Die Wirtschaftskrise dürfte Tausenden von Schülern in diesem Sommer das Geschäft verderben. Ferienjobs sind nämlich Mangelware. Die Arbeitsagentur Leipzig wandte sich sogar mit einer Sonderaktion an potenzielle Arbeitgeber, um Angebote für Schüler und Studenten einzuwerben. Dennoch rechnet die Behörde damit, dass die Jobnachfrage das Angebot im laufenden Jahr deutlich übersteigt.
Ähnlich ist die Einschätzung bei der Bundesarbeitsagentur. Zwar gebe es keine statistischen Angaben zu Schüler- und Ferienjobs; es sei aber davon auszugehen, dass insbesondere der gewerbliche Bereich wenige Stellen vergebe. "Die Betriebe sind noch damit beschäftigt, Kurzarbeit wieder abzubauen. Zusätzlichen Arbeitskräftebedarf gibt es da auch in den Ferien kaum", so eine Sprecherin der Arbeitsagentur. Besser sehe es wohl bei Dienstleistungsunternehmen aus.
Das legt auch das Arbeitsangebot in verschiedenen Jobbörsen nahe, die sich auf die Vermittlung von Schüler- und Studentenjobs spezialisiert haben. Bei schuelerjobs.de oder dem Konkurrenzportal gelegenheitsjobs.de beispielsweise sind Offerten für Zeitungsboten und Prospektverteiler klar in der Überzahl. Selbst Aushilfen für die Gastronomie sind selten gefragt.
Aushilfsjob lohnt sich nicht immer
Wer bislang noch keinen Ferienjob gefunden hat, sollte sich daher direkt bei Betrieben bewerben. Erfahrungsgemäß würden die meisten Aushilfsstellen ohne Einschaltung eines Jobvermittlers vergeben, heißt es jedenfalls bei der Arbeitsagentur. Viele Jobcenter bemühten sich auch gar nicht um Angebote für Schüler. Allerdings handhabe dies jede Arbeitsagentur - siehe das Beispiel Leipzig - unterschiedlich.
Bevor sich Schüler auf die zeitraubende Suche nach einem Zuverdienst machen, sollten sie allerdings prüfen, ob sich der Aushilfsjob für sie überhaupt lohnt. So bleibt Ferienjobbern, die Hartz-IV-Leistungen bekommen, von ihrem Lohn kaum etwas übrig. Ohne Abzüge ist ein Zusatzeinkommen von 100 Euro im Monat möglich, darüber bleiben nur 20 Prozent anrechnungsfrei.
Schüler, die Bafög bekommen, dürfen deutlich mehr verdienen. Erlaubt ist ein Bruttoverdienst von 4800 Euro pro Jahr oder 400 Euro im Monatsdurchschnitt. Ein höheres Einkommen während der Sommermonate kann also mit Monaten mit niedrigerem Verdienst verrechnet werden.
Hendrik Roggenkamp, ddp
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