise nun noch verschärfen."
Deshalb verlangt er mehr Geld für Bedürftige: Dringend nötig sei eine Aufstockung des Hartz-IV-Regelsatzes für Heranwachsende. Auch der Kinderzuschlag für Geringverdiener müsse steigen.
Der Hartz-IV-Regelsatz für Kinder beträgt aktuell 211 Euro monatlich, das sind 60 Prozent der Zahlung an Erwachsene. "Die Summe ist gegenüber den wirklichen Bedürfnissen eines Kindes sehr respektlos", sagt Hilgers. Der Bedarf von Kindern müsse gesondert berechnet und erhöht werden - je nach Alter auf 276 bis 325 Euro. "Ein Erwachsener kann mit dem Wintermantel und seinen Schuhen vielleicht ein paar Jahre auskommen. Kinder brauchen aber jedes Jahr einen neuen Anorak und noch öfter neue Schuhe."
Deutschland bekommt die Kinderarmut nicht in den Griff
Die Armut der Kinder beschäftigt Deutschland seit Jahren - doch in den Griff bekommt das an sich reiche Land sie nicht. Zahlreiche Bücher beschreiben, wie sich Armut anfühlt, was sie macht mit Kindern, ihren Träumen, ihren Hoffnungen. SPIEGEL ONLINE sprach schon vor einem Jahr mit Kindern aus Familien im Existenzkampf. In der Politik tobt eine Debatte darum, wie man das Problem angehen sollte.
Jetzt mischt sich Kinderschutzbund-Chef Hilgers ein. Tenor: Die Hartz-IV-Sätze reichen hinten und vorne nicht. Er verwies auf die wachsende Zahl von Aufstockerfamilien mit niedrigen Einkommen, die zusätzlich Hartz IV beziehen müssen, weil sie anders ihre zwei oder drei Kinder nicht ernähren können.
Um ihnen zu helfen, müsse der Kinderzuschlag von aktuell 140 Euro im Monat kräftig steigen, sagt Hilgers. "Ich schlage 175 Euro ab dem ersten Kind vor und 225 Euro ab dem dritten Kind. So könnten 700.000 Aufstockerfamilien aus dem Hartz-IV-Bezug geholt werden."
Das Geld reicht hinten und vorn nicht
Scharfe Kritik übte Hilgers auch am neuen "Schulhilfspaket" von 100 Euro je Schuljahr für Kinder aus Hartz-IV-Familien. Der Zuschuss für Bücher, Hefte und Ranzen sei "völlig unzureichend und hat mit dem wahren Bedarf nichts zu tun", sagte er. "Wir haben im Berliner Wedding versucht, einen Erstklässler so günstig wie möglich mit dem Nötigsten auszustatten. Wir sind in keinem Fall unter 300 Euro gekommen."
Der Verbandspräsident beklagte zudem, dass trotz aller politischen Anstrengungen die Bildungschancen armer Kinder in Deutschland deutlich schlechter seien als die wohlhabender Kinder. Vor diesem Hintergrund sei es unverständlich, dass mit sinkenden Schülerzahlen der Staat immer auch die Zahl der Schulen verringere und Lehrerstellen kürze. "Sinnvoll wäre es aber, das Geld im System zu lassen, obwohl wir weniger Kinder haben. Daraus könne ein pädagogischer Qualitätsschub" entstehen. Das wäre eine wichtige Maßnahme", so Hilgers.
Arme Kinder, reiches Land
Hilfe zur Selbsthilfe sei auch in punkto Bildung die beste Vorsorge, sagte er. "Sonst werden aus armen Kindern wieder nur Leistungsempfänger und nicht Leistungsträger. Das ist nicht nur eine menschliche Katastrophe, sondern auch eine ökonomische."
Die Anzahl der Kinder, die in relativer Armut aufwachsen, ist in den letzten zehn Jahren gestiegen. Dagegen ist die allgemeine Armut kaum gewachsen.
Ein Bericht der Bundesregierung aus dem Mai hat hohe Armutsrisiken für bestimmte Gruppen von Kindern und Jugendlichen ermittelt. So sind etwa 40 Prozent der Kinder von Alleinerziehenden von Armut bedroht. Aber auch 30 Prozent der Migrantenkinder sowie fast zwei Drittel der Kinder von Hartz-IV-Empfängern sind betroffen.
otr/AP
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Kindergeld hat keine Zweckbestimmung, kann mithin nicht zweckentfremdet werden ! Das Kindergeld beträgt 154,08 € , wenn Sie davon ein Kind auch nur ernähren und kleiden können, dann man raus mit Ihren Rechenbeispielen. mehr...
- der Staat hat Pflichten, diese ergeben sich aus dem Grund- setz, zu erfüllen. Wenn das aber so läuft, wie aktuell, Kindern das Existenzminimum zu verweigern, siehe hier: [...] mehr...
Haben Sie schon mal im HartzIVregelsatz nachgeschaut, wieviel dort für Bildung vorgesehen ist ? Macht nix, ich nehme Ihnen diese Mühe mal ab : 0 € mehr...
Was glauben Sie warum es das Grundgesetz gibt ? - der Kaiser den Sie wähnen, führte Deutschland in den WK I - gefolgt von Ihrer gewähnten Disziplin, WK II - wie Sie es "ohne" Männer zu Ihren Kindern geschafft [...] mehr...
Der einzige Weg ! mehr...
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